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Kleine AnfrageWahlperiode 11Beantwortet
Verkehrssituation im Lautertal (B 270, DB-Strecke 652, Kreise Kusel und Kaiserslautern) (G-SIG: 11001682)
Verkehrsinvestitionen im Lautertal, Rentabilität der Bundesbahnstrecke 652, Ausbau der B 270
Fraktion
Die Grünen
Ressort
Bundesministerium für Verkehr
Datum
04.05.1988
Aktualisiert
26.07.2022
BT11/195007.03.1988
Verkehrssituation im Lautertal (B 270, DB-Strecke 652, Kreise Kusel und Kaiserslautern)
Kleine Anfrage
Volltext (unformatiert)
[Deutscher Bundestag
11. Wahlperiode
Drucksache 11/1950
07.03.88
Sachgebiet 93
Kleine Anfrage
des Abgeordneten Weiss (München) und der Fraktion DIE GRÜNEN
Verkehrssituation im Lautertal (B 270, DB-Strecke 652, Kreise Kusel
und Kaiserslautern)
Die Deutsche Bundesbahn (DB) beabsichtigt, den
Schienenpersonenverkehr von der Lautertalbahn auf Busse zu verlagern, obwohl
die von der Planungsgemeinschaft Westpfalz in Auftrag gegebene
Untersuchung eines Düsseldorfer Ingenieurbüros zu dem
Ergebnis kommt, daß die Angebotsumstellung einen Fahrgastverlust
von ca. 11 % zur Folge hätte. Ein attraktives Zugangebot könnte,
dieser Untersuchung zufolge, die Reisendenzahl sogar um 14 %
steigern. Die Stillegung der DB-Strecke 652 würde zu einer
deutlichen Mehrbelastung der B 270 durch den Individualverkehr
führen, dagegen könnte ein attraktiverer Zugbetrieb die
Ortsdurchfahrten entlasten.
Nach Ansicht der GRÜNEN widerspricht die Stillegungsabsicht
der Vereinbarung zwischen der DB und dem Land Rheinland-
Pfalz über die zukünftige Gestaltung des ÖPNV, zumal da die DB
nachgewiesenermaßen das „nachfragegerechtere"
Verkehrsmittel im Lautertal ist.
Wir fragen die Bundesregierung:
1. Welche Verkehrswegeinvestitionen wurden im Lautertal im
Zeitraum 1983 bis 1987 getätigt
a) auf der Straße,
b) auf der Schiene?
2. Wie hoch sind die jährlichen Unterhaltungskosten für
a) die B 270,
b) die DB-Strecke 652 im heutigen Zustand,
c) die DB-Strecke 652 nach Einführung einer zeitgemäßen
Betriebsführung?
3. Wie hoch ist das durchschnittliche jährliche
Güterverkehrsaufkommen der letzten zehn Jahre, aufgegliedert nach den
Tarifpunkten der DB-Strecke 652 und nach Anzahl und Anteil
der DB-Kunden,
a) im Versand,
b) im Empfang?
4. Welche kalkulatorischen Erlöse aus dem
Güterverkehrsaufkommen werden bei der Streckenrechnung
(Rentabilitätsberechnung) für die Strecke 652 durchschnittlich eingesetzt?
5. Wie viele Personen sind an der Strecke 652 in welchen
Tätigkeitsbereichen beschäftigt, und wie hoch sind die
Personalkosten?
6. Wie viele Personen sind zur betrieblichen Abwicklung
a) heute notwendig,
b) notwendig, wenn nur noch eine Kreuzungsmöglichkeit auf
der Strecke betrieben würde und die bislang
handbedienten Bahnübergänge mit technischer Sicherheit ausgerüstet
würden?
7. In der Untersuchung eines Düsseldorfer Ingenieurbüros
werden für die unterschiedlichen Szenarien die Jahreskosten
„nach Angaben der DB" wiedergegeben.
a) Auf welches Jahr oder auf den Durchschnitt welcher Jahre
beziehen sich die Kostenangaben der „heutigen
Situation" ?
b) Welche Maßnahmen am Oberbau wurden seit 1983
durchgeführt, und wie haben sich die Kosten dieser Maßnahmen
in den Angaben der DB niedergeschlagen?
c) Was versteht die DB unter „Vorhaltungskosten", und wie
gliedern sich diese Kosten auf?
d) Warum führt die DB 40 000 DM Kosten für
„Rangierdienste" auf, wenn die Rangierer in Kaiserslautern ohnehin
benötigt werden und die Personenzüge in Lauterecken von
den Zugführern rangiert werden?
e) Wie erklären sich die Rangierkosten für die beiden
Alternativen des Planfalles 2 in Höhe von 12 000 DM bei der
Verwendung von zwei bzw. drei festgekuppelten
Einheiten VT 628/928?
f) Sind in die Kostenaufstellungen auch Kosten und Erlöse
des Güterzugbetriebes eingerechnet?
g) Wie gliedern sich die Kosten „übrige Bahnanlagen" auf?
h) Wie hoch sind die „laufabhängigen Kosten" pro km heute
und im Fall des Betriebs mit VT 628/928 sowie beim Einsatz
eines modernisierten Schienenbusses?
i) Schlüsselt man die Angaben der DB zu den Kosten der
„Wagenbehandlung" nach (255) Betriebstagen auf,
ergeben sich bei einem einfachen Stundentakt mit zwei VT
628/928 (Planfall 2, Va riante 2) tägliche Kosten von ca.
70,50 DM pro Fahrzeugeinheit; im Fall des verdichteten
Stundentaktes mit drei dieser Dieseltriebwagen gibt die DB
ca. 61 DM „Wagenbehandlungskosten" pro Einheit und
Betriebstag an.
Wie erklärt sich die Differenz, und wie gliedern sich die
Wagenbehandlungskosten auf?
8. Wie hoch wären die Investitionskosten bei Einführung
a) eines einfachen Zugleitbetriebes,
b) eines Zugleitbetriebes mit technischer Sicherung (Modell
Dachau—Altomünster),
c) eines Funkleitbetriebes (Modell Titisee—Seebruck)?
9. Wie hoch wären die Investitionskosten für technische
Sicherung bzw. für die Aufhebung von Bahnübergängen gemäß
den Vorschlägen der Komplan-Studie (von der
Landesarbeitsgemeinschaft Verkehr der GRÜNEN Rheinland-Pfalz in
Auftrag gegeben)?
10. Wie hoch war der Erlös aus dem Fahrkartenverkauf der
einzelnen Tarifpunkte an der Strecke 652 im Zeitraum 1983 bis
1987, gegliedert nach
a) Zeitkarten,
b) Einzelfahrscheinen im Nahverkehr . ,
c) Einzelfahrscheinen im Fernverkehr?
11. In der Drucksache 10/1932 ist der Streckenabschnitt
Wolfstein—Lauterecken—Grumbach im Anhang 3 der Anlage 3 zum
Wirtschaftsplan der DB für das Geschäftsjahr 1984 in der Liste
A aufgeführt, Strecken, „deren unwirtschaftlicher Verkehr
unter Gewährung von Ausgleichszahlungen des Bundes
fortgeführt werden" sollen.
a) In welchen Jahren wurden diese Ausgleichszahlungen
gewährt, und wie hoch waren sie jeweils?
b) Sind auch im aktuellen Wirtschaftsplan der DB
Ausgleichszahlungen vorgesehen?
12. Die Lautertalbahn tangiert die Güterzugstrecke
Lampertsmühle—Otterbach—Reichenbach (Pfalz) sowie die Glantalbahn
Altenglan—Staudernheim. Beide Strecken sind ebenfalls in
der Liste A des Anhangs 3 zur Anlage 3 des DB-
Wirtschaftsplans 1984 aufgeführt.
a) In welchen Jahren hat die Strecke Lampertsmühle—
Otterbach—Reichenbach Ausgleichszahlungen erhalten, und
wie hoch waren sie jeweils?
b) In welchem Verhältnis stehen Ausgleichszahlungen zu den
Unterhaltungskosten?
c) In welchen Jahren wurden für die Glantalbahn
Ausgleichszahlungen geleistet, und wie hoch waren sie jeweils auf
den betreffenden Abschnitten?
d) In welchem Verhältnis stehen die Ausgleichszahlungen zu
den Unterhaltungskosten?
13. Ist der Bundesregierung bekannt, daß sich eine Firma mit ca.
1200 Beschäftigten, der größte Bet rieb im Landkreis Kusel,
finanziell an der Errichtung eines DB-Haltepunktes auf dem
Werksgelände beteiligen würde?
Dieser Haltepunkt wird in der Komplan-Studie (s. o.) als eine
Voraussetzung — neben modernisiertem Bet rieb und auf
die Schichtzeiten abgestimmtem Fahrplan — zur Sicherung
und Aufkommenssteigerung des Schienen-Personen-
Nahverkehrs genannt.
Welche Konsequenzen zieht die Bundesregierung aus dieser
Tatsache?
14. Welche Verkehrszählungen zum Abschnitt Kaiserslautern-
Lauterecken der B 270 liegen der Bundesregierung vor, und
welche Ergebnisse haben diese Zählungen erbracht?
Bezogen auf Ortsdurchfahrten und Fahrtrichtungen der
B 270:
a) Wie hoch ist die Tagesbelastung?
b) Wie hoch ist die Spitzenstundenbelastung, und wann ist
jeweils diese Spitzenstunde?
c) Wie hoch ist der Anteil des Schwerverkehrs am
Tagesverkehrsaufkommen?
15. Welche Gesamtkosten sind für den Ausbau der B 270
zwischen Kaiserslaute rn und Lauterecken zu erwarten, und wie
gliedern sie sich für die einzelnen Ortsumgehungen bzw.
-durchfahrten auf?
16. Wie hoch sind die Baukosten für die Fußgängerunterführung
in Lohnweiler nach der aktuellen Konzeption?
Bonn, den 7. März 1988
Weiss (München)
Dr. Lippelt (Hannover), Frau Schmidt-Bott, Frau Vennegerts und Fraktion]
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