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Kleine AnfrageWahlperiode 16Beantwortet

Alumniportale für ausländische Absolventinnen und Absolventen deutscher Hochschulen und Aus- und Fortbildungseinrichtungen

<span>Ressortabstimmung vor Mittelbewilligung des BMZ für das "Alumniportal Deutschland", weitere Portale und Maßnahmen für ausländische Absolventen, Kosten und Mittelansätze, registrierte Personen und Zugriffszahlen, Inhalte, Nutzungsmöglichkeiten und Resultate, Vermeidung von Konkurrenz</span>

Fraktion

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Datum

17.07.2009

Aktualisiert

26.07.2022

Deutscher BundestagDrucksache 16/1354623. 06. 2009

Alumniportale für ausländische Absolventinnen und Absolventen deutscher Hochschulen und Aus- und Fortbildungseinrichtungen

der Abgeordneten Priska Hinz (Herborn), Ute Koczy, Thilo Hoppe, Kai Gehring, Dr. Uschi Eid, Ekin Deligöz, Katrin Göring-Eckardt, Britta Haßelmann, Krista Sager, Grietje Staffelt und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Vorbemerkung

Am 11. September 2008 hat die Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Heidemarie Wieczorek-Zeul, das „Alumniportal Deutschland“ freigeschaltet.

Ziel dieses Portals ist es, „… junge Menschen, insbesondere aus Entwicklungsländern, die in Deutschland studiert, sich weitergebildet oder einen Deutschkurs absolviert haben, untereinander und dauerhaft mit deutschen Institutionen zu vernetzen“. Beteiligt an diesem Portal sind unter anderem der DAAD und InWEnt.

Bereits am 4. Juni 2007 startete der DAAD mit einer Finanzierung des Auswärtigen Amts eine weltweite Alumnikampagne. Mit dem Internet-Portal www.germany-alumni.org sollen ausländische ehemalige Studierende, Graduierte, Dozenten und Wissenschaftler wieder für Deutschland interessiert werden.

Seit vielen Jahren bietet InWEnt ein eigenes Alumniportal an, das aus Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) finanziert wird. Ziel des Alumniportals ist es, „… eine Lern-, Informations- und Kommunikationsplattform für alle, die sich mit InWEnt verbunden fühlen, gegenwärtige und ehemalige Teilnehmende von InWEnt- Fortbildungsveranstaltungen, Kooperationspartner, Mitarbeitende sowie andere Interessierte (z. B. Alumni anderer deutscher Organisationen)“ zu schaffen.

Zusätzlich bieten die meisten Hochschulen eigene Alumniportale und Veranstaltungen für ihre Absolventinnen und Absolventen an, die in der Regel aus Mitteln des Auswärtigen Amts und des BMZ über den DAAD mitfinanziert werden.

Ebenso betreiben die politischen Stiftungen und Stipendienorganisationen, die aus Bundesmitteln gefördert werden, eine intensive Alumniarbeit mit eigenen Portalen.

Wir fragen die Bundesregierung:

Fragen9

1

Gab es im Vorfeld der Mittelbewilligung des BMZ für das „Alumniportal Deutschland“ eine Ressortabstimmung mit dem Auswärtigen Amt, dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), der Hochschulrektoren-Konferenz sowie mit den Ländern?

2

Welche Alumniportale und Alumnimaßnahmen für ausländische Ausbildungs- und Hochschulabsolventinnen und -absolventen, die aus Bundes- und Landesmitteln gefördert werden, sind der Bundesregierung bekannt?

3

Wie hoch sind die jeweiligen Mittelansätze für die vom Auswärtigen Amt, dem BMBF und dem BMZ geförderten Alumniportale und Alumnimaßnahmen der Mittlerorganisationen, der Stiftungen, Stipendienorganisationen und der Hochschulen in den Jahren 2005, 2006, 2007, 2008 im Einzelnen gewesen, und welche Mittel sind hierfür in 2009 und 2010 vorgesehen?

4

Wie viele Personen aus den Zielgruppen haben sich in den unterschiedlichen Alumniportalen (der Mittlerorganisationen, der Stiftungen, der Stipendienorganisationen und der Hochschulen) zum 31. Dezember 2008 registriert, wie hoch sind die monatlichen Zugriffszahlen auf die einzelnen Seiten, und wie hoch sind die durchschnittlichen Pro-Kopf-Jahres-Kosten der jeweiligen Portale (inklusive Begleitmaßnahmen)?

5

Wann wurde das Internetportal „Global Campus21“ von InWEnt mit welchem Ergebnis evaluiert?

Wie viele aktive Nutzer hat das Portal, wie viele haben an den jeweiligen Onlinekursen bisher teilgenommen, und wie hoch ist die Gesamtförderung des Bundes für dieses Portal seit dem Jahr 2000?

6

Wieso beinhaltet das „Alumniportal Deutschland“ eine eigenständige Rubrik „Job & Karriere“ und nutzt nicht per Link das entsprechende Angebot der ZAV (Zentrale Auslands- und Fachmittlung der Bundesagentur für Arbeit), die auch Mitglied im Konsortium des „Alumniportal Deutschland“ ist und ein eigenständiges vom BMZ finanziertes Portal (www.zav-reintegration.de) mit einer entsprechenden Jobbörse unterhält?

7

Welche technischen Vorkehrungen sind getroffen, damit auch in Ländern mit begrenzten Internetleitungskapazitäten die Portale genutzt werden können, und wie sind die durchschnittlichen Ladezeiten der Portale z. B. in Subsahara-Afrika?

8

Wie gewährleistet die Bundesregierung, dass durch unterschiedliche Portale und Maßnahmen, mit im Grunde identischen Zielgruppen, kein diffuses Bild, keine Doppelfinanzierungen und keine Konkurrenz der Portale untereinander entstehen?

9

Welche Hinweise hat die Bundesregierung, dass es durch die Alumniportale gelingt, Alumni mit deutschen Institutionen dauerhaft zu vernetzen?

Berlin, den 23. Juni 2009

Renate Künast, Fritz Kuhn und Fraktion

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