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Kleine AnfrageWahlperiode 18Beantwortet

Bisherige Bilanz der Initiative "AusBILDUNG wird was - Spätstarter gesucht"

Initiative des BMAS und der Bundesagentur für Arbeit zur Nachqualifizierung junger Erwachsener zwischen 25 und 35 Jahren ohne beruflichen Abschluss bzw. mit nur geringer Qualifikation: Anzahl arbeitsloser junger Erwachsener ohne Ausbildung, Teilnehmer (Anzahl, aus Arbeitslosigkeit bzw. Beschäftigung kommend, Alleinerziehende, Berufsrückkehrer, Geschlecht, Migrationshintergrund), erfolgreich absolvierte Qualifizierungen, Abbrüche, Fortführung und Finanzierung, Begleitforschung<br /> (insgesamt 9 Einzelfragen)

Fraktion

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Ressort

Bundesministerium für Arbeit und Soziales

Datum

22.12.2014

Aktualisiert

26.07.2022

Deutscher BundestagDrucksache 18/346103.12.2014

Bisherige Bilanz der Initiative „AusBILDUNG wird was – Spätstarter gesucht“

der Abgeordneten Brigitte Pothmer, Markus Kurth, Beate Müller-Gemmeke, Corinna Rüffer, Dr. Wolfgang Strengmann-Kuhn, Ekin Deligöz, Dr. Tobias Lindner und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Vorbemerkung

Die Initiative „AusBILDUNG wird was – Spätstarter gesucht“ wurde im Februar 2013 von der Bundesagentur für Arbeit (BA) gestartet. Innerhalb von drei Jahren sollen damit 100 000 junge Menschen zwischen 25 und 35 Jahren ohne beruflichen Abschluss für die Aufnahme und den Abschluss einer Ausbildung gewonnen werden. Angesprochen werden arbeitslose junge Erwachsene ohne Ausbildung oder mit nur geringer Qualifikation in der Arbeitslosenversicherung und in der Grundsicherung, aber auch Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Beschäftigung, die nicht oder nur gering qualifiziert sind.

Nach Angabe der BA haben in Deutschland insgesamt 1,5 Millionen junge Menschen zwischen 25 und 35 Jahren keinen formellen Berufsabschluss. Das entspricht 16 Prozent dieser Altersgruppe. Die Betroffenen haben ein weitaus höheres Risiko, arbeitslos zu werden, als Personen mit einer beruflichen Ausbildung. Zudem erhalten sie in der Regel niedrigere Löhne als ihre qualifizierten Kolleginnen und Kollegen.

Wir fragen die Bundesregierung:

Fragen9

1

Wie viele Personen zwischen 25 und 35 Jahren ohne Ausbildung bzw. mit nur geringer Qualifikation sind derzeit jeweils im Rechtskreis des Zweiten bzw. Dritten Buches Sozialgesetzbuch (SGB II bzw. SGB III) registriert und gehören damit potenziell zur Zielgruppe der Initiative „AusBILDUNG wird was – Spätstarter gesucht“ (bitte sowohl bundesweit als auch nach Bundesländern aufgeschlüsselt, unter Angabe des Geschlechts, eines möglichen Migrationshintergrunds sowie des Status Alleinerziehende bzw. Berufsrückkehrerinnen und Berufsrückkehrer darstellen)?

2

Wie viele junge Menschen haben im Rahmen der Initiative „AusBILDUNG wird was – Spätstarter gesucht“ bisher eine abschlussorientierte Qualifikation begonnen (Zugänge bitte ab Februar 2013 in Dreimonatsblöcken und unter Angabe der jeweiligen Maßnahmeart in Voll- und Teilzeit, sowohl bundesweit als auch nach Bundesländern aufgeschlüsselt, darstellen)?

3

Wie viele dieser jungen Menschen kamen jeweils aus dem SGB II oder dem SGB III, aus einer Beschäftigung bzw. waren Alleinerziehende, Berufsrückkehrerinnen oder Berufsrückkehrer, und wie viele davon waren jeweils ohne Ausbildung bzw. gering qualifiziert (bitte sowohl bundesweit als auch nach Bundesländern aufgeschlüsselt und unter Angabe des Geschlechts der Teilnehmerinnen und Teilnehmer sowie eines möglichen Migrationshintergrunds aufführen)?

4

Wie viele junge Menschen absolvieren aktuell im Rahmen der Initiative eine abschlussorientierte Qualifikation (Bestand bitte sowohl bundesweit als auch nach Bundesländern aufgeschlüsselt, als auch unter Angabe des Geschlechts, eines möglichen Migrationshintergrunds sowie des Status Alleinerziehende bzw. Berufsrückkehrerinnen und Berufsrückkehrer darstellen)?

5

Wie viele Austritte nach erfolgreich absolvierter (Teil-)Qualifizierung gab es bisher im Rahmen der Initiative (bitte sowohl bundesweit als auch nach Bundesländern aufgeschlüsselt, als auch unter Angabe des Geschlechts, eines möglichen Migrationshintergrunds sowie des Status Alleinerziehende bzw. Berufsrückkehrerinnen und Berufsrückkehrer und nach Maßnahmeart in Voll- und Teilzeit darstellen)?

6

a) Wie viele Abbrüche von Maßnahmen gab es bisher im Rahmen der Initiative sowohl bundesweit als auch nach Bundesländern (bitte auch unter Angabe des Geschlechts der Teilnehmerinnen und Teilnehmer, der jeweiligen Maßnahmeart, eines möglichen Migrationshintergrunds sowie des Status Alleinerziehende bzw. Berufsrückkehrerinnen und Berufsrückkehrer darstellen)?

b) Aus welchen Gründen wurden die Maßnahmen nach Kenntnis der Bundesregierung abgebrochen, und welche Abbruchdynamik lässt sich beobachten?

c) Wie stellen sich nach Kenntnis der Bundesregierung die Abbruchquoten bei der Spätstarterinitiative im Vergleich zu den Abbruchquoten bei Maßnahmen dieser Art im Allgemeinen dar?

d) Wie stellt sich nach Kenntnis der Bundesregierung die Abbruchquote im Rahmen der Initiative im Land Thüringen dar, wo ein begleitendes Modellprojekt finanzielle Anreize setzt, mit denen Teilnehmerinnen und Teilnehmer motiviert werden sollen, eine abschlussorientierte Qualifikation möglichst bis zum Ende durchzuhalten (vgl. www.bagarbeit.de „DGB-Erfolg: BA-Verwaltungsrat beschließt ‚Initiative zur Ausbildung junger Erwachsener‘ “)?

e) Welchen Handlungsbedarf sieht die Bundesregierung, um die Zahl der Abbrüche (auch möglicherweise im Hinblick auf bestimmte Gruppen, wie zum Beispiel Alleinerziehende, zuvor bereits Berufstätige, bestimmte Altersgruppen usw.) zu verringern?

7

Welche konkreten Schritte hat die Bundesregierung bereits ergriffen, um den in ihrem Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und SPD niedergeschriebenen Passus, sie wolle die Initiative „AusBILDUNG wird was – Spätstarter gesucht“ als Programm „2. Chance“ engagiert fortführen und bessere finanzielle Rahmenbedingungen dafür schaffen (vgl. den Abschnitt „Übergang Schule – Ausbildung – Beruf“ des Koalitionsvertrags), umzusetzen?

8

Welche Kooperationen hat die BA dabei mit den Ländern gesucht, gibt es Unterschiede in der Zusammenarbeit, und wenn ja, zeigen sich signifikante Unterschiede in den Erfolgsquoten?

9

Gibt es eine Begleitforschung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB) zu dieser Initiative, und wenn ja, unter welcher Fragestellung, und mit welchem Zeitplan?

Wenn nein, warum nicht?

Berlin, den 2. Dezember 2014

Katrin Göring-Eckardt, Dr. Anton Hofreiter und Fraktion

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