BundestagKleine Anfragen
Zurück zur Übersicht
Kleine AnfrageWahlperiode 21Beantwortet

Entwicklung und aktuelle Situation zu Affenpocken und Hepatitis unbekannter Ätiologie bei Kindern in Deutschland

(insgesamt 14 Einzelfragen)

Fraktion

AfD

Ressort

Bundesministerium für Gesundheit

Datum

03.06.2025

Aktualisiert

23.06.2025

Deutscher BundestagDrucksache 21/18219.05.2025

Entwicklung und aktuelle Situation zu Affenpocken und Hepatitis unbekannter Ätiologie bei Kindern in Deutschland

der Abgeordneten Martin Sichert, Kay-Uwe Ziegler, Dr. Christina Baum, Carina Schießl, Alexis Giersch, Nicole Hess, Tobias Ebenberger, Claudia Weiss, Thomas Dietz, Dr. Christoph Birghan und der Fraktion der AfD

Vorbemerkung

Bezugnehmend auf die Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage auf Bundestagsdrucksache 20/3125 aus dem Jahr 2022 streben die Fragesteller eine Aktualisierung des Informationsstands und eine Einschätzung zur aktuellen Situation und zu zukünftigen Maßnahmen an.

Laut dem Bundesministerium für Gesundheit (BMG) hat Deutschland gegen Affenpocken den Pockenimpfstoff Imvanex bestellt (www.bundesgesundheitsministerium.de/themen/affenpockenvirus.html; www.rki.de/DE/Content/Kommisionen/STIKO/Empfehlungen/PM_2022-07-21.html). In Deutschland sind seit über zehn Jahren ungefähr 100 Millionen Dosen Pockenimpfstoff einer älteren Generation eingelagert, die wegen des ungünstigeren Nebenwirkungsprofils nicht gegen die Affenpocken zum Einsatz kommen sollen (www.focus.de/gesundheit/news/affenpocken-breiten-sich-aus-brauchen-wir-jetzt-wieder-eine-impfung_id_105812594.html#:~:text=Deutschland%20h%C3%A4lt%20Pocken-Impfstoffe%20auf%20Vorrat&text=Allerdings%20nehmen%20Fachleute%20an%2C%20dass%20herk%C3%B6mmliche%20Pockenimpfstoffe%20einen%20gewissen%20Schutz%20bieten.&text=Die%20Bundesregierung%20hat%20laut%20einem,100%20Millionen%20Dosen%20Pockenimpfstoff%20eingelagert).

Wir fragen die Bundesregierung:

Fragen14

1

Wie hat sich die Zahl der Affenpockenfälle und der Fälle von Hepatitis unbekannter Ätiologie bei Kindern seit der Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage auf Bundestagsdrucksache 20/3125 entwickelt?

2

Gibt es seitdem (vgl. Frage 1) neue, nach Auffassung der Bundesregierung besorgniserregende Ausbrüche oder Veränderungen in der Verbreitung der Affenpocken oder Hepatitis unbekannter Ätiologie in Deutschland (bitte ausführen)?

3

Wie haben sich die jeweiligen Fallzahlen (vgl. Fragen 1 und 2) seit 2021 entwickelt?

4

Welche regionalen Unterschiede in der Häufigkeit von Affenpocken und Hepatitis bei Kindern sind seitdem ggf. festgestellt worden?

5

Wie viele Fälle von Hepatitis unbekannter Ätiologie führten in den einzelnen Jahren zum Tod, zu bleibenden Schäden beziehungsweise sind folgenlos ausgeheilt, in wie vielen Fällen war eine Lebertransplantation erforderlich, in wie vielen Fällen scheiterte sie an einem fehlenden Spenderorgan?

6

Welche neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse gibt es ggf. hinsichtlich der Ursachen der Hepatitis unbekannter Ätiologie bei Kindern?

7

Gibt es neue Erkenntnisse über mögliche Übertragungswege bei Affenpocken und Hepatitis unbekannter Ätiologie bei Kindern?

8

Hat die Bundesregierung im Rahmen der Bekämpfung von Affenpocken ausreichend Impfstoff beschafft, oder gab es eine Überbeschaffung?

9

Wenn es zu einer Überbeschaffung von Impfstoffen gekommen ist, welche Menge an überschüssigen Dosen wurde eingekauft, und was ist mit diesen überschüssigen Dosen passiert (vgl. Frage 8)?

10

Welche finanziellen Aufwendungen sind der Bundesregierung durch die Beschaffung des Impfstoffs für Affenpocken entstanden, und welche spezifischen Kosten entstanden ggf. durch die Überbeschaffung?

11

Welche zusätzlichen Kosten sind der Bundesregierung durch die Vernichtung oder das Lagern überschüssiger Impfstoffe angefallen?

12

Welche Lehren wurden seitens der Bundesregierung ggf. aus der aktuellen Situation zur Impfstoffbeschaffung gezogen, und gibt es ggf. Maßnahmen zur Vermeidung von Überbestellungen oder einer ineffizienten Nutzung von Impfstoffen in zukünftigen Pandemien oder Krankheitsausbrüchen, und wenn ja, welche sind dies?

13

Wie plant die Bundesregierung ggf., zukünftige Impfstoffbedarfe besser zu prognostizieren, um eine Überbeschaffung zu vermeiden?

14

Hat sich die Einschätzung der Bundesregierung zur Einlagerung von Pockenimpfstoff bzw. zum Austausch eingelagerter Bestände durch den Affenpockenausbruch zwischenzeitlich geändert, wurde oder wird jetzt zum Beispiel erwogen, den eingelagerten Impfstoff ggf. auch schon vor Ablauf seiner Haltbarkeitsdauer durch Imvanex zu ersetzen (vgl. Vorbemerkung der Fragesteller)?

Berlin, den 12. Mai 2025

Dr. Alice Weidel, Tino Chrupalla und Fraktion

Ähnliche Kleine Anfragen