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Kleine AnfrageWahlperiode 17Beantwortet

Umsetzung des Moorschutzkonzeptes der Bundesregierung

Ziel der Regeneration gering geschädigter Hochmoore bis 2010, Umfang der betroffenen Flächen, extensive Nutzung von Niedermoorflächen, Reduzierung des Torfabbaus und Nutzung von Torfersatzstoffen, Einbindung der Moore in ein länderübergreifendes Biotopverbundsystem

Fraktion

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Ressort

Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit

Datum

30.06.2010

Aktualisiert

26.07.2022

Deutscher BundestagDrucksache 17/207611. 06. 2010

Umsetzung des Moorschutzkonzeptes der Bundesregierung

der Abgeordneten Undine Kurth (Quedlinburg), Nicole Maisch, Cornelia Behm, Hans-Josef Fell, Ulrike Höfken, Bärbel Höhn, Sylvia Kotting-Uhl, Oliver Krischer, Friedrich Ostendorff, Dr. Hermann Ott, Dorothea Steiner, Markus Tressel und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Vorbemerkung

In der nationalen Biodiversitätsstrategie der Bundesregierung von 2007 wird unter anderem das Ziel formuliert: „Die Regeneration gering geschädigter Hochmoore ist bis 2010 eingeleitet mit dem Ziel, intakte hydrologische Verhältnisse und eine moortypische, oligotrophe Nährstoffsituation zu erreichen. In regenerierbaren Niedermooren ist der Torfschwund signifikant reduziert. Moore wirken wieder als Nährstoff- und CO2-Senke.“

Wir fragen die Bundesregierung:

Fragen16

1

Geht die Bundesregierung davon aus, dass das formulierte Ziel, die Regeneration gering geschädigter Hochmoore bis 2010 einzuleiten, erreicht wird? Wenn ja, worauf stützt sie diese Einschätzung? Wenn nein, warum nicht?

2

a) Wie viel Quadratkilometer umfasst derzeit die Fläche „gering geschädigter“ Hochmoore in Deutschland (aufgeschlüsselt nach Ländern)?

2

b) Um wie viel Prozent beziehungsweise Quadratkilometer sinkt diese Fläche seit 2000 jährlich?

2

c) Welche konkreten Maßnahmen wurden bislang mit welchem Erfolg ergriffen, um die Zerstörung gering geschädigter Hochmoore zu stoppen beziehungsweise diese zu regenerieren?

2

d) Hält die Bundesregierung diese Maßnahmen für ausreichend? Wenn nein, welche sollten zusätzlich ergriffen werden?

3

a) Wie hat sich der Anteil extensiv genutzter Niedermoorflächen (in Quadratkilometern und Prozent) seit 2000 entwickelt? Mit welchem Anteil rechnet die Bundesregierung bis 2020?

3

b) Welche ökonomischen Anreize zur Nutzungsextensivierung von Niedermooren wurden bislang geschaffen? Plant die Bundesregierung die Einführung weiterer ökonomischer Anreize?

4

a) Wie hoch ist seit dem Jahr 2000 der jährliche Torfabbau in Deutschland (in Kubikmetern)?

4

b) Wie bewertet die Bundesregierung diese Entwicklung?

4

c) Welche Maßnahmen wurden bislang mit welchem Erfolg ergriffen, um den Torfabbau in Deutschland bis 2015 signifikant zu reduzieren?

4

d) Hält die Bundesregierung diese Maßnahmen für ausreichend? Wenn ja, welche tatsächliche Reduktion erwartet sie in den kommenden 10 Jahren? Wenn nein, welche Maßnahmen sollten zusätzlich ergriffen werden?

5

a) Welche Maßnahmen wurden bisher mit welchem Erfolg ergriffen, um ökonomische Anreize für die Nutzung von Torfersatzstoffen im Gartenbau zu schaffen?

5

b) Hält die Bundesregierung diese Maßnahmen für ausreichend? Wenn nein, welche Maßnahmen sollten zusätzlich ergriffen werden?

6

Welchen Stand hat nach Kenntnis der Bundesregierung die Einbindung der Moore in ein länderübergreifendes Biotopverbundsystem?

7

a) Wie weit ist die angestrebte Erarbeitung von Moorentwicklungskonzepten in allen Ländern fortgeschritten? Welche Länder haben bereits ein Moorentwicklungskonzept?

7

b) Können die bereits vorliegenden Konzepte aus Sicht der Bundesregierung einen signifikanten Beitrag zur Erreichung der für Moore in der nationalen Biodiversitätsstrategie formulierten Ziele leisten?

Berlin, den 11. Juni 2010

Renate Künast, Jürgen Trittin und Fraktion

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