Hauswirtschafter/Hauswirtschafterin — die Rückkehr eines Berufsfeldes in den ostdeutschen Bundesländern
der Abgeordneten Christina Schenk, Dr. Heidi Knake-Werner, Petra Bläss und der Gruppe der PDS
Vorbemerkung
Nach der Vereinigung wurden erwerbslose Frauen in den ostdeutschen Bundesländern in arbeitsamtfinanzierten Maßnahmen verstärkt zu Hauswirtschafterinnen umgeschult, einem Beruf, in dem seit den 50er Jahren in der DDR nicht mehr ausgebildet wurde. Die Nachfrage nach Arbeitskräften mit diesem Ausbildungsprofil ist jedoch außerordentlich gering. Allein in Sachsen gibt es derzeit etwa 5000 erwerbslose Hauswirtschafterinnen. Mit Hilfe eines Modellprojektes, für das auch Mittel von der Bundesanstalt für Arbeit zur Verfügung gestellt werden, wird nun versucht, 200 neu ausgebildeten Hauswirtschafterinnen einen Erwerbsarbeitsplatz zu vermitteln.
Wir fragen die Bundesregierung:
Fragen11
Wie viele Männer und Frauen wurden in den ostdeutschen Bundesländern jährlich zum Hauswirtschafter/zur Hauswirtschafterin weitergebildet? (Bitte aufschlüsseln nach Frauen und Männern sowie nach Bundesländern.)
In welchem Umfang erfolgte die Weiterbildung zum Hauswirtschafter/zur Hauswirtschafterin im Rahmen von Fortbildungsmaßnahmen und in welchem Umfang im Rahmen von Umschulungsmaßnahmen?
Mit welcher Ausgangsqualifikation gingen die Männer und Frauen in die Weiterbildungsmaßnahmen zum Hauswirtschafter/zur Hauswirtschafterin? (Bitte nach Art der Maßnahme differenzieren.)
Inwieweit lagen der Bewilligung der Weiterbildungsmaßnahmen zum Hauswirtschafter/zur Hauswirtschafterin durch die Arbeitsämter regionale Bedarfsanalysen zugrunde?
Wenn keine, über welche anderweitigen Informationen verfügen nach Kenntnis der Bundesregierung die Arbeitsämter in den ostdeutschen Bundesländern bezüglich des finanzierbaren Bedarfs nach Hauswirtschaftern/ Hauswirtschafterinnen?
Durch welche Träger wurden die arbeitsamtfinanzierten Weiterbildungsmaßnahmen zum Hauswirtschafter/zur Hauswirtschafterin in den ostdeutschen Bundesländern durchgeführt? (Bitte nach Bundesländern differenziert aufschlüsseln.)
Wie viele der Teilnehmer und Teilnehmerinnen konnten nach erfolgreicher Beendigung der Weiterbildungsmaßnahme zum Hauswirtschafter/zur Hauswirtschafterin in feste Arbeitsverhältnisse vermittelt werden?
In welche Branchen/Arbeitsbereiche wurden die Teilnehmer und Teilnehmerinnen nach erfolgreicher Beendigung der Weiterbildungsmaßnahme zum Hauswirtschafter/zur Hauswirtschafterin vermittelt?
Wie viele der Teilnehmer bzw. Teilnehmerinnen waren nach erfolgreichem Abschluß der Weiterbildungsmaßnahme zum Hauswirtschafter/zur Hauswirtschafterin erneut erwerbslos gemeldet und nach einem Jahr immer noch erwerbslos?
Wie hoch ist die Zahl der als erwerbslos gemeldeten Hauswirtschafter/Hauswirtschafterinnen in den ostdeutschen Bundesländern? (Bitte aufschlüsseln nach Männern und Frauen sowie nach Bundesländern.)
Hält die Bundesregierung die in den ostdeutschen Bundesländern stattfindenden Weiterbildungsmaßnahmen zum Hauswirtschafter/zur Hauswirtschafterin nach den bisherigen Erfahrungen arbeitsmarktpolitisch für wirksam, oder sieht sie sich veranlaßt, Maßnahmen zur Änderung dieser Praxis zu ergreifen?
Liegen der Bundesregierung Erkenntnisse darüber vor, wie viele Mädchen und wie viele Jungen in den ostdeutschen Bundesländern seit 1991 jährlich als Hauswirtschafter/ Hauswirtschafterinnen ausgebildet wurden und wie viele der Jungen und Mädchen nach Abschluß der Ausbildung zum Hauswirtschafter/zur Hauswirtschafterin ein der Qualifikation entsprechendes festes Arbeitsverhältnis vermittelt werden konnten? (Bitte aufschlüsseln nach Mädchen und Jungen sowie nach Bundesländern.)