Gewalttaten gegen schwule Männer im Jahr 1994
der Abgeordneten Christina Schenk und der weiteren Abgeordneten der PDS
Vorbemerkung
Antischwule Gewalttaten häufen sich seit Jahren. Diese Gewalttaten sind auch Ausdruck einer Politik, die die Diskriminierung schwuler Männer maßgeblich betrieben hat und betreibt. Die Privilegierung der heterosexuellen Lebensweise trägt zum Erhalt von Ressentiments und Vorurteilen gegenüber Schwulen bei. Das sogenannte Schwulenticken oder Schwulenklatschen — in der Regel suchen Gruppen von oft sogar bewaffneten jungen Männern gezielt Treffpunkte Schwuler auf und werden gewalttätig — wird z. T. als eine Art Freizeitsport bzw. als ein Kavaliersdelikt angesehen. Gewalttaten gegen Schwule zeigen Vorurteile, Schwulenhaß und die Angst vor den eigenen homosexuellen Anteilen in extremster Form: Schwule Männer werden mit oder ohne Waffen bedroht, angerempelt, geschlagen und gedemütigt.
Wir fragen die Bundesregierung:
Fragen5
Wie viele schwule Männer sind im Jahr 1994 Opfer von Gewalttaten geworden, und welche Gewalttaten wurden verübt? (Bitte nach Art der Straftaten, nach Orten und Bundesländern aufschlüsseln.)
Wie viele Anzeigen wegen schwulenfeindlicher Angriffe gab es im Jahr 1994? (Bitte Art der Straftaten, nach Orten und Bundesländern auflisten.)
Wie viele Ermittlungsverfahren gab es im Jahr 1994 wegen Gewalttaten gegen schwule Männer? (Bitte nach Orten und Straftaten auflisten.)
Wie viele Ermittlungsverfahren wurden eingestellt? (Bitte nach Orten und Straftaten auflisten.)
Wie viele Personen sind im Jahr 1994 wegen antischwuler Gewalttaten zu welchen Straftaten verurteilt worden? (Bitte nach Orten und Straftaten aufschlüsseln.)