Zivil-militärische Zusammenarbeit im Übungscluster Quadriga 2026
der Abgeordneten Julia-Christina Stange, Nicole Gohlke, Dr. Michael Arndt, Desiree Becker, Jorrit Bosch, Anne-Mieke Bremer, Maik Brückner, Mandy Eißing, Kathrin Gebel, Christian Görke, Ates Gürpinar, Mareike Hermeier, Maren Kaminski, Cansin Köktürk, Ina Latendorf, Sonja Lemke, Stella Merendino, Sören Pellmann, Heidi Reichinnek, Lea Reisner, Zada Salihović, David Schliesing, Evelyn Schötz, Donata Vogtschmidt, Sarah Vollath und der Fraktion Die Linke
Vorbemerkung
Wie bereits in den Jahren 2023, 2024 und 2025 ist auch in diesem Jahr geplant, das Übungscluster Quadriga in den Monaten Februar und März durchzuführen. Soldatinnen und Soldaten des Heeres, der Luftwaffe, der Marine, des Cyber- und Informationsraums sowie des Unterstützungsbereichs sollen unter der Überschrift einer Landes- und Bündnisverteidigung und unter der Führung des Operativen Führungskommandos der Bundeswehr den möglichen Krieg an einer sogenannten NATO-Ostflanke „nicht mehr als reine Übung, sondern als einsatznahe Operation“ und „so nah wie möglich am Ernstfall“ einüben (www.bundeswehr.de/de/auftrag/uebungen/quadriga/quadriga-2026#section-6057970; Stand: 20. Januar 2026).
Ein zentrales Element von Quadriga 2026 bildet die Übung Medic Quadriga, die im März 2026 vom Unterstützungsbereich der Bundeswehr durchgeführt wird. Zur Überprüfung sanitätsdienstlicher Fähigkeiten werden insbesondere die rasche Verlegefähigkeit, das Funktionieren der medizinischen Rettungskette sowie die Weiterbehandlung Verwundeter in Deutschland in enger Zusammenarbeit mit zivilen Einrichtungen geprobt. Während die Luftwaffe den medizinischen Lufttransport von Verwundeten aus Litauen nach Deutschland erprobt, ist derweil nur wenig Konkretes darüber bekannt, welche zivilen Gesundheitseinrichtungen im Rahmen von Medic Quadriga beteiligt sind und welche Auswirkungen das auf die zivile Gesundheitsvorsorge haben wird.
Mit der vorliegenden Kleinen Anfrage wollen sich die Fragestellerinnen und Fragesteller ein Bild machen über das Ausmaß der konkreten zivilmilitärischen Planungen im Bereich des Gesundheitswesens und die Auswirkungen der Übung Medic Quadriga.
Wir fragen die Bundesregierung:
Fragen14
Wie viele zivile Gesundheitseinrichtungen nehmen nach Kenntnis der Bundesregierung an der Übung Medic Quadriga teil?
Welche zivilen Gesundheitseinrichtungen sind an der Operation Medic Quadriga nach Kenntnis der Bundesregierung beteiligt (bitte nach Sektoren differenzieren und Standorte der beteiligten Gesundheitseinrichtungen ausweisen)?
Nach welchen Gesichtspunkten wurden die beteiligten Gesundheitseinrichtungen ausgewählt, und bestand hier im Vorfeld ein offener Bewerbungsprozess oder wurden die Einrichtungen zentral ausgewählt?
Waren die zivilen Partner im Gesundheitswesen im Vorfeld in die Übungsplanung eingebunden, und wenn ja, wie?
Welche Anforderungen an die Leistungserbringung der zivilen Partner sind seitens des Übungsdesigns formuliert, und mit welchen Kontingenten an Personal und Material sind die zivilen Gesundheitseinrichtungen beteiligt?
Mit welchen personellen Ressourcen in den teilnehmenden Gesundheitseinrichtungen vor Ort wurde geplant (bitte für jeden beteiligten Standort einzeln ausweisen)?
Wurden die Beschäftigten in den betroffenen Einrichtungen vorab über die Teilnahme informiert, und wurden betriebliche Interessenvertretungsorgane der Beschäftigten hierzu informiert oder angehört?
Ist die Teilnahme an der Übung für Beschäftigte auf freiwilliger Basis vorgesehen, und besteht die Möglichkeit der Teilnahmeverweigerung für die betroffenen Personen (wie genau ist das betreffende Vorgehen hierzu geregelt)?
Hat die öffentliche Hand für die Übung Medic Quadriga Finanzmittel bereitgestellt, wenn ja, in welcher konkreten Höhe, und stammen diese Mittel aus dem Sondervermögen für Infrastruktur oder aus der Bereichsausnahme von der Schuldenbremse für Verteidigungs- und sicherheitspolitische Ausgaben?
Mit welchen Einschränkungen für die Zivilbevölkerung ist während der Übung in Deutschland zu rechnen (bitte nach Standorten differenzieren)?
Wie stellt die Bundesregierung sicher, dass die Übung in zivilen Gesundheitseinrichtungen nicht zu einer Gefährdung der Zivilbevölkerung führt?
Wann haben die Planungen der Übung Medic Quadriga 2026 begonnen, welche Akteure waren daran beteiligt, und wie viele Treffen auf welcher Ebene haben hierzu stattgefunden (bitte die Anzahl der Treffen und die beteiligten Interessengruppen, Bundesministerien, Verbände und Länder einzeln ausweisen)?
Sind in diesem Jahr noch weitere zivil-militärische Übungen mit dem Schwerpunkt der Gesundheitsversorgung in Planung, wenn ja, welche, wann, und wo sollen sie stattfinden?
Nehmen auch beteiligte zivile Akteure aus anderen Staaten beteiligter Armeen an Übungen im Rahmen von Medic Quadriga teil (wenn ja, welches Land, welche Standorte und wie viele Einrichtungen mit welchen personellen und materiellen Kapazitäten)?