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Kleine AnfrageWahlperiode 18Beantwortet

Chancen für die Bevölkerungsentwicklung im Saarland durch Einwanderung

Bevölkerungsentwicklung im Saarland, Altersstruktur, Prognose; Entwicklung sozialversicherungspflichtiger Arbeitsverhältnisse, Lehrstellenmarkt; Auswirkungen auf Finanzlage der Kommunen, öffentlichen Personennahverkehr, Krippen- und Kindergartenplätze sowie Gesundheitsversorgung; Entwicklung der Bevölkerung mit Migrationshintergrund im Saarland seit 1985, Altersstruktur, Einbürgerungen, Ausübung einer sozialversicherungspflichtigen Arbeit; Auswirkungen aktueller Flüchtlingsmigration<br /> (insgesamt 21 Einzelfragen)

Fraktion

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Ressort

Bundesministerium des Innern

Datum

22.12.2015

Aktualisiert

26.07.2022

Deutscher BundestagDrucksache 18/692525.11.2015

Chancen für die Bevölkerungsentwicklung im Saarland durch Einwanderung

der Abgeordneten Markus Tressel, Doris Wagner und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Vorbemerkung

Die demographische Entwicklung bringt vor allem im ländlich geprägten Raum große Herausforderungen mit sich, welche Auswirkungen auf die Daseinsvorsorge und die kommunalen Finanzen hat. Gerade im Saarland kann eine dauerhafte Schrumpfung der Bevölkerung aufgrund der finanziellen Lage des Landes und der Kommunen nur schwerlich aufgefangen werden, da die Ausgaben für den Erhalt der Infrastruktur auf immer weniger Schultern verteilt werden und die Gesamthaushalte bereits heute hoch defizitär sind.

Laut Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) ist „das Saarland von den westdeutschen Bundesländern dasjenige, das vom demographischen Wandel und seinen Konsequenzen heute am stärksten betroffen ist. Zwischen 2001 und 2010 (Zahlen jeweils vom 1. Juli) hat das Saarland 4,4 Prozent seiner Bevölkerung verloren“. Bis zum Jahr 2030 wird ein weiterer Rückgang der Bevölkerung um knapp 10 Prozent erwartet. Gleichzeitig steigt der Altersdurchschnitt der Bevölkerung deutlich an, im Jahr 2030 wird fast ein Drittel der Bevölkerung über 65 und damit nicht mehr erwerbstätig sein.

Durch den demographischen Wandel wird die Bevölkerung nicht nur weniger und älter, sie wird auch bunter. Zuwanderung, auch durch Asylsuchende bzw. Flüchtlinge, bedeutet für das Saarland eine Chance, den Bevölkerungsrückgang abzufedern und neue Perspektiven zu eröffnen.

Wir fragen die Bundesregierung:

Fragen21

1

Wie hat sich die Bevölkerung im Saarland seit dem Jahr 1985 a) aufgeschlüsselt nach Kreisen, Städten und Gemeinden und b) aufgeschlüsselt nach Geburten, Sterbefällen, Zuzug, Abwanderung entwickelt?

2

Wie hat sich die Altersstruktur im Saarland seit dem Jahr 1985 a) aufgeschlüsselt nach Kreisen, Städten und Gemeinden und b) aufgeschlüsselt nach Geburten, Sterbefällen, Zuzug, Abwanderung entwickelt?

3

Wie ist die Prognose der Bundesregierung zur Bevölkerungsentwicklung für das Saarland bis zum Jahr 2050, und mit welchen Auswirkungen rechnet die Bundesregierung?

4

Welche Gründe sieht die Bundesregierung für die demographische Entwicklung im Saarland?

5

Wie hat sich die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnisse im Saarland zwischen den Jahren 1985 und 2014 entwickelt (bitte nach Kreisen, Städten und Gemeinden aufschlüsseln)?

Entwicklung sozialversicherungspflichtiger Arbeitsverhältnisse

6

Wie hat sich die Verteilung der sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnisse auf die einzelnen Wirtschaftssektoren seit dem Jahr 1985 verändert?

7

Wie hat sich die Zahl der angebotenen Ausbildungsplätze im Saarland seit dem Jahr 1985 entwickelt?

8

Wie hat sich die Zahl unbesetzter Arbeitsstellen im Saarland seit dem Jahr 1985 entwickelt?

9

Wie hat sich die Zahl unbesetzter Ausbildungsplätze im Saarland seit dem Jahr 1985 entwickelt?

10

Welche Maßnahmen plant die Bundesregierung, um die negativen Auswirkungen des demographischen Wandels auf den saarländischen Arbeitsmarkt zu begegnen?

11

Welche Auswirkungen der Bevölkerungsentwicklung auf die finanzielle Lage der saarländischen Kommunen sieht die Bundesregierung, und wie plant sie, negativen Auswirkungen zu begegnen?

Auswirkungen auf Kommunen und Infrastruktur

12

Welche Auswirkungen der Bevölkerungsentwicklung erwartet die Bundesregierung für den öffentlichen Personennahverkehr im Saarland, und wie plant die Bundesregierung ggf. negativen Auswirkungen zu begegnen?

13

Wie hat sich die Zahl der Kinderkrippen- und Kindergartenplätze im Saarland seit dem Jahr 1985 entwickelt?

14

Wie wirken sich die bisherigen Maßnahmen der Bundesregierung mit Bezug auf die demographische Entwicklung, im speziellen die Demographiestrategie und der Dialog zur Lebensqualität, auf das Saarland aus, und welche weiteren Schritte plant die Bundesregierung diesbezüglich?

15

Wie wirkt sich die Bevölkerungsentwicklung auf die Gesundheitsversorgung im Saarland aus, und wie plant die Bundesregierung ggf. negativen Auswirkungen zu begegnen?

16

Wie hat sich der Anteil der Bevölkerung mit Migrationshintergrund im Saarland seit dem Jahr 1985, a) aufgeschlüsselt nach Kreisen, Städten und Gemeinden, und b) aufgeschlüsselt nach Geburten, Sterbefällen, Zuzug, Abwanderung entwickelt?

Einwanderung in das Saarland

17

Wie viele dieser Personen mit Migrationshintergrund sind a) aus anderen EU-Mitgliedstaaten oder b) als Asylsuchende oder Kontingentflüchtlinge eingewandert?

18

Wie viele dieser Personen haben seitdem die deutsche Staatsbürgerschaft angenommen?

19

Wie hat sich die Altersstruktur der Bewohner des Saarlands mit Migrationshintergrund seit dem Jahr 1985 entwickelt (bitte nach Kreisen, Städten und Gemeinden aufschlüsseln)?

20

Wie viele Personen mit Migrationshintergrund gehen im Saarland einer sozialversicherungspflichtigen Arbeit nach, und wie hat sich diese Zahl zwischen den Jahren 1985 und 2014 entwickelt (bitte nach Kreisen, Städten und Gemeinden aufschlüsseln)?

21

Wie beurteilt die Bundesregierung die Auswirkungen der aktuellen Flüchtlingsmigration auf die demographische Situation im Saarland?

Berlin, den 25. November 2015

Katrin Göring-Eckardt, Dr. Anton Hofreiter und Fraktion

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