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Kleine AnfrageWahlperiode 19Beantwortet
Sanierung von sanitären Anlagen an Schulen
(insgesamt 6 Einzelfragen)
Fraktion
AfD
Ressort
Bundesministerium der Finanzen
Datum
25.10.2019
Aktualisiert
26.07.2022
BT19/1381709.10.2019
Sanierung von sanitären Anlagen an Schulen
Kleine Anfrage
Volltext (unformatiert)
[Kleine Anfrage
der Abgeordneten Dr. Götz Frömming, Dr. Marc Jongen, Nicole Höchst,
Armin-Paulus Hampel und der Fraktion der AfD
Sanierung von sanitären Anlagen an Schulen
Laut aktuellen Medienberichten sind die sanitären Anlagen in vielen Schulen in
Deutschland in einem desolaten Zustand: Es wird von übel riechenden
Toiletten, beschädigten Fußböden, verstopften Toilettenschüsseln und
verschimmelten Wänden berichtet (www.welt.de/politik/article181185096/Sanierungskos
ten-Investitionsstau-an-Schulen-belaeuft-sich-auf-48-Milliarden-Euro.html,
abgerufen am 15. Juli 2019).
Wie die „Stuttgarter Zeitung“ unter Berufung auf eine Umfrage der „German
Toilet Organization“ meldet, meiden rund 70 Prozent der Schüler in der
Bundeshauptstadt Berlin die Toiletten (www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.
schultoiletten-in-deutschland-vielen-schuelern-stinkt-s-gewaltig.b0080530-
a035-433b-b2c2-78b96be5b045.html, abgerufen am 23. Juli 2019).
In der niedersächsischen Landeshauptstadt Hannover und im Umland hat das
zuständige Gesundheitsamt zwischen 2016 und Ende des vergangenen Jahres
112 Schulen kontrolliert. In 79 Prozent der geprüften Schulen wurden
Reinigungsmängel festgestellt. Bei 56 Prozent gab es bauliche Mängel („Eklige Klos
und mehr“, dpa Dossier Bildung vom 5. Juli 2019).
Wie aus einer Studie der KfW-Bankengruppe hervorgeht, fehlen den Schulen
etwa 42,8 Mrd. Euro für die Sanierung ihrer Gebäude. Im Jahr 2015
investierten die Kommunen deutschlandweit 2,9 Mrd. Euro in die Sanierung der
Schulgebäude. Im Vergleich zum Jahr 1995 bedeutet dies jedoch einen Rückgang um
1,3 Mrd. Euro (www.kfw.de/KfW-Konzern/Newsroom/Aktuelles/Pressemittei
lungen-Details_376960.html, abgerufen am 23. Juli 2019). Besonders betroffen
von dem daraus resultierenden Sanierungsstau sind die finanzschwachen
Kommunen, wobei es häufig auch verhältnismäßig reiche Kommunen aufgrund
fehlender Verwaltungskapazitäten nicht schaffen, genug Geld in die Sanierung der
öffentlichen Infrastruktur zu investieren (www.welt.de/print/welt_kompakt/
print_wirtschaft/article195383597/Reiche-Staedte-arme-Schulen.html,
abgerufen am 23. Juli 2019).
Im Gesetz zur Förderung von Investitionen finanzschwacher Kommunen
(Kommunalinvestitionsförderungsgesetz – KInvFG) vom 24. Juni 2015 werden
Finanzhilfen in Höhe von 3,5 Mrd. Euro bis Ende 2022 u.a. für die
Verbesserung der Schulinfrastruktur zur Verfügung gestellt (§ 1 KInvFG). Das
Investitionsförderungsgesetz und die auf dessen Grundlage getroffene
Verwaltungsvereinbarung zwischen Bund und Ländern vom 20. Oktober 2017 (https://bra
vors.brandenburg.de/verwaltungsvorschriften/vv_kinvfg_2) zielen darauf ab,
dass die Fördermittel schnell und effizient eingesetzt werden, was aber nach
Deutscher Bundestag Drucksache 19/13817
19. Wahlperiode 09.10.2019
Einschätzung der Fragesteller aufgrund der begrenzten Verwaltungs- und auch
Baukapazitäten mancher Kommunen nicht immer möglich ist.
Aus Sicht der Fragesteller beeinträchtigen hygienisch inakzeptable
Bedingungen auf den Schultoiletten in Deutschland die Bildungserfolge und die volle
Entfaltung des Lernpotenzials der Schüler. Außerdem behindern sie die Arbeit
der Lehrer und wirken sich negativ auf deren Motivation aus. Eine schöne,
saubere und freundliche Schulinfrastruktur ist Voraussetzung für ein erfolgreiches
Bildungsumfeld. Die Fragesteller teilen die Meinung des Vorsitzenden des
Verbandes Bildung und Erziehung (VBE): „Ob Bildung gelingt, […] hängt ganz
entscheidend von der Qualität der Schulgebäude ab“ (www.zeit.de/gesellschaft/
schule/2018-08/sanierungsstau-schulen-toiletten-turnhallen-ferien, abgerufen
am 16. Juli 2019).
Wir fragen die Bundesregierung:
1. Welchen schädlichen Einfluss kann nach Auffassung der Bundesregierung
das Fehlen von zeitgemäßen und funktionsfähigen Sanitäreinrichtungen in
öffentlichen Gebäuden auf die Bevölkerungsgesundheit haben?
2. Wie viele Schulen wurden auf Grundlage des in der Einleitung genannten
Gesetzes (Kommunalinvestitionsförderungsgesetz – KInvFG) und der damit
einhergehenden Verwaltungsvereinbarung zwischen Bund und Ländern nach
Kenntnis der Bundesregierung bis heute gefördert (bitte nach Bundesland,
Kommune, Schultyp und Förderungsaufwand aufschlüsseln)?
3. Wie viel von diesem Fördergeld wurde nach Kenntnis der Bundesregierung
speziell in Projekte zur Sanierung der sanitären Anlagen der Schulen
investiert (bitte nach Bundesland, Kommune, Schultyp und Förderungsaufwand
aufschlüsseln)?
4. Wie bewertet die Bundesregierung die aus nach § 7 KInvFG
vorgeschriebener Prüfung der Mittelverwendung gewonnenen Erkenntnisse?
a) Wurden die Mittel nach Auffassung der Bundesregierung
zufriedenstellend eingesetzt?
b) Wenn die Mittel nach Auffassung der Bundesregierung nicht
zufriedenstellend eingesetzt wurden, warum nicht?
5. Liegen der Bundesregierung Erkenntnisse darüber vor, dass begrenzte
Verwaltungs- und Baukapazitäten in den Kommunen eine effiziente und
effektive Verwendung der Gelder beeinflussen und ggf. beeinträchtigen?
a) Wenn ja, welche Erkenntnisse sind dies?
b) Welche Maßnahmen plant die Bundesregierung, um die Investitionskraft
der Kommunen dauerhaft zu stärken?
6. Sind der Bundesregierung Fälle aus den Ländern bekannt, bei welchen
aufgrund unhaltbarer hygienischer Zustände der Schulbetrieb nicht
aufrechterhalten werden konnte (bitte nach Ort, Schultyp und Dauer des
Unterrichtsausfalls aufschlüsseln)?
Berlin, den 20. September 2019
Dr. Alice Weidel, Dr. Alexander Gauland und Fraktion
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.betrifft-gesetze.de
ISSN 0722-8333]
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