Beseitigung des Ausbildungsnotstandes in den neuen Bundesländern
der Abgeordneten Angela Stachowa und der Gruppe der PDS/Linke Liste
Vorbemerkung
Zum Ende des Berufsberatungsjahres 1992/93 werden nach gegenwärtigen Wertungen der Bundesanstalt für Arbeit voraussichtlich 35 000 bis 40 000 Jugendliche in Ostdeutschland ohne Ausbildungsplätze bleiben. Im Freistaat Sachsen kommt derzeit auf zwei Bewerber eine Lehrstelle. Noch schlimmer sieht die Situation im Arbeitsamtsbezirk Bautzen aus. Hier hat nur jeder dritte Schulabgänger die Chance, eine Lehrstelle für das Ausbildungsjahr 1993/94 zu erhalten (Stand 24. April 1993). Hauptursache dafür ist der bisher ausgebliebene wirtschaftliche Aufschwung.
Angesichts dieser alarmierenden Lage für die Jugendlichen fragen wir die Bundesregierung:
Fragen3
Welche Möglichkeiten gibt es, die vom Arbeitsamt überbetrieblich organisierte und finanzierte dreijährige Berufsausbildung (§ 40 c Abs. 4) zu verlängern, um einen Ausbildungsnotstand zu verhindern?
Wurden bisher alle Fördergelder zur Einrichtung von Ausbildungsstätten in den neuen Bundesländern ausgeschöpft, und welche Fördermaßnahmen müßten kurzfristig geschaffen werden?
Wie können mehr Ausbildungsplätze für Mädchen bereitgestellt werden?