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Kleine AnfrageWahlperiode 19Beantwortet
Bilanz der Politik ländlicher Räume der Bundesregierung in der 19. Wahlperiode
(insgesamt 84 Einzelfragen)
Fraktion
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
Ressort
Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft
Datum
26.07.2021
Antwortdauer
42 Tage
Aktualisiert
26.07.2022
BT19/3069614.06.2021
Bilanz der Politik ländlicher Räume der Bundesregierung in der 19. Wahlperiode
Kleine Anfrage
Volltext (unformatiert)
[Kleine Anfrage
der Abgeordneten Markus Tressel, Renate Künast, Harald Ebner, Friedrich
Ostendorff, Christian Kühn (Tübingen), Daniela Wagner, Britta Haßelmann, Stefan
Schmidt, Claudia Müller, Margit Stumpp, Stefan Gelbhaar, Dr. Manuela Rottmann,
Erhard Grundl und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
Bilanz der Politik ländlicher Räume der Bundesregierung in der 19. Wahlperiode
Die Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft Julia Klöckner
bezeichnet die ländlichen Räume gern als Kraftzentren Deutschlands und
versprach in ihrer Antrittsrede im März 2018 gute Rahmenbedingungen zu
schaffen, Ideen und Ehrenamt zu unterstützen sowie strukturschwache Regionen
finanziell besser zu stellen https://www.bundesregierung.de/breg-de/service/bul
letin/rede-der-bundesministerin-fuer-ernaehrung-und-landwirtschaft-julia-kloec
kner--862378).
Ein Meilenstein ihrer Politik hätte die Kommission „Gleichwertige
Lebensverhältnisse“ sein können. Es kam jedoch zu keiner Einigung auf eine dringend
gebotene Weiterentwicklung der Förderlandschaft und Herauslösung der
ländlichen Räume aus der äußerst agrarlastigen Gemeinschaftsaufgabe zur
Unterstützung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes (GAK). Gereicht hat es
lediglich für einen zeitlich befristeten Sonderrahmenplan für ländliche
Entwicklung und für eine Reihe öffentlichkeitswirksamer Förderaufrufe, die zu
immer neuen Modellprojekten führen, anstatt langfristige Strukturen aufzubauen.
Denn diese braucht es, insbesondere in der Daseinsvorsorge, um realistische
Bleibe- und Rückkehrperspektiven für die Menschen zu schaffen.
Erst kürzlich veröffentlichte die Bundeslandwirtschaftsministerin Julia
Klöckner gemeinsam mit ihrem Parteikollegen Christian Haase in dem
Diskussionspapier „Sieben Mal Zukunft auf dem Land“, was es noch alles zu tun gibt
(https://kpv.de/wp-content/uploads/Sieben-Mal-Zukunft-auf-dem-Land_fina
l.pdf). Die Corona-Pandemie hat den ländlichen Regionen einen neuen Hype
verschafft, Digitalisierung und eine neue Akzeptanz des Home-Office machen
das Leben auf dem Land für so einige neuerdings reizvoll. Aber damit das nicht
bei einem Hype bleibt, sondern die Zuzüge tatsächlich von Dauer sein können,
müssen die Strukturen stimmen.
Die ländlichen Räume sind ein Querschnittsthema. Durch die Abfrage von
Kennzahlen der ländlichen Räume, die wichtige Bereiche betreffen, wie
Wohnen und Wirtschaft, Beteiligung und Demokratie, Demographie und
Gesundheitsversorgung, Infrastruktur und Daseinsvorsorge sowie Regionalentwicklung
und Förderpolitik, möchten die Fragestellenden die Ergebnisse der Politik der
aktuellen Bundesregierung und die ungelösten Herausforderungen dieser
Legislaturperiode herausfinden.
Deutscher Bundestag Drucksache 19/30696
19. Wahlperiode 14.06.2021
Im November 2020 hat die Bundesregierung den Dritten Bericht zur
Entwicklung ländlicher Räume veröffentlicht, in dem sie Schwerpunkte und Initiativen
ihrer Arbeit darstellt.
Wir fragen die Bundesregierung:
1. Wie beurteilt die Bundesregierung die Zuständigkeit der ländlichen Räume
im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) vor
dem Hintergrund der zunehmenden wirtschaftlichen Bedeutung
außerlandwirtschaftlicher Sektoren im Verhältnis zur Landwirtschaft für die
ländlichen Räume?
2. Wie hat sich die Anzahl der sogenannten strukturschwachen ländlichen
Regionen in den letzten zehn Jahren entwickelt (bitte nach dem Grad der
Ländlichkeit aus der Thünen-Typologie und nach Bundesland
aufschlüsseln)?
3. Welche neuen Maßnahmen hat die Bundesregierung ergriffen, um
gemeinsam mit den Ländern Gebäudeleerstand in Ortskernen entgegenzuwirken,
wie unter Nummer 5 „Dörfer und ländliche Räume stärken“ im
Maßnahmenkatalog der Bundesregierung zur Umsetzung der Ergebnisse der
Kommission „Gleichwertige Lebensverhältnisse“ erwähnt (https://www.bmi.bu
nd.de/SharedDocs/downloads/DE/veroeffentlichungen/themen/heimat-inte
gration/gleichwertige-lebensverhaeltnisse/kom-gl-massnahmen.pdf?__blo
b=publicationFile&v=4)?
4. Inwiefern gewährleistet die Bundesregierung, dass die Anwendung von
§ 13b des Baugesetzbuchs nicht zu einem erhöhten Leerstand in
Ortskernen führt?
5. Welche Erfahrungen wurden bisher mit der Anwendung des § 13b des
Baugesetzbuchs bezüglich des Leerstandes von Ortskernen gemacht?
6. Inwiefern haben sich nach Kenntnis der Bundesregierung die
Immobilienwerte der Bestandsimmobilien in den Gemeinden entwickelt, die § 13b des
Baugesetzbuchs angewendet haben?
7. Wie haben sich Leerstand, Wert, Verkaufs- und Vermietungspreise von
Wohnimmobilien in den letzten fünf Jahren in ländlichen Räumen
entwickelt (bitte nach dem Grad der Ländlichkeit aus der Thünen-Typologie
aufschlüsseln)?
Welche ländlichen Regionen weisen eine besonders hohe Leerstandsquote
und starken Wertverlust auf (bitte begründen)?
8. In welchen Gemeinden in ländlichen Räumen gelten nach Kenntnis der
Bundesregierung die Regelungen der sogenannten Mietpreisbremse nach
§ 556d des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB)?
9. In welchen Gemeinden in ländlichen Räumen gelten nach Kenntnis der
Bundesregierung abgesenkte Mieterhöhungsmöglichkeiten auf Basis der
ortsüblichen Vergleichsmiete nach § 558 Absatz 3 Satz 2 BGB?
10. In welchem Umfang wurden Anträge auf das Baukindergeld gestellt (bitte
nach dem Grad der Ländlichkeit aus der Thünen-Typologie, nach
Bundesland und der entsprechenden Anzahl aufschlüsseln)?
11. Mit welchen Maßnahmen unterstützt die Bundesregierung Wohnprojekte
in ländlichen Regionen, in denen Menschen mit mehreren Parteien
beispielsweise generationsübergreifend, gemeinschaftlich leben?
12. Welche erfolgreichen Modellvorhaben zur ländlichen Entwicklung im
Rahmen der Städtebauförderung wurden in der laufenden
Legislaturperiode in eine Regelförderung überführt (vgl. Koalitionsvertrag zwischen
CDU, CSU und SPD von 2018, S. 177)?
13. Mit welchen neuen Förderaufrufen innerhalb der Städtebauförderung
verfolgt die Bundesregierung die Belebung von Orts- und Stadtkernen,
interkommunalen Kooperationen und Stadt- bzw. Umlandpartnerschaften in
ländlichen Räumen wie im Koalitionsvertrag zwischen CDU/CSU und
SPD von 2018 vereinbart?
14. Wie wurde das Programm der Städtebauförderung „Kleinere Städte und
Gemeinden – überörtliche Zusammenarbeit und Netzwerke“ in der
laufenden Legislaturperiode weiterentwickelt?
15. Wie hat sich die Anzahl an ehrenamtlich Engagierten in der
Kommunalpolitik in den letzten zehn Jahren in ländlichen Räumen entwickelt (bitte
nach dem Grad der Ländlichkeit aus der Thünen-Typologie, nach
Bundesländern und Geschlecht aufschlüsseln)?
16. Wie hat sich das ehrenamtliche Engagement im Allgemeinen in den letzten
zehn Jahren in ländlichen Räumen entwickelt (bitte nach Geschlecht und
dem Grad der Ländlichkeit aus der Thünen-Typologie aufschlüsseln)?
17. Wie hat sich nach Kenntnis der Bundesregierung die Vereinslandschaft in
den letzten zehn Jahren in ländlichen Räumen verändert (bitte nach dem
Grad der Ländlichkeit aus der Thünen-Typologie, nach Bundesland und
Bereich aufschlüsseln)?
18. Wie hat sich die Beschäftigungsquote von Frauen in den letzten zehn
Jahren in ländlichen Räumen entwickelt (bitte nach dem Grad der
Ländlichkeit aus der Thünen-Typologie, nach Teil- und Vollzeitbeschäftigung und
Bundesland aufschlüsseln)?
19. Mit welchen Maßnahmen hat die Bundesregierung die Teilhabe von
Frauen in ländlichen Räumen befördert und sie wirtschaftlich gestärkt, wie
im Koalitionsvertrag von 2018 zwischen CDU, CSU und SPD
beschlossen?
20. Wie viele Co-Working-Spaces gibt es nach Kenntnis der Bundesregierung
heute in ländlichen Regionen (bitte nach Bundesländern aufschlüsseln)?
Wie viele der Co-Working Spaces haben Bundesfördermittel,
beispielsweise über den Förderbereich ILE in der GAK, erhalten?
21. Mit welchen Maßnahmen stellt die Bundesregierung den Zugang zu Kultur
und kultureller Bildung in ländlichen Regionen sicher?
22. Inwiefern fördert die Bundesregierung Initiativen, die Rückkehrerinnen
und Rückkehrer und auch Interessierte anspricht und dabei unterstützt,
ihren Lebensmittelpunkt in ländliche Räume zu verlegen?
23. In welchen ländlichen Kreisen konnte die Bevölkerungsabnahme gestoppt
oder zumindest verlangsamt werden in den letzten zehn Jahren?
24. Welches sind die fünf ländlichen Kreise, die in den letzten zehn Jahren am
härtesten vom Bevölkerungsrückgang betroffen waren?
25. Welche Kenntnisse hat die Bundesregierung über Zuzüge in ländliche
Regionen respektive über eine Stadtflucht in ländlichen Regionen zu
Zeiten der Corona-Pandemie?
26. Wie haben sich die Anzahl der Menschen in Deutschland, die in ländlichen
Räumen leben, und der Anteil der Fläche Deutschlands, der zu den
ländlichen Räumen zählt in den letzten 20 Jahren entwickelt (bitte nach dem
Grad der Ländlichkeit aus der Thünen-Typologie und nach Bundesland
aufschlüsseln)?
27. Welche Regionen gehören nach der Bevölkerungsprognose bis 2040 des
BBSR zu den schrumpfenden Regionen (bitte den erwarteten Rückgang
der Bevölkerung bis 2040 in Prozent angeben), und in welchen Regionen
nimmt die Anzahl der über 60-Jährigen bis 2040 besonders stark zu (bitte
auch nach dem Grad der Ländlichkeit aus der Thünen-Typologie und nach
Bundesländern aufschlüsseln)?
Für welche ländlichen Regionen wird ein Wachstum der Bevölkerung
prognostiziert (bitte begründen)?
28. Wie hat sich die Anzahl der Menschen mit Migrationshintergrund in den
letzten 20 Jahren in ländlichen Räumen verändert (bitte nach dem Grad der
Ländlichkeit aus der Thünen-Typologie und nach Bundesländern
aufschlüsseln)?
In welchen ländlichen Regionen leben besonders viele bzw. wenige
Menschen mit Migrationshintergrund (bitte begründen)?
29. Wie hat sich die Wahlbeteiligung in den letzten zehn Jahren in ländlichen
Räumen entwickelt (bitte nach dem Grad der Ländlichkeit aus der Thünen-
Typologie, nach Bundesländern, Kommunal-, Landes- und
Bundestagswahlen aufschlüsseln)?
30. Wie hat sich die Mitgliedschaft bei Parteien in den letzten zehn Jahren in
ländlichen Räumen entwickelt (bitte nach dem Grad der Ländlichkeit aus
der Thünen-Typologie, nach Bundesländern, Geschlecht und Partei
aufschlüsseln)?
31. Wie beurteilt die Bundesregierung die Auswirkungen von
Gemeindegebietsreformen für den Zusammenhalt der Gesellschaft in ländlichen
Räumen?
32. Wie hat sich die Anzahl der Lebensmittelfachgeschäfte in den letzten zehn
Jahren in ländlichen Räumen entwickelt (bitte nach Betriebsform, dem
Grad der Ländlichkeit aus der Thünen-Typologie und nach Bundesländern
aufschlüsseln)?
33. Wie hat sich die Versorgung in ländlichen Regionen mit Einrichtungen der
multifunktionalen Nahversorgung in den letzten zehn Jahren entwickelt
(bitte nach Bundesländern aufschlüsseln)?
34. Wie haben sich Online-Marktplätze in Anlehnung an den lokalen
Einzelhandel in Kleinstädten entwickelt?
Wie viele dieser Marktplätze haben einen relevanten Nutzerinnen- bzw.
Nutzerkreis, sodass dieser sich wirtschaftlich trägt?
35. Was hat die Bundespolitik unternommen, um digitale Ansätze in der
Nahversorgung zu fördern?
36. Wie viele Vorhaben zur regionalen Wertschöpfung und Vermarktung
wurden und werden in der laufenden Legislaturperiode gefördert (vgl.
Koalitionsvertrag von 2018 zwischen CDU, CSU und SPD; bitte nach
Bundesland aufschlüsseln)?
37. Wie viele Solidarische Landwirtschaft-Projekte gibt es in Deutschland
(bitte nach Bundesländern aufschlüsseln)?
Welche Fördermöglichkeiten gibt es von Seiten des Bundes für Initiativen
der Solidarischen Landwirtschaft?
38. Wie hat sich der Fachkräftemangel in den letzten zehn Jahren in ländlichen
Räumen entwickelt (bitte nach dem Grad der Ländlichkeit aus der Thünen-
Typologie, nach Bundesland und Branche aufschlüsseln)?
39. Wie bewertet die Bundesregierung den sinkenden Anteil an Gründungen in
strukturschwachen Regionen, erkenntlich z. B. durch den niedrigen
Abfluss (30 Prozent) des ERP-Programms – Kapital für Gründungen – in
strukturschwache Regionen?
Sind strukturschwache, ländliche Regionen davon besonders betroffen?
40. Hat die Bundesregierung die wirtschaftspolitischen Maßnahmen zur
Steigerung der wirtschaftlichen Produktivität in strukturschwachen Regionen
in der 19. Wahlperiode des Deutschen Bundestages beurteilt, unter
Beachtung, das insbesondere in Ostdeutschland die Wirtschaftskraft in den
letzten Jahren auf dem Niveau von ca. drei Viertel des
Bundesdurchschnitts stagnierte?
Welche Besonderheiten zeigen sich in ländlichen strukturschwachen
Räumen im Vergleich zu städtisch geprägten, strukturschwachen Räumen?
41. Hat die Bundesregierung die Teilnahme strukturschwacher Regionen an
den Förderprogrammen des Gesamtdeutschen Fördersystems beurteilt,
insbesondere an „WIR! – Wandel durch Innovation in der Region“, „Rubin –
regionale unternehmerische Bündnisse und Innovation“ und „Region
Innovativ“?
Welche Impulse beobachtet und verspricht sich die Bundesregierung für
ländliche Räume?
42. Mit welchen Maßnahmen hat der Bund das Zentrale-Orte-System gestärkt,
wie im Abschlussbericht „Unser Plan für Deutschland – gleichwertige
Lebensverhältnisse überall“ der Kommission „Gleichwertige
Lebensverhältnisse“ empfohlen?
43. Hat die Bundesregierung die Empfehlung der Facharbeitsgruppe
„Raumordnung und Statistik“ der Kommission „Gleichwertige
Lebensverhältnisse“, „ob steuerliche Anreize für Betriebe und Arbeitnehmer zugunsten von
Räumen mit besonderem Handlungsbedarf rechtlich möglich und sinnvoll
sind“, geprüft (vgl. Abschlussbericht der Facharbeitsgruppe
„Raumordnung und Statistik“ der Kommission „Gleichwertige
Lebensverhältnisse“)?
Wenn nein, warum nicht?
44. Hat die Bundesregierung den Ansatz einer „Kleinstadtakademie“ als
zentralen Baustein der Bundesinitiative „Kleinstädte in Deutschland“
weiterverfolgt, wie im Abschlussbericht der Facharbeitsgruppe „Raumordnung
und Statistik“ der Kommission „Gleichwertige Lebensverhältnisse“
empfohlen?
45. Welche Maßnahmen hat die Bundesregierung ergriffen, um – wie im
Koalitionsvertrag von 2018 zwischen CDU, CSU und SPD vereinbart – das
Förderverfahren beim Breitbandausbau so zu gestalten, dass unterversorgte
Gebiete in ländlichen Regionen systematisch ausgebaut werden?
46. Wie hat sich die Verfügbarkeit von Breitband-Internet mit mindestens
50 Mbit/s, mindestens 100 Mbit/s und mindestens 1 GB/s in den letzten
fünf Jahren in ländlichen Regionen entwickelt (bitte nach dem Grad der
Ländlichkeit aus der Thünen-Typologie und nach Bundesländern
aufschlüsseln)?
Welche ländlichen Regionen verfügen im Vergleich zum
Bundesdurchschnitt über besonders langsame Internetversorgung (bitte begründen)?
47. Wie hat sich die Mobilfunkversorgung in den ländlichen Räumen in den
letzten fünf Jahren entwickelt (bitte nach Verbindungsgeschwindigkeit,
Bundesland und Mobilfunkanbieter sowie nach dem Grad der Ländlichkeit
aus der Thünen-Typologie aufschlüsseln)?
48. Welche Maßnahmen hat die Bundesregierung in der laufenden
Legislaturperiode getroffen, um für eine lückenlose Mobilfunkversorgung
insbesondere in ländlichen Räumen zu sorgen?
49. Wie viele Landkreise, kreisfreie Städte und Kommunen verfügen über eine
Digitalstrategie?
50. Wie unterstützt die Bundesregierung Landkreise, kreisfreie Städte und
Kommunen insbesondere in ländlichen Regionen bei der Digitalisierung?
51. Hat die Bundesregierung – wie im Koalitionsvertrag von 2018 zwischen
CDU, CSU und SPD vereinbart – in der laufenden Legislaturperiode ein
eigenes Programm speziell zur Förderung der Mobilität in ländlichen
Räumen aufgelegt?
Wenn nein, warum nicht?
Mit welchen Maßnahmen hat die Bundesregierung das im
Koalitionsvertrag 2018 zwischen CDU, CSU und SPD festgelegte Ziel verfolgt,
Bahnhöfe und Bahnhaltestellen in den Regionen zu halten?
52. Mit welchen Maßnahmen fördert die Bundesregierung abseits finanzieller
Mittel Mobilität im ländlichen Raum und sichert gleichwertige
Lebensverhältnisse in den Regionen?
53. Welche Modellprojekte zur Förderung und zum Ausbau des Radverkehrs
und zur Förderung der Verknüpfung von Radverkehr und ÖPNV hat die
Bundesregierung während der laufenden Legislaturperiode in ländlichen
Räumen gefördert oder selbst durchgeführt (bitte einzelne Projekte nach
Bundesland, Grad der Ländlichkeit aus der Thünen-Typologie und mit
Fördersumme auflisten)?
54. Welche Maßnahmen zur Förderung und zum Ausbau des Radverkehrs und
zur Förderung der Verknüpfung von Radverkehr und ÖPNV hat die
Bundesregierung während der laufenden Legislaturperiode in ländlichen
Räumen gefördert oder selbst durchgeführt (bitte einzelne Modellprojekte
und andere Maßnahmen nach Bundesland, Grad der Ländlichkeit aus der
Thünen-Typologie und mit Fördersumme auflisten)?
55. Mit welchen Maßnahmen hat die Bundesregierung in der laufenden
Legislaturperiode welche neuen Angebotsformen zur Verbesserung des
Mobilitätsangebots in ländlichen Räumen, wie im o. g. Koalitionsvertrag von
2018 zwischen CDU, CSU und SPD vereinbart, adressiert?
Welche Pilotprojekte konnten auch nach Ende der Förderung
weiterbestehen?
56. Wie viele Mittelzentren in ländlichen Räumen wurden im Laufe dieser
Legislaturperiode neu oder wieder an das Bahnnetz angeschlossen?
57. Wie hoch ist der Anteil der an die Bundesländer (ohne Stadtstaaten)
insgesamt ausgereichten Regionalisierungsmittel, der nach Kenntnis der
Bundesregierung in dieser Legislaturperiode in die Mobilität in ländlichen
Räumen geflossen ist (bitte nach Jahren und Bundesländern
aufschlüsseln)?
58. Gibt es die digitale Mobilitätsplattform, wie im Koalitionsvertrag von
2018 zwischen CDU, CSU und SPD vereinbart?
Wenn nein, warum nicht?
59. Wie viele Mittel flossen in der laufenden Legislaturperiode in die
Entwicklung einer digitalen Mobilitätsplattform, und wann kann diese nach Plan
der Bundesregierung flächendeckend zum Einsatz kommen?
60. Welche Investitionen hat die Bundesregierung in der laufenden
Legislaturperiode in die Daseinsvorsorge getätigt mit dem Ziel, die ländlichen
Räume zu stärken (wie im Koalitionsvertrag von 2018 zwischen CDU,
CSU und SPD vereinbart)?
61. Wie haben sich das Angebot von und die Nachfrage nach
Gesundheitsversorgung und Pflege sowie die Entfernung in Kilometer und die Fahrtzeit in
Minuten zum Hausarzt, Facharzt, Krankenhaus und zu stationärer Pflege
sowie die durchschnittliche Dauer bis zum Eintreffen des Krankenwagens
in ländlichen im Vergleich zu halbstädtischen und städtischen Regionen
seit 2016 entwickelt (bitte nach dem Grad der Ländlichkeit aus der
Thünen-Typologie und nach Bundesländern aufschlüsseln)?
Welche ländlichen Regionen weisen eine besonders dünne Gesundheits-
und Pflegeinfrastruktur auf (bitte begründen)?
62. Wie hat sich das Angebot im Bereich der Geburtshilfe in den letzten zehn
Jahren in ländlichen Regionen entwickelt (bitte nach Hebammen und
Krankenhäusern mit Fachabteilungen für Frauenheilkunde und
Geburtshilfe, dem Grad der Ländlichkeit aus der Thünen-Typologie und nach
Bundesland aufschlüsseln)?
63. Wie hat sich die Zahl der Krankenhausnotfallambulanzen im ländlichen
Raum seit dem 1. Januar 2019 entwickelt?
64. Was hat die Bundespolitik getan, um eine wohnortnahe Geburtshilfe und
Versorgung durch Hebammen, wie im Koalitionsvertrag von 2018
zwischen CDU, CSU und SPD erwähnt, sicherzustellen?
65. Welche Maßnahmen hat die Bundesregierung ergriffen, um kleineren
Verwaltungen in ländlichen Räumen den Zugang zu Fördermitteln zu
erleichtern, beispielsweise durch Lotsen, wie im Abschlussbericht der
Facharbeitsgruppe „Raumordnung und Statistik“ der Kommission
„Gleichwertige Lebensverhältnisse“ empfohlen wird?
66. Warum hat die Bundesregierung nicht, wie im Koalitionsvertrag von 2018
zwischen CDU, CSU und SPD vereinbart und wie im Abschlussbericht der
beiden Facharbeitsgruppen „Wirtschaft und Innovation“ und
„Raumordnung und Statistik“ der Kommission „Gleichwertige Lebensverhältnisse“
empfohlen, die Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der Agrarstruktur
und des Küstenschutzes“ (GAK) um ländliche Entwicklung ergänzt?
In welchem Umfang wurde von der Übertragbarkeit der Mittel Gebrauch
gemacht?
67. Wieso ist der GAK-Sonderrahmenplan „Förderung der ländlichen
Entwicklung“ auf die laufende Legislaturperiode begrenzt?
68. Wie hoch war der Mittelabfluss des Sonderrahmenplans Ländliche
Entwicklung (bitte für die einzelnen Förderbereiche aufschlüsseln)?
69. Wie viele der Projekte des BMEL-Bundesprogramms ländliche
Entwicklung (BULE) konnten nach Abschluss der Förderung und nach
Auswertung der abgeschlossenen Fördermaßnahmen, die laut Evaluationsbericht
für Ende 2020 erwartet wurde, über die Förderperiode hinaus
weiterbestehen (https://www.bmel.de/SharedDocs/Downloads/DE/_laendliche-Reg
ionen/Foerderung-des-laendlichen-Raumes/BULE/bule-evaluationsbericht.
pdf?__blob=publicationFile&v=5)?
70. Wie hoch war der Mittelabfluss des Förderbereichs Integrierte Ländliche
Entwicklung (ILE) der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der
Agrarstruktur und des Küstenschutzes“ (GAK) und des dazugehörigen
Sonderrahmenplans in den Jahren 2019 und 2020 in den einzelnen
Bundesländern, und wie verteilten sich die Mittel auf die GRW-Fördergebiete und die
zehn Maßnahmen des Förderbereichs 1 (ILE) und die drei Maßnahmen des
Förderbereichs 3 A – Verbesserung der Verarbeitungs- und
Vermarktungsstrukturen landwirtschaftlicher Erzeugnisse – (bitte nach Soll- und Ist-
Werten für die einzelnen Bundesländer aufschlüsseln)?
71. Welche Erkenntnisse erbrachten das Vorhaben „Netzwerk Regionale
Daseinsvorsorge“ und das Modellvorhaben „Langfristige Sicherung von
Versorgung und Mobilität in ländlichen Räumen“ für die Weiterentwicklung
der Politik für ländliche Räume und/oder der Strukturpolitik, und
inwiefern ist eine Übertragung der Ergebnisse in strukturelle Förderung
vorgesehen?
72. Laut Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und SPD sind für die
laufende Legislaturperiode Investitionen in Höhe von 8,0 Mrd. Euro für die
Fortsetzung kommunaler wie auch von Landesprogrammen eingeplant,
welche Programme sind dies im Einzelnen?
73. Welche Mittel kamen und kommen in der laufenden Legislaturperiode den
ländlichen Räumen zugute (bitte nach Haushaltstitel und Haushaltsjahr
sowie Ist- und Soll-Werten aufschlüsseln)?
Welche Veränderungen gab es hier im Vergleich zur 18. Wahlperiode?
74. Wie soll die Ausgestaltung der Agrarfördermittel (2. Säule) aussehen?
75. Wie ist der Stand zur Planung und Vorbereitung zur Ausarbeitung der
LEADER-Fördermittel?
76. Wie positioniert sich die Bundesregierung zum LEADER/CLLD-Ansatz
auf Bundes- bzw. Landesebene?
77. Gibt es konkrete Pläne für zusätzliche Gelder im Bereich CLLD/
LEADER?
78. Ist beabsichtigt, eine indirekte finanzielle Aufstockung der LEADER-
Mittel mittels EFRE bzw. ESF durchzuführen?
79. Gibt es die Absicht, gemeinsame Strukturen von LEADER/EFRE/ESF im
Bereich CLLD aufzubauen bzw. zu stärken?
80. Welche Bestrebungen macht die Bundesregierung, um den CLLD-Ansatz
mit finanzieller Unterstützung zu unterfüttern, insbesondere im Hinblick
auf die Verträge mit den einzelnen Bundesländern?
81. In welchen Umfang wurden die Mittel der befristeten Sonderunterstützung
im Rahmen des Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung
des ländlichen Raums (ELER) als Reaktion auf den COVID-19-Ausbruch
ausgeschöpft (https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/PDF/?uri=C
ELEX:32020R0872&from=EN; bitte nach Betriebsgröße,
Wirtschaftsbereich und Bundesland aufschlüsseln)?
82. Wie planen Bund und Länder, die Mittel aus dem europäischen Aufbau-
und Resilienzplan (RRF) für den ländlichen Raum einzusetzen und zu
verteilen?
83. Mit welchen Maßnahmen hat die Bundesregierung in der laufenden
Legislaturperiode den Tourismus in ländlichen Regionen gezielt unterstützt?
84. Welche Maßnahmen hat die Bundesregierung in der 19. Legislaturperiode
unternommen, um die Entwicklung der ländlichen Räume auf eine
nachhaltige Entwicklung auszurichten?
Berlin, den 8. Juni 2021
Katrin Göring-Eckardt, Dr. Anton Hofreiter und Fraktion
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.betrifft-gesetze.de
ISSN 0722-8333]
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