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Kleine AnfrageWahlperiode 18Beantwortet

MobiPro - aus Fehlern lernen, Erfahrungen nutzen

Sonderprogramm MobiPro-EU des BMAS zur Unterstützung junger Menschen aus Europa bei Aufnahme einer betrieblichen Berufsausbildung in Deutschland: Anzahl und Zusammensetzung der Teilnehmer, Branchenschwerpunkte, Größe der Ausbildungsbetriebe, Abbrüche, Bewertung durch Betriebe und Auszubildende<br /> (insgesamt 8 Einzelfragen)

Fraktion

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Ressort

Bundesministerium für Arbeit und Soziales

Datum

23.12.2015

Aktualisiert

26.07.2022

Deutscher BundestagDrucksache 18/696602.12.2015

MobiPro – aus Fehlern lernen, Erfahrungen nutzen

der Abgeordneten Brigitte Pothmer, Kerstin Andreae, Markus Kurth, Beate Müller-Gemmeke, Dr. Wolfgang Strengmann-Kuhn, Corinna Rüffer, Ekin Deligöz, Dr. Thomas Gambke, Anja Hajduk, Dr. Tobias Lindner und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Vorbemerkung

Seit dem Jahr 2013 unterstützt das Sonderprogramm MobiPro-EU des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales junge Menschen aus Europa bei der Aufnahme einer betrieblichen Berufsausbildung in Deutschland. Damit wollte die damalige Bundesregierung einen Beitrag zur Bekämpfung der europäischen Jugendarbeitslosigkeit und zur Deckung des deutschen Fachkräftebedarfs leisten.

Die Kombination aus betrieblicher Ausbildung, Sprachkurs und Unterstützung kam bei jungen Europäerinnen und Europäern und deutschen Betrieben gut an. MobiPro stieß auf großes Interesse. Doch im Februar 2014 verkündete die Bundesregierung − für Teilnehmerinnen und Teilnehmer, Betriebe und Träger gleichermaßen überraschend − einen Förderstopp. Die Mittel waren vorzeitig ausgeschöpft, die Verunsicherung war monatelang bei allen Beteiligten groß. Bis die Bundesregierung endlich die nötigen Haushaltsmittel zur Verfügung stellte und für Klarheit sorgte, war bereits ein großer Imageschaden entstanden. Seit Mai 2015 gilt eine neue Förderrichtlinie, die ein solches Chaos zukünftig verhindern soll. Aus Sicht der Fragesteller ist es an der Zeit, Bilanz zu ziehen.

Die Erfahrungen, die mit MobiPro gesammelt wurden, können auch für die Unterstützung von Flüchtlingen in Ausbildung hilfreich sein – auch sie kommen aus einem anderen Land zu uns, kennen weder die Sprache noch das System der dualen Berufsausbildung.

Wir fragen die Bundesregierung:

Fragen8

1

Wie viele junge Europäerinnen und Europäer haben seit dem Jahr 2013 jährlich eine Förderung durch MobiPro begonnen (für das Jahr 2015 bitte die zuletzt verfügbaren Zahlen angeben)?

2

Wie setzen sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in Bezug auf Alter, Geschlecht und Herkunftsland zusammen?

3

In welchen Branchen wurden die geförderten Ausbildungsverhältnisse geschlossen (bitte in absoluten Zahlen für die zehn häufigsten Branchen angeben)?

4

Wie groß sind nach Kenntnis der Bundesregierung die ausbildenden Betriebe, bitte aufschlüsseln nach den Betriebsgrößen

a) weniger als 10 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter,

b) zwischen 10 und 49 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter,

c) zwischen 50 und 249 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter,

d) über 250 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter?

5

Wie viele der geförderten Ausbildungsverhältnisse wurden seit dem Jahr 2013 jährlich abgebrochen (bitte nach Abbruch im ersten, zweiten und dritten Ausbildungsjahr aufschlüsseln)?

6

Was waren nach Kenntnis der Bundesregierung die Gründe für die Abbrüche?

7

Wie viele der Abbrüche gehen auf den Förderstopp im Jahr 2014 bzw. die unsichere finanzielle Unterstützung während dieser Zeit zurück?

8

Wie bewerten Betriebe und Auszubildende nach Kenntnis der Bundesregierung die einzelnen Unterstützungsangebote wie die ausbildungsvorbereitende Deutschsprachförderung, das vorbereitende Praktikum und die sprachliche, fachliche und sozialpädagogische Praktikums- und Ausbildungsbegleitung?

Berlin, den 2. Dezember 2015

Katrin Göring-Eckardt, Dr. Anton Hofreiter und Fraktion

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