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Kleine AnfrageWahlperiode 20Beantwortet
Zukunft der Bundesjugendspiele als individuelles, gesellschaftliches und leistungsorientiertes Sportereignis
(insgesamt 25 Einzelfragen mit zahlreichen Unterfragen)
Fraktion
AfD
Ressort
Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
Datum
27.09.2023
Aktualisiert
21.12.2023
BT20/828608.09.2023
Zukunft der Bundesjugendspiele als individuelles, gesellschaftliches und leistungsorientiertes Sportereignis
Kleine Anfrage
Volltext (unformatiert)
Kleine Anfrage
der Abgeordneten Jörn König, Klaus Stöber, Andreas Bleck, Edgar Naujok
und der Fraktion der AfD
Zukunft der Bundesjugendspiele als individuelles, gesellschaftliches und
leistungsorientiertes Sportereignis
Bundesjugendspiele finden seit dem Jahr 1951 statt. Seit dem Jahr 1979 ist die
jährliche Durchführung der Bundesjugendspiele entsprechend einem Beschluss
der Konferenz der Kultusminister der Länder (KMK) durch jede
allgemeinbildende Schule und die Teilnahme daran für Schüler bis zur Jahrgangsstufe 10
verbindlich (https://www.kmk.org/fileadmin/veroeffentlichungen_beschlesse/1
979/1979_10_26-Bundesjugendspiele.pdf).
Die Bundesjugendspiele sind ein Individualwettbewerb (https://www.schulmini
sterium.nrw/bundesjugendspiele). Die systematische Vorbereitung auf die
Bundesjugendspiele soll integraler Bestand des Unterrichts sein, sodass Kinder an
die drei Grundsportarten Leichtathletik, Geräteturnen und Schwimmen
herangeführt werden.
Seit dem Schuljahr 2001/2002 gibt es die Möglichkeit, neben dem bisherigen
traditionellen Wettkampf (sportartspezifischer Mehrkampf) zusätzlich zwischen
einem Wettbewerb (Vielseitigkeitswettbewerb der jeweiligen Grundsportarten)
und einem Mehrkampf (sportartübergreifender Mehrkampf der drei
Grundsportarten) als Ausrichtungsform zu wählen (https://www.schulministerium.nr
w/bundesjugendspiele).
Die traditionelle Form des Wettkampfs wird aktuell in den Grundsportarten
Leichtathletik und Schwimmen erst ab der dritten Jahrgangsstufe durchgeführt
(ebd.), in den Jahrgangsstufen 1 und 2 folglich nur der Wettbewerb. Alle
Schüler, die für ihre Leistungen weder eine Sieger- noch eine Ehrenurkunde
erhalten, bekommen ferner seit dem Jahr 1991 eine Teilnahmeurkunde.
Die Anforderungen der Spiele sind am durchschnittlichen Leistungsvermögen
der Schüler orientiert, sodass jedem Teilnehmer Gelegenheit geboten wird,
seine im Sportunterricht erlernten Fertigkeiten zu erproben
(Bundestagsdrucksache 19/9150, S. 112).
In der ehemaligen DDR hieß die entsprechende Veranstaltung bis 1990 Kinder-
und Jugendspartakiade. Die Spartakiaden sollten Kinder und Jugendliche zu
regelmäßiger sportlicher Betätigung anhalten, dienten aber auch der
frühzeitigen Erkennung potenzieller Leistungssportler (https://www.tlv-sport.de/verban
d/geschichte/spartakiadebewegung/).
Der Aufruf zur Teilnahme an den Bundesjugendspielen 2022/2023 erfolgte
gemeinschaftlich vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und
Jugend (BMFSFJ), der Kultusministerkonferenz und dem Deutschen
Olympischen Sportbund (DOSB). Alle Kinder und Jugendlichen sollen dabei wieder
Deutscher Bundestag Drucksache 20/8286
20. Wahlperiode 08.09.2023
ihr sportliches Talent unter Beweis stellen können (https://www.kmk.org/press
e/pressearchiv/mitteilung/aufruf-fuer-die-bundesjugendspiele-20222023.html).
Bereits seit einigen Jahren gibt es Diskussionen über den Wettkampfcharakter
der Spiele (https://www.spiegel.de/gesundheit/ernaehrung/bundesjugendspiele-
bloss-nicht-abschaffen-a-1040917.html), ausgelöst unter anderem durch die
Petition einer besorgten, alleinerziehenden Mutter (https://www.welt.de/sport/a
rticle143015770/Gehoeren-die-Bundesjugendspiele-abgeschafft.html), deren
Kind lediglich eine Teilnahmeurkunde erhalten hatte. So seien die Spiele
aufgrund des sozialen Drucks und der Teilnahmepflicht „nicht mehr zeitgemäß“
und würden „demotivierend und demütigend“ auf die teilnehmenden Kinder
wirken (ebd.).
Laut Bildungsministerium in Rheinland-Pfalz „nehmen die allermeisten
Schüler mit großer Begeisterung an den Bundesjugendspielen teil. Kritik gebe es
überwiegend von einer kleinen Gruppe im Fach Sport nicht so leistungsstarker
Schülerinnen und Schüler“ (https://www.swr.de/swraktuell/rheinland-pfalz/bun
desjugendspiele-in-rlp-pro-contra-100.html). Dennoch fordert der
Landesschülervertreter von Rheinland-Pfalz Pascal G. die vollständige Abschaffung der
Bundesjugendspiele, weil „Statt den Spaß am Sport und die Motivation zur
körperlichen Betätigung zu fördern, die Bundesjugendspiele die Schüler*innen
einem starken und absolut unfairen Wettbewerbsdruck aussetzen“ (ebd.).
Selbst mögliche negative Effekte auf einige Wenige dürfen nach Auffassung
der Fragesteller jedoch nicht zur Abschaffung von etwas führen, was für die
überwiegende Mehrheit deutlich positive Effekte hat und von der Mehrheit
befürwortet wird.
Die Bundesjugendspiele haben nach Auffassung der Fragesteller und vieler
Sportwissenschaftler und Sportpsychologen eine Reihe positiver Einflüsse auf
Schüler, so z. B. positive gesundheitliche Effekte, die Stärkung auch kognitiver
Fähigkeiten, die Förderung des Leistungsgedankens und eine mögliche
Heranführung an den Spitzensport oder die Möglichkeit der Selbstbestätigung ohne
Einfluss des sozialen oder finanziellen Hintergrunds des Elternhauses. Auch
der Umgang mit Misserfolgen kann ein wichtiger Lerninhalt für die
charakterliche Entwicklung von Kindern sein. Als bundesweites Sportereignis haben die
Bundesjugendspiele nach Auffassung der Fragesteller auch eine
identitätsstiftende gesellschaftliche Funktion.
Das Erlernen der Grundsportart Schwimmen hat noch eine deutlich
gravierendere Bedeutung angesichts einer wieder gestiegenen Anzahl an Badeunfällen
mit tödlichem Ausgang im Jahr 2022 in Höhe von 355 nach 299 im Jahr 2021
(https://de.statista.com/statistik/daten/studie/657283/umfrage/todesfaelle-durc
h-ertrinken-in-deutschland/). 50 Opfer im Jahr 2022 waren Kinder und
Jugendliche (https://www.deutschlandfunk.de/schwimmen-wie-man-badeunfaelle-ver
meidet-100.html). Einer Studie der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft
(DLRG) zufolge hat sich auf Basis von Elternangaben der Anteil der
Nichtschwimmer unter Grundschulkindern seit dem Jahr 2017 auf 20 Prozent der
Sechs- bis Zehnjährigen verdoppelt (https://www.zdf.de/nachrichten/panorama/
schwimmen-nichtschwimmen-kinder-dlrg-studie-100.html). Weitere 23 Prozent
der Kinder sind unsichere Schwimmer, der Anteil der sicheren Schwimmer ist
dagegen konstant bei 57 Prozent geblieben. Die DLRG selbst schätzt den
Anteil unsicher schwimmender Kinder hingegen auf fast 60 Prozent, basierend
auch auf einem zurückgegangenen Anteil an Kindern mit Seepferdchen von
69 auf 54 Prozent. Das Nichtschwimmerproblem träfe ferner vor allem Kinder
aus ärmeren, bildungsferneren und migrantischen Familien (ebd.).
Nach Auffassung der Fragesteller stehen die Kritik an den
Bundesjugendspielen und entsprechende Vorwürfe der Demütigung und Demotivation von
erfolglosen Teilnehmern auch im Zusammenhang mit dem zunehmenden
Übergewicht Jugendlicher. So wuchs die Zahl der Jugendlichen mit krankhaftem
Übergewicht laut Angaben der KKH Hannover zwischen den Jahren 2011 und 2021
bei den im Teilnehmeralter befindlichen 6- bis 18-Jährigen um 33,5 Prozent
(https://rp-online.de/panorama/deutschland/uebergewicht-bei-kindern-zahl-der-
faelle-nimmt-zu-studie_aid-79341363). Bei der Teilgruppe der 15- bis 18-
Jährigen erhöhte sich der Anteil sogar um 42,5 Prozent und bei Jungen von
15 bis 18 Jahren gar um 54,5 Prozent, wodurch Adipositas zu den häufigsten
chronischen Erkrankungen im Kindes- und Jugendalter zählt. Im Kampf gegen
diese Krankheit zähle vor allem „die persönliche Verantwortung für die eigene
Gesundheit“ (ebd.).
Der Internetseite der Bundesjugendspiele ist zu entnehmen, dass im März 2021
der Ausschuss für die Bundesjugendspiele, der von KMK, DOSB und BMFSFJ
berufen wurde (Bundestagsdrucksache 19/9150, S. 112), und die Kommission
Sport (SpoKo) der KMK entschieden haben, dass ab dem Schuljahr 2023/2024
in dem Klassenstufen 3 und 4 sowie in den Grundsportarten Leichtathletik und
Schwimmen die Spiele nur noch als Wettbewerb und nicht mehr wie bisher
wahlweise als Wettbewerb oder Wettkampf durchgeführt werden (https://www.
bundesjugendspiele.de/aktuelles/). In der Grundsportart Geräteturnen könne
jedoch in den Klassenstufen 1 bis 4 weiterhin die Wettkampf- und die
Wettbewerbsform ausgerichtet werden (ebd.). Mit dieser Entscheidung sollen
„Umsetzungsformen kindgemäßer Inhalte und Zielsetzungen der mehrperspektivisch
und prozessorientiert angelegten Bildungspläne des Sportunterrichts in den
einzelnen Bundesländern“ unterstützt werden. Begründet wird die Entscheidung
damit, dass es „vor allem um Fairness, Respekt, Teamfähigkeit und soziale
Kompetenzen“ gehe (ebd.). Welche konkreten Auswirkungen die Umstellung
von Wettkampf auf Wettbewerb auf den Charakter der Bundesjugendspiele und
für den einzelnen Schüler hat, wird nach Auffassung der Fragesteller für die
Teilnehmer und auch für die interessierte Öffentlichkeit nicht hinreichend
deutlich.
Auf den Internetseiten der Bundesjugendspiele ist dieser Ausschussbeschluss
von März 2021 nicht verlinkt (https://www.bundesjugendspiele.de/kmk-beschl
uss/).
Auf den Internetseiten der Kultusministerkonferenz (KMK) ist dieser
Ausschussbeschluss von März 2021 ebenfalls nicht verlinkt (https://www.kmk.org/
dokumentation-statistik/beschluesse-und-veroeffentlichungen/bildung-schule/s
port.html).
Weder im 14. Sportbericht der Bundesregierung an den Deutschen Bundestag
von April 2019 (Bundestagsdrucksache 19/9150) noch im 15. Sportbericht der
Bundesregierung von März 2023 (Bundestagsdrucksache 20/5900) ist von
diesem Ausschussbeschluss vom März 2021 die Rede.
Auch eine Suche nach dem Begriff „Bundesjugendspiele“ auf der Internetseite
des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend führt nicht
zu einer Verlinkung zu diesem Beschluss, sondern unter anderem zu fünf
Verlinkungen zum Thema „Mehr Frauen in Führungspositionen“ (https://www.bmf
sfj.de/bmfsfj).
Ebenso wenig wird in der offenbar auf Basis des oben erwähnten
Ausschussbeschlusses von März 2021 aktualisierten Version des „Handbuchs für die
Bundesjugendjugendspiele“ von April 2021 (https://www.bundesjugendspiele.de/w
p-content/uploads/2023/BJS_Handbuch_korrektur_05_2023.pdf) auf diesen
Ausschussbeschluss von März 2021 und seine konkreten Auswirkungen
hingewiesen. Die Austragungsform „Wettbewerb“ wird hier lediglich knapp
umschrieben als: „Kind- und entwicklungsgemäße Formen mit kreativen
Ergänzungen und Neugestaltungen sollen den Kindern und Jugendlichen präsentiert
werden – bewusst ohne Fixierung auf traditionelle Normen und Übungsformen.
Dieses Programm soll die Möglichkeit bieten, Kinder und Jugendliche an die
Bundesjugendspiele heranzuführen und sie mit dem Wettkampfgedanken
vertraut zu machen. Mit diesem Angebot sollen das Koordinationsvermögen und
die Geschicklichkeit angesprochen werden“ (https://www.bundesjugendspiel
e.de/wp-content/uploads/2023/BJS_Handbuch_korrektur_05_2023.pdf, S. 4).
Auf den Internetseiten der Deutschen Sportjugend im Deutschen Olympischen
Sportbund e. V. wird unter dem Suchbegriff „Bundesjugendspiele“ mehrfach
auf einen Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 10. September 2015 zur
„Vereinbarung über die Durchführung sportlicher Wettbewerbe für Kinder und
Jugendliche durch Schulen und Sportorganisationen“ verlinkt, nicht jedoch auf
den Ausschussbeschluss von März 2021, dagegen jedoch auf Interviews mit
dem SPD-Generalsekretär und einer Bundestagsabgeordneten der Partei
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN (https:// w w w . d s j .de/; zuletzt abgerufen am
24. Juli 2023).
Auch auf der Internetseite des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) wird
unter der Rubrik „Aus aktuellem Anlass“ weder der Ausschussbeschluss von
März 2021 verlinkt noch eine nach Auffassung der Fragesteller hinreichende
Erläuterung der konkreten Auswirkungen der Umstellung von Wettkampf auf
Wettbewerb angeboten (https://www.leichtathletik.de/jugend/schulsport/bundes
jugendspiele).
Welche nach Auffassung der Fragesteller gravierenden Auswirkungen auf den
Charakter der Bundesjugendspiele und auf die einzelnen Teilnehmer aus der
Änderung der Ausrichtungsform Wettkampf in Wettbewerb resultieren, wird
nach Auffassung der Fragesteller trotzt zahlreicher Beteiligter am zugrunde
liegenden Ausschussbeschluss von März 2021 erst durch entsprechende
Medienberichte deutlich. So soll durch die Änderung „weniger auf die Einzelleistung
geschaut werden, viel mehr soll das Teamergebnis im Vordergrund stehen“,
indem „nach der Leistung einer Jahrgangsstufe oder einer Klasse beurteilt wird“
und das Sprung- und Laufergebnis eines Schülers nicht mehr mit Maßband und
Stoppuhr gemessen wird, sondern nach Zonen eingeteilt wird und am Ende alle
Punkte eines Teams zusammengezählt“ werden (https://www.swr.de/swraktuel
l/rheinland-pfalz/bundesjugendspiele-in-rlp-pro-contra-100.html). So wird ein
darin erfahrener Grundschullehrer zitiert mit der Aussage: „Leichtathletik soll
nicht mehr nur als Einzelsportart wahrgenommen werden, sondern die
Mannschaft, der Teamgedanke soll im Vordergrund stehen“ (ebd.). Dennoch soll es
weiter für alle Teilnehmer eine Urkunde geben. Unklar bleibt nach Auffassung
der Fragesteller, ob darauf das Einzel- oder das Team-Ergebnis beurkundet
werden soll.
Ferner gilt die Umstellung von Wettkampf auf Wettbewerb nicht nur für die
Klassen 3 und 4, sondern wird auch bis zur sechsten Klasse empfohlen (https://
www.merkur.de/welt/bundesjugendspiele-kein-wettkampf-fuer-grundschueler-
mehr-zr-92382680.html). Die Beurteilung der Schüler relativ zur Leistung einer
Jahrgangsstufe oder einer Klasse bedeutet, wer zu den Besten gehört, orientiert
sich nicht mehr wie bisher an einer festgelegten Punktetabelle, sondern an den
Leistungen der anderen Schüler als Kollektiv (ebd.).
In überregionalen Medien wird diese Entscheidung vom März 2021 mit einer
zunehmenden „Leistungsallergie“ in Deutschland, einem „Morbus Mittelmaß“
sowie dem Hinweis kommentiert, dass Leistung und Freude grundsätzlich kein
Widerspruch seien (https://www.zeit.de/2023/30/bundesjugendspiele-reform-lei
stung-paedagogik).
In einem Bildungsmagazin für Lehrer heißt es mit Unterstützung der
Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) wiederum: „Höher, schneller,
weiter … Das soll jetzt vorbei sein. Endlich!“ (https://www.news4teachers.de/202
3/06/bundesjugendspiele-zum-letzten-mal-als-wettkampf-gew-endlich/). Statt
eines leistungsorientierten Wettkampfs solle nun ein bewegungsorientierter
Wettbewerb ausgetragen werden, was auch angesichts von nicht seltenen
gewalttätigen Auseinandersetzungen bei Wettkämpfen im Jugendsport von Vorteil
sei (ebd.). Weiter fordert die GEW, dass „jede und jeder Teilnehmende
entsprechend der individuellen Leistungsfähigkeit beurteilt werden“ solle (ebd.), was
nach Einschätzung der Fragesteller vermutlich nur für das Fach Sport und nicht
etwa für Fächer wie Mathematik oder Erdkunde gelten soll.
Nach Auffassung der Fragesteller vermindert die Umstellung von quantitativer
Messung der Leistung der Schüler mittels Maßbandes und Stoppuhr zu
qualitativer Messung mittels Zonen deutlich die Aussagekraft ihrer sportlichen
Beurteilung.
Im Zusammenhang mit der Kollektivierung der Leistungsbeurteilung in
Relation zu einer Jahrgangsstufen- oder Klassenleistung wird nach Auffassung der
Fragesteller deutlich nicht nur gegen den ursprünglichen Charakter der
Bundesjugendspiele als Individualwettbewerb, sondern auch gegen den Charakter von
Leichtathletik, Schwimmen und Turnen als Einzelsportarten verstoßen. So wird
nach Auffassung der Fragesteller der vielfach von Sportfunktionären
geäußerten Absicht, dass Schüler ihr sportliches Talent unter Beweis stellen können
sollen (https://www.kmk.org/presse/pressearchiv/mitteilung/aufruf-fuer-die-bu
ndesjugendspiele-20222023.html), eben nicht entsprochen. Wie genau durch
die Umstellung von Wettkampf auf Wettbewerb vor allem Fairness, Respekt
und soziale Kompetenzen (https://www.bundesjugendspiele.de/aktuelles/)
gefördert werden sollen, bleibt nach Auffassung der Fragesteller völlig im
Unklaren und diskreditiert unangemessen die bisherige Austragungsform Wettkampf.
Darüber hinaus lässt die Art und Weise der Entscheidung und Kommunikation
zu dieser Änderung der Ausrichtungsform der Bundesjugendspiele nach
Auffassung der Fragesteller erhebliche Zweifel an ihrer Legitimität und der Rolle
der Bundesregierung daran aufkommen.
Wir fragen daher die Bundesregierung:
1. Sieht die Bundesregierung angesichts der nach Auffassung der Fragesteller
(vgl. Vorbemerkung der Fragesteller) intransparenten
Entscheidungsfindung, ungenügenden Kommunikation, zweifelhaften Motivation und
Widersprüchlichkeit zu dem Charakter der Bundesjugendspiele als
Individualwettbewerb, die geplante Umstellung der Austragungsform als sinnvoll
und hinreichend legitimiert an, und wie begründet die Bundesregierung
ihre Einschätzung?
a) Ist es vorgesehen, die Wirkungen der geplanten Umstellung der
Austragungsform auf die Schüler zu evaluieren, wenn ja, wann, und in
welcher Form, wenn nein, warum nicht?
b) Sieht die Bundesregierung die geplante Umstellung der
Austragungsform als leistungskollektivierenden Wettbewerb im Einklang mit dem
Charakter der Bundesjugendspiele als Individualwettbewerb, und wie
begründet die Bundesregierung ihre Auffassung?
c) Sieht die Bundesregierung, auch angesichts des erheblichen
Medieninteresses an der geplanten Umstellung der Austragungsform, die
Bundesjugendspiele in einer gesellschaftlichen Funktion, und wie
begründet die Bundesregierung ihre Auffassung?
d) Sieht die Bundesregierung die Beschlussfassung zur geplanten
Umstellung der Austragungsform vom März 2021 als hinreichend fundiert und
transparent an, und wie begründet die Bundesregierung ihre
Auffassung?
e) Sieht die Bundesregierung die Beschlussfassung zur geplanten
Umstellung der Austragungsform vom März 2021 als vorab öffentlich
hinreichend debattiert an, und wie begründet die Bundesregierung ihre
Auffassung?
f) Sieht die Bundesregierung den Beschluss zur geplanten Umstellung der
Austragungsform vom März 2021 als hinreichend in die interessierte
Öffentlichkeit kommuniziert an, und wie begründet die
Bundesregierung ihre Auffassung?
2. Wie viele Schüler nahmen nach Kenntnis der Bundesregierung an den
Bundesjugendspielen seit dem Jahr 1991 teil, und wie viele Schüler
erhielten nach Kenntnis der Bundesregierung jeweils eine Sieger-, Ehren- und
Teilnahmeurkunde (bitte nach Jahren auflisten)?
3. Wie viele Schüler nahmen nach Kenntnis der Bundesregierung an den
Bundesjugendspielen seit dem Jahr 2013 teil, und wie viele Schüler
erhielten nach Kenntnis der Bundesregierung jeweils eine Sieger-, Ehren- und
Teilnahmeurkunde (bitte nach Jahren und Bundesland auflisten)?
4. Wie viele in Kadern des deutschen Spitzensports seit dem Jahr 2013 mit
Bundesmitteln unterstützte Athleten haben in ihrer Schulzeit nach
Kenntnis der Bundesregierung Teilnahmeurkunden der Bundesjugendspiele
erhalten (bitte nach Jahren und Kadern auflisten)?
5. Wie hoch waren nach Kenntnis der Bundesregierung die bundesweiten
Gesamtkosten für die Durchführung der Bundesjugendspiele seit dem Jahr
2013 (bitte nach Jahren auflisten)?
a) Wie hoch war jeweils der Bundesanteil an der Finanzierung (bitte nach
Jahren auflisten)?
b) Haben nach Kenntnis der Bundesregierung auch bundesweite
Sponsoren die Finanzierung der Spiele seit dem Jahr 2013 unterstützt, wenn ja,
welche, und mit welchem finanziellen oder anderweitigen Aufwand
(bitte nach Jahren auflisten)?
c) Welche fünf Kostenarten hatten nach Kenntnis der Bundesregierung
den größten Anteil an den Gesamtkosten, und wie hoch waren die
jeweiligen Kosten (bitte nach Jahren und Kostenarten auflisten)?
d) Welche Kosten haben nach Kenntnis der Bundesregierung die Länder
an der Finanzierung der Spiele seit dem Jahr 2013 getragen (bitte nach
Jahren und Bundesland auflisten)?
6. Hat die Bundesregierung als einer der drei Träger der Bundesjugendspiele
(https://www.bundesjugendspiele.de/gebardensprache/volltext/#:~:text=Tr
%C3%A4ger%20der%20Bundesjugendspiele%20sind%20das,Sportbund
%2Fdie%20Deutsche%20Sportjugend%E2%80%9C) die Möglichkeit der
Einsichtnahme in die von den Schulen an die Landesaufsichtsbehörden
gerichteten Berichtsbögen zu statistischen Zahlen im Zusammenhang mit der
Durchführung der Bundesjugendspiele?
a) Wenn ja, nimmt die Bundesregierung diese Möglichkeit wahr, und mit
welchem Ergebnis (bitte die statistischen Zahlen seit dem Jahr 2013
nach Jahren getrennt auflisten)?
b) Wenn nein, warum nicht?
c) Sieht die Bundesregierung die Einführung einer Berichtspflicht der
Schulaufsichtsbehörden der Länder an den Bund zu den Berichtsbögen
der Schulen als sinnvoll an, und wie begründet die Bundesregierung
ihre Einschätzung?
7. Auf welcher Grundlage trifft die Bundesregierung die im 15. Sportbericht
der Bundesregierung gemachte Aussage (Bundestagsdrucksache 20/5900,
S. 145), dass „alle mit den Bundesjugendspielen relevanten Themen
effektiv bearbeitet und gelöst werden“ konnten, wenn sie nach eigener Aussage
auf Bundestagsdrucksacke 19/12516 (S. 2) „nicht über Daten oder
statistische Zahlen im Zusammenhang mit der Durchführung der
Bundesjugendspiele“ verfügt?
8. Welche Rolle spielt das BMFSFJ im Ausschuss für die
Bundesjugendspiele?
a) Ist es in Beschlussfassungen des Ausschusses mit gleichberechtigtem
Stimmrecht eingebunden, wenn nein, warum nicht?
b) Ist es Teilnehmer oder Gast der Ausschusssitzungen, und hat es an
allen Sitzungen teilgenommen, wenn nein, an welchen nicht, und warum
nicht?
c) Hat es uneingeschränkten Einblick in Ausschussunterlagen, wenn nein,
warum nicht?
d) Ist der Ausschuss das oberste Entscheidungsgremium für die Planung,
Durchführung und Nachbereitung der Spiele, wenn nein, welches ist
es?
e) Zu welchen Themen fasst der Ausschuss Beschlüsse, und wie oft tagt
der Ausschuss?
f) Erfolgt die Beschlussfassung einstimmig oder mehrheitlich?
9. Hat das BMFSFJ an der Ausschusssitzung im März 2021 teilgenommen,
auf der nach Angaben der Internetseite Bundesjugendspiele.de (vgl.
Vorbemerkung der Fragesteller) beschlossen wurde, dass ab dem Schuljahr
2023/2024 in den Klassenstufen 3 und 4 sowie in den Grundsportarten
Leichtathletik und Schwimmen die Spiele nur noch als Wettbewerb
durchgeführt werden?
a) Wenn ja, hat das BMFSFJ diesem Beschluss zugestimmt, und wie
begründet die Bundesregierung das Abstimmungsverhalten?
b) Wenn das BMFSFJ an der Ausschusssitzung im März 2021
teilgenommen hat, wurden zu diesem Aspekt externe Experten angehört, wenn
ja, welche, und mit welchem resultierenden Meinungsbild, wenn nein,
warum nicht?
c) Wurde dieser Aspekt vorab mit interessierten und betroffenen Kreisen
diskutiert, so z. B. mit Eltern- und Schülervertretungen,
Gesundheitsexperten, Pädagogikexperten etc., wenn ja, mit wem, in welcher Form,
und mit welchem resultierenden Meinungsbild, wenn nein, warum
nicht?
d) Wurde dieser Beschluss im Nachgang an interessierte und betroffene
Kreise kommuniziert, so z. B. an Eltern- und Schülervertretungen,
Gesundheitsexperten, Pädagogikexperten etc., wenn ja, wann, durch wen,
in welcher Form, wenn nein, warum nicht?
e) Aus nach Kenntnis der Bundesregierung welchen Gründen wurde
dieser Beschluss nicht in den Unterrichtungen der Bundesregierung an den
Deutschen Bundestag in Form der Sportberichte der Bundesregierung
erwähnt (vgl. Vorbemerkung der Fragesteller)?
10. Liegen der Bundesregierung empirische bundesweite Ergebnisse über
mögliche Auswirkungen der Bundesjugendspiele auf Teilnehmer in Form
von Demotivation oder Demütigung oder anderen Auswirkungen vor,
wenn ja, welche?
a) Wenn nein, hat die Bundesregierung vor dem Ausschussbeschluss von
März 2021 erwogen, entsprechende Studien zu beauftragen, wenn nein,
warum nicht?
b) Lagen der Bundesregierung im März 2021 vergleichbare empirische
Befunde aus anderen europäischen Ländern vor, wenn ja, welche, und
welche Schlüsse hat die Bundesregierung in Bezug auf den
Ausschussbeschluss von März 2021 daraus gezogen?
11. Hat die Bundesregierung bei dem Aufruf zur Teilnahme an den
Bundesjugendspielen 2022/2023 (siehe Vorbemerkung der Fragesteller) den Aspekt
der gesundheitlichen Förderung durch sportliche Betätigung bedacht, und
wenn ja, wie bewertet die Bundesregierung diesen Aspekt, wenn nein,
warum nicht?
a) Liegen der Bundesregierung aktuellere Daten im Vergleich zur letzten
„Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland“
(KiGGS) des Robert Koch-Instituts der Jahre 2014 bis 2017 (KiGGS
Welle 2; https://www.kiggs-studie.de/deutsch/studie/kiggs-im-ueberbli
ck.html) vor, wenn ja, welche Daten sind dies, wenn nein, warum
nicht?
b) Kann die Bundesregierung einen Zusammenhang zwischen
möglicherweise aktuelleren Daten und der Durchführung von
Bundesjugendspielen herstellen, wenn ja, welchen?
c) Ist derzeit eine weitere KiGGS-Studie in der Vorbereitung, wenn ja,
wie weit sind die Planungen vorangeschritten, wenn nein, warum
nicht?
12. Hat die Bundesregierung bei dem Aufruf zur Teilnahme an den
Bundesjugendspielen 2022/2023 (siehe Vorbemerkung der Fragesteller) den Aspekt
der Förderung auch kognitiver Fähigkeiten durch sportliche Betätigung
bedacht, und wenn ja, wie bewertet die Bundesregierung diesen Aspekt,
wenn nein, warum nicht?
13. Hat die Bundesregierung bei dem Aufruf zur Teilnahme an den
Bundesjugendspielen 2022/2023 (siehe Vorbemerkung der Fragesteller) den Aspekt
der Förderung des Leistungsgedankens bedacht, und wenn ja, wie bewertet
die Bundesregierung diesen Aspekt, wenn nein, warum nicht?
14. Hat die Bundesregierung bei dem Aufruf zur Teilnahme an den
Bundesjugendspielen 2022/2023 (siehe Vorbemerkung der Fragesteller) den Aspekt
einer möglichen Heranführung an den Spitzensport bedacht, und wenn ja,
wie bewertet die Bundesregierung diesen Aspekt, wenn nein, warum
nicht?
15. Hat die Bundesregierung bei dem Aufruf zur Teilnahme an den
Bundesjugendspielen 2022/2023 (siehe Vorbemerkung der Fragesteller) den Aspekt
einer möglichen Stärkung des Selbstvertrauens durch sportlichen Erfolg
ohne Einfluss des sozialen oder finanziellen Hintergrunds des Elternhauses
bedacht, und wenn ja, wie bewertet die Bundesregierung diesen Aspekt,
wenn nein, warum nicht?
16. Hat die Bundesregierung bei dem Aufruf zur Teilnahme an den
Bundesjugendspielen 2022/2023 (siehe Vorbemerkung der Fragesteller) den Aspekt
eines möglichen Lerneffektes im Umgang mit Misserfolgen bedacht, und
wenn ja, wie bewertet die Bundesregierung diesen Aspekt, wenn nein,
warum nicht?
17. Hat die Bundesregierung bei dem Aufruf zur Teilnahme an den
Bundesjugendspielen 2022/2023 (siehe Vorbemerkung der Fragesteller) den Aspekt
des sozialen Drucks bedacht (vgl. Vorbemerkung der Fragesteller), und
wenn ja, wie bewertet die Bundesregierung diesen Aspekt, wenn nein,
warum nicht?
a) Wenn ja, bewertet die Bundesregierung sozialen Druck als positiv oder
negativ für die charakterliche Entwicklung von Schülern, und wie
begründet die Bundesregierung ihre Einschätzung?
b) Wenn ja, betrachtet die Bundesregierung sozialen Druck als zeitgemäß
oder nicht zeitgemäß, und wie begründet die Bundesregierung ihre
Einschätzung?
c) Was versteht die Bundesregierung unter dem Begriff „zeitgemäß“, und
wie lässt sich die Eigenschaft „zeitgemäß“ nach Auffassung der
Bundesregierung messen?
d) Betrachtet die Bundesregierung die Eigenschaft „zeitgemäß“ als
Maßstab und Ziel einer gestalterischen Gesellschaftspolitik, und wie
begründet die Bundesregierung ihre Einschätzung?
e) Sieht die Bundesregierung einen Zusammenhang zwischen sozialem
Druck und Übergewicht bei Jugendlichen, wenn ja, welchen?
f) Sieht die Bundesregierung einen Zusammenhang zwischen sozialem
Druck und abnehmenden Schwimmfähigkeiten bei Jugendlichen, wenn
ja, welchen?
g) Ist die beabsichtigte Kollektivierung der sportlichen
Leistungsbeurteilung bei den Bundesjugendspielen nach Auffassung der
Bundesregierung dazu angetan, die persönliche Verantwortung für die eigene
Gesundheit bei den Schülern zu fördern (vgl. Vorbemerkung der
Fragesteller), und wie begründet die Bundesregierung ihre Auffassung?
18. Hat die Bundesregierung bei dem Aufruf zur Teilnahme an den
Bundesjugendspielen 2022/2023 (siehe Vorbemerkung der Fragesteller) die Aspekte
von möglicher Demotivation und Demütigung bedacht, und wenn ja, wie
bewertet die Bundesregierung diese Aspekte, wenn nein, warum nicht?
19. Wie genau soll nach Auffassung der Bundesregierung durch die in der
Vorbemerkung der Fragesteller erwähnte Umstellung von Wettkampf auf
Wettbewerb „vor allem Fairness, Respekt, Teamfähigkeit und soziale
Kompetenzen (https://www.bundesjugendspiele.de/aktuelles/) gefördert
werden?
a) Sieht die Bundesregierung die Durchführung von Wettkämpfen als von
Unfairness und Respektlosigkeit geprägte Austragungsform der
Bundesjugendspiele an, und wie begründet die Bundesregierung ihre
Auffassung?
b) Handelt es sich bei den Sportarten Schwimmen, Turnen und
Leichtathletik nach Auffassung der Bundesregierung um Einzel- oder um
Mannschaftssportarten, und wie begründet die Bundesregierung ihre
Auffassung?
20. Gibt es seitens der Bundesregierung Maßnahmen im Hinblick auf Schulen,
die gegen die Pflicht zur Durchführung der Bundesjugendspiele verstoßen,
wenn ja, welche sind dies, wenn nein, warum nicht, und welche
Maßnahmen wurden gegen wie viele Schulen seit dem Jahr 2013 durchgeführt
(bitte nach Jahren auflisten)?
a) Liegen der Bundesregierung statistische Daten über Bundesländer vor,
in denen Schulen auffällig häufig gegen die Pflicht zur Durchführung
der Bundesjugendspiele verstoßen (wenn ja, bitte die Daten seit dem
Jahr 2013 nach Jahren auflisten, wenn nein, warum nicht)?
b) Sind der Bundesregierung ältere Stichproben bekannt, nach denen nur
80 Prozent der Schulen in Westfalen regelmäßig Bundesjugendspiele
durchführen (http://www.sportpaedagogik-online.de/gebkenbujuspiel
e.html), und wenn ja, welche Schlüsse zieht die Bundesregierung
daraus für ihre Sportpolitik?
c) Liegen der Bundesregierung Informationen über Gründe vor, warum
Schulen gegen die Pflicht zur Durchführung der Bundesjugendspiele
verstoßen (wenn ja, bitte die Informationen seit dem Jahr 2013 nach
Häufigkeit auflisten, wenn nein, warum nicht)?
21. Gibt es Maßnahmen im Hinblick auf Schüler, die gegen die Pflicht zur
Teilnahme an den Bundesjugendspielen verstoßen, wenn ja, welche sind
dies, wenn nein, warum nicht?
a) Liegen der Bundesregierung Informationen über Gründe vor, warum
Schüler gegen die Pflicht zur Teilnahme an Bundesjugendspielen
verstoßen (wenn ja, bitte die Informationen seit dem Jahr 2013 nach
Häufigkeit auflisten, wenn nein, warum nicht)?
b) Liegen der Bundesregierung soziodemografische Daten über die
Schüler vor, die gegen die Pflicht zur Teilnahme an den
Bundesjugendspielen verstoßen (wenn ja, bitte die Daten seit dem Jahr 2013 nach Jahren
auflisten, wenn nein, warum nicht)?
c) Sind der Bundesregierung Studien bekannt, nach denen das Interesse
an Bundesjugendspielen mit zunehmendem Alter der Schüler und vor
allem bei Schülern der Mittelschule gering ist (http://www.sportpaedag
ogik-online.de/gebkenbujuspiele.html), und wenn ja, welche Schlüsse
zieht die Bundesregierung daraus für ihre Sportpolitik?
22. Verfügt die Bundesregierung über statistische Daten über gewalttätige
Auseinandersetzungen bei Wettkämpfen im Jugendsport seit dem Jahr
2013, und wenn ja, welche sind dies?
a) Gab es im Rahmen der Bundesjugendspiele seit dem Jahr 2013 nach
Kenntnis der Bundesregierung bereits gewalttätige
Auseinandersetzungen, wenn ja, wie viele, aus welchem Anlass, durch wen, und mit
welchen Folgen (bitte nach Jahren und möglichem Migrationshintergrund
auflisten)?
b) Teilt die Bundesregierung die Ansicht der Gewerkschaft Erziehung und
Wissenschaft (vgl. Vorbemerkung der Fragesteller), dass es einen
Zusammenhang zwischen der Ausrichtungsform „Wettkampf“ bei
Bundesjugendspielen und gewalttätigen Auseinandersetzungen im
Jugendsport gibt, und wie begründet die Bundesregierung ihre Einschätzung?
c) Sieht die Bundesregierung die in ihrem 15. Sportbericht
(Bundestagsdrucksache 20/5900, S. 142) dokumentierte Widmung der
„außerschulischen Kinder- und Jugendarbeit im Sport in den vergangenen Jahren
besonders den Themen der sozialen Integration, Inklusion, Toleranz
und der Bekämpfung aller Formen von Extremismus und Gewalt“ als
erfolgreich umgesetzt an, und wie begründet die Bundesregierung ihre
Einschätzung?
23. Gibt es Überlegungen innerhalb der Bundesregierung, verpflichtende,
bundesweite Mathematik- oder Leseolympiaden an den Schulen einzuführen,
um dem nach Ansicht der Fragesteller kontinuierlichen, seit mindestens
zwei Jahrzehnten andauernden Verfall des Bildungsniveaus von Schülern
in Deutschland in allen drei PISA-Kompetenzfeldern (PISA = Programme
for International Student Assessment) entgegenzuwirken (https://www.mer
kur.de/politik/pisa-studie-2019-rangliste-deutschland-schueler-ergebnisse-
zr-13266783.html), wenn ja, welche konkreten Planungen liegen bereits
vor, wenn nein, warum nicht?
24. Wie positioniert sich die Bundesregierung zur Einführung von e-Sport als
weiterer Sportart bei Bundesjugendspielen (https://skilltrees.de/e-sport-in-
der-schule-ein-appell/), und hat sie Kenntnis von aktuellen Planungen der
Länder dazu?
25. Wurde vor dem Ausschussbeschluss vom März 2021 eine bundesweite
Umfrage unter Schülern zu ihrer Meinung zu den Bundesjugendspielen
durchgeführt, wenn ja, mit welchem Ergebnis, wenn nein, warum nicht?
Berlin, den 30. August 2023
Dr. Alice Weidel, Tino Chrupalla und Fraktion
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.bundesanzeiger-verlag.de
ISSN 0722-8333
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