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Kleine AnfrageWahlperiode 20Beantwortet

Psychische Belastungen in der Arbeitswelt

(insgesamt 9 Einzelfragen)

Fraktion

Die Linke

Ressort

Bundesministerium für Arbeit und Soziales

Datum

16.12.2024

Aktualisiert

03.01.2025

Deutscher BundestagDrucksache 20/1381515.11.2024

Psychische Belastungen in der Arbeitswelt

der Abgeordneten Susanne Ferschl, Gökay Akbulut, Matthias W. Birkwald, Jörg Cezanne, Ates Gürpinar, Sören Pellmann, Heidi Reichinnek, Dr. Petra Sitte, Kathrin Vogler und der Gruppe Die Linke

Vorbemerkung

Psychische Belastung bei der Arbeit hat viele Ursachen – steigende Arbeitsintensität, mangelnde soziale Unterstützung, überlange und ungünstige Verteilung der Arbeitszeit oder Umgebungsfaktoren wie Lärm, Beleuchtung oder Hitze.

Als externe Faktoren belasten nach den Corona-Beschränkungen nun Krieg, Energiekrise und Inflation die abhängig Beschäftigten zusätzlich. Seit Jahren liegen psychische Erkrankungen unter den Top-3-Gründen für eine Krankschreibung gesetzlich Versicherter (www.aerzteblatt.de/nachrichten/149767/Hoechststand-bei-Arbeitsausfaellen-wegen-psychischer-Erkrankungen).

Die Gemeinsame Deutsche Arbeitsschutzstrategie (GDA) stellt fest, dass sich „angesichts der sich in der Arbeitswelt vollziehenden digitalen Transformation auch Veränderungen der psychischen Belastung bei der Arbeit“ ergeben (www.gda-portal.de/DE/GDA/3-GDA-Periode/AP-Psyche/AP-Psyche_node.html) und hat psychische Belastungen zu einem der Arbeitsschwerpunkte der dritten GDA-Periode (2021 bis 2024) erklärt.

Mit dieser Kleinen Anfrage sollen der aktuelle Stand und das Ausmaß psychischer Belastungen in der Arbeitswelt erfragt werden.

Wir fragen die Bundesregierung:

Fragen9

1

Wie viele Arbeitsunfähigkeitstage (AU-Tage) in Millionen aufgrund von psychischen und Verhaltensstörungen gab es nach Kenntnis der Bundesregierung im Jahr 2023, und wie stellt sich dieser Wert im Vergleich zu den Jahren 2003 und 2013 dar (bitte für die einzelnen Jahre sowohl in absoluten Zahlen als auch als Anteil an allen Diagnosegruppen darstellen, bitte nach Geschlecht, Branche und Alter differenzieren)?

2

Wie viele durchschnittliche AU-Tage je 100 Versicherte bzw. je 100 GKV-Mitgliedsjahre (GKV = gesetzliche Krankenversicherung) in der Diagnosegruppe Psychische und Verhaltensstörungen gab es nach Kenntnis der Bundesregierung im Jahr 2023, und wie stellt sich dieser Wert im Vergleich zu den Jahren 2003 und 2013 dar (bitte für die einzelnen Jahre sowohl in absoluten Zahlen als auch als Anteil an allen Diagnosegruppen darstellen, bitte nach Geschlecht, Branchen und Alter differenzieren)?

3

Welche Wirtschaftszweige und Wirtschaftsabschnitte bzw. Berufsgruppen und Tätigkeiten weisen nach Kenntnis der Bundesregierung im Jahr 2023 besonders erhöhte Durchschnittszahlen bezüglich der „Tage je 100 Versicherte“ in der Diagnosegruppe Psychische und Verhaltensstörungen auf (bitte nach Geschlecht differenzieren)?

4

Wie viele Personen sind nach Kenntnis der Bundesregierung im Jahr 2023 wegen verminderter Erwerbsfähigkeit aufgrund psychischer Erkrankungen vorzeitig in die Rente eingetreten, und wie stellt sich dieser Wert im Vergleich zu den Jahren 2003 und 2013 dar (bitte für die einzelnen Jahre sowohl in absoluten Zahlen als auch als Anteil an allen Renteneintritten darstellen, bitte nach Geschlecht und Altersgruppen differenzieren)?

5

Auf wie viele Tage beliefen sich die durchschnittlichen Ausfallzeiten bei psychischen Erkrankungen im Jahr 2023, und wie stellt sich dieser Wert im Vergleich zu den Jahren 2003 und 2013 dar sowie jeweils im Vergleich zum Durchschnitt aller Erkrankungen (bitte nach Geschlecht und Altersgruppen differenzieren)?

6

Wie hoch waren nach Kenntnis der Bundesregierung im Jahr 2023 schätzungsweise die Produktionsausfallkosten und Bruttowertschöpfungsausfälle, die durch psychische Erkrankungen verursacht wurden, und wie stellen sich diese Werte im Vergleich zu den Jahren 2003 und 2013 dar (bitte nach Jahren differenzieren)?

7

Wie häufig sind Beschäftigte nach Kenntnis der Bundesregierung folgenden Faktoren psychischer Belastung ausgesetzt

a) starker Termin- und Leistungsdruck,

b) verschiedene Arbeiten gleichzeitig machen,

c) häufige Arbeitsunterbrechungen,

d) arbeiten an der Grenze der Leistungsfähigkeit,

e) Unterforderung,

f) monotones Arbeiten

(bitte die aktuellen verfügbaren Daten angeben und nach Alter, Geschlecht, Branche sowie Basisarbeit, Facharbeit und hochqualifizierter Arbeit unterteilen)?

8

Wie häufig verfügen nach Kenntnis der Bundesregierung Beschäftigte über die folgenden genannten Ressourcen, um psychischen Belastungen am Arbeitsplatz gewachsen zu sein

a) Einfluss auf die Arbeitsmenge,

b) selbst entscheiden, wann Pausen gemacht werden,

c) eigene Arbeit selbst planen,

d) Unterstützung durch Kolleginnen und Kollegen,

e) Unterstützung durch Vorgesetzte

(bitte die aktuellen verfügbaren Daten angeben und nach Alter, Geschlecht, Branche sowie Basisarbeit, Facharbeit und hochqualifizierter Arbeit unterteilen)?

9

Welche Ergebnisse hat die Schwerpunktsetzung im Hinblick auf psychische Erkrankungen in der dritten GDA-Periode, die dieses Jahr zu Ende geht, erbracht?

Berlin, den 14. November 2024

Heidi Reichinnek, Sören Pellmann und Gruppe

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