Strompreise in der chemischen Industrie
der Abgeordneten Bärbel Höhn, Dr. Julia Verlinden, Annalena Baerbock, Matthias Gastel, Sylvia Kotting-Uhl, Oliver Krischer, Christian Kühn (Tübingen), Steffi Lemke, Peter Meiwald und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
Vorbemerkung
Kleine Anfrage
Strompreise in der chemischen Industrie
Wir fragen die Bundesregierung:
Fragen22
Wie viele Unternehmen der chemischen Industrie gibt es nach Kenntnis der Bundesregierung in Deutschland (Jahr 2012 oder 2013)?
Wie hat sich nach Kenntnis der Bundesregierung die Anzahl der Arbeitsplätze in der Chemiebranche seit dem Jahr 2007 entwickelt?
Wie viel Strom haben nach Kenntnis der Bundesregierung die chemischen Unternehmen in Deutschland (inklusive Eigenstromerzeugung) in den Jahren 2012 und 2013 verbraucht?
Wie viele Megawattstunden hat die chemische Industrie nach Kenntnis der Bundesregierung im Jahr 2013 in eigenen Kraftwerken produziert und genutzt?
Wie hat sich nach Kenntnis der Bundesregierung die Eigenstromproduktion bzw. der Eigenstromanteil der chemischen Industrie in den vergangenen zehn Jahren insgesamt entwickelt?
Welche Unternehmen der chemischen Industrie haben für das Jahr 2013 Anträge auf Strompreiskompensation gestellt, und welche Anträge sind in welchem Umfang bewilligt worden?
Auf welche Summe addieren sich diese Kompensationszahlungen insgesamt?
Von welcher Kostenspanne pro Kilowattstunde geht die Bundesregierung bei selbst erzeugtem Industriestrom aus?
Wie viele Unternehmen der chemischen Industrie mit wie vielen Zählpunkten bzw. Abnahmestellen sind im Jahr 2014 im Rahmen der Besonderen Ausgleichsregelungen teilweise von der Umlage nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) befreit?
Von wie vielen Megawattstunden wird hier teilweise befreit, und auf welche Summe beläuft sich dabei die Entlastung für die chemische Industrie?
Wie stellen sich vor dem Hintergrund der eingereichten Daten im Rahmen der Besonderen Ausgleichsregelung die Nettostrompreise der chemischen Industrie in Abhängigkeit zum Grad der Energieintensität dar (bitte wenn möglich zwei Tabellen mit jeweils einer Spalte Stromkosten/Bruttowertschöpfung bzw. jährlicher Stromverbrauch und Nettopreis)?
Wie viele Unternehmen der chemischen Industrie mit wie vielen Zählpunkten bzw. Abnahmestellen sind aktuell in Teilen von den Netzentgelten nach § 19 Absatz 2 Satz 1 und 2 der Stromnetzentgeltverordnung (StromNEV) befreit?
Wie viele Megawattstunden sind aktuell in dieser Branche befreit, und auf welche Summe addieren sich diese erlassenen Netzentgelte?
Wie viele Anträge nach § 19 StromNEV aus dem Bereich chemische Industrie mit wie vielen Abnahmestellen sind aktuell noch nicht entschieden, und auf welche Summe in Megawattstunden addieren sich diese offenen Anträge?
Wie viele Anträge nach § 19 StromNEV von Unternehmen der chemischen Industrie wurden bisher negativ beschieden?
Wie viele Unternehmen der chemischen Industrie sind (teilweise) von der Zahlung der Stromsteuer bzw. Ökosteuer befreit?
Auf welche Summe addieren sich diese Befreiungen bzw. Rückzahlungen?
Wie hoch sind nach Kenntnis der Bundesregierung die Strompreise für Betriebe der chemischen Industrie, wenn diese entweder teilweise von den Netzentgelten nach § 19 StromNEV oder der EEG-Umlage befreit sind?
Wie hoch sind die Strompreise in etwa, wenn eine Firma beide Vorteile genießt?
Wie viele Betriebe der chemischen Industrie sind aktuell sowohl von den Netzentgelten nach § 19 StromNEV befreit als auch von der EEG-Umlage?
Welchen Indikator nutzt die Bundesregierung, um den Stromverbrauch pro erzeugtem Produkt bzw. Wertschöpfung in der chemischen Industrie zu ermitteln, und wie hat sich die relative Energieeffizienz demnach seit dem Jahr 2000 entwickelt?
Zu wie vielen Betrieben der chemischen Industrie liegen dem Statistischen Bundesamt Informationen über deren gezahlten Strompreis vor?
Welcher durchschnittlich gezahlte Preis pro Kilowattstunde ergibt sich aus diesen Daten inklusive Abgaben, Umlagen und Steuern?
Für wie viel Prozent der Kilowattstunden wird dabei ein Preis unter 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11 und 12 Cent gezahlt?
Zu welchen Aussagen kommt eine Studie von Ecofys („Strompreise und ihre Komponenten“) für das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit aus der letzten Legislaturperiode zu den Industriestrompreisen in den verschiedenen Gegenden der USA?
Liegen der Bundesregierung aktuelle Informationen zum Strompreisvergleich Deutschland – USA vor, weil seit der Studienveröffentlichung von Ecofys die Großhandelspreise in Deutschland gesunken und in den USA gestiegen sind (www.pjm.com)?
Teilt die Bundesregierung die Einschätzung des Verbandes der chemischen Industrie (www.sueddeutsche.de vom 13. Oktober 2014 „Bayer-Chef Dekkers kritisiert zu hohe Strompreise“), dass (chemische) Großabnehmer in den USA deutlich geringere Strompreise zahlen müssen und deswegen eine Standortverlagerung droht?