Ursprung des Coronavirus
der Abgeordneten Jessica Tatti, Andrej Hunko, Dr. Sahra Wagenknecht, Klaus Ernst, Sevim Dağdelen, Zaklin Nastic, Alexander Ulrich, Christian Leye, Ali Al-Dailami, Amira Mohamed Ali und der Gruppe BSW
Vorbemerkung
Am 12. März 2025 berichtete die „Süddeutsche Zeitung“ (SZ): „BND glaubt an Laborunfall als Ausgang der Corona-Pandemie“ (www.sueddeutsche.de/politik/corona-bnd-china-li.3217853?reduced=true). Dem Bericht zufolge hält es der Bundesnachrichtendienst (BND) für wahrscheinlich, dass ein Laborunfall im chinesischen Wuhan die Ursache der weltweiten Corona-Pandemie gewesen ist. Zu dieser Bewertung kam der deutsche Geheimdienst nach Informationen von „Süddeutscher Zeitung“ und „Zeit“ bereits im Jahr 2020.
Noch in der Regierungszeit von Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel unterrichtete BND-Präsident Dr. Bruno Kahl dem SZ-Bericht zufolge persönlich das Bundeskanzleramt. Das Bundeskanzleramt habe allerdings entschieden, die brisante Einschätzung unter Verschluss zu halten.
Der Nanowissenschaftler Prof. Dr. Roland Wiesendanger (Universität Hamburg) kam bereits am 18. Februar 2021 in einer Studie zu dem Ergebnis, „dass sowohl die Zahl als auch die Qualität der Indizien für einen Laborunfall am virologischen Institut der Stadt Wuhan als Ursache der gegenwärtigen Pandemie sprechen“, u. a. weil:
- „Fledermäuse wurden nicht auf dem in Verdacht geratenen Fischmarkt im Zentrum der Stadt Wuhan angeboten. Im virologischen Institut der Stadt Wuhan gibt es jedoch eine der weltweit größten Sammlungen von Fledermauserregern, welche von weit entfernten Höhlen in südchinesischen Provinzen stammen. Es ist extrem unwahrscheinlich, dass sich Fledermäuse aus dieser Entfernung von nahezu 2 000 km auf natürliche Weise auf den Weg nach Wuhan begeben haben, um dann in unmittelbarer Nähe dieses virologischen Instituts eine weltweite Pandemie auszulösen.
- Eine Forschungsgruppe am virologischen Institut der Stadt Wuhan hat über viele Jahre hinweg gentechnische Manipulationen an Coronaviren vorgenommen mit dem Ziel, diese für Menschen ansteckender, gefährlicher und tödlicher zu machen. Dies ist in der wissenschaftlichen Fachliteratur durch zahlreiche Publikationen belegt.
- Es existierten erhebliche Sicherheitsmängel im virologischen Institut der Stadt Wuhan bereits vor Ausbruch der Coronavirus-Pandemie, welche dokumentiert sind.“
(archive.ph/WlQ39#selection-953.101-953.380; siehe auch www.noz.de/deutschland-welt/politik/artikel/stammt-corona-aus-wuhan-labor-forscher-wiesendanger-bilanziert-48472407).
Auch in den USA drängten Forscher wie der Asienexperte und frühere Berater der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Jamie Metzl, „schon in den ersten Wochen der Pandemie darauf, ein Laborleck als mögliche Ursache ernst zu nehmen. Er wies früh auf zwei Institute in Wuhan hin, die an Coronaviren forschten, teils mit riskanten Methoden und ohne ausreichenden Schutz“. Laut dem Nachrichtenmagazin „DER SPIEGEL“ (23. Juli 2024) hegte eine Reihe von Wissenschaftlern „früh den Verdacht, dass das Virus sehr wohl im Labor entstanden sein könnte, ja dass dies wahrscheinlicher sei als ein natürlicher Ursprung. Grund dafür war eine Besonderheit im Spike-Protein, die sogenannte Furin-Spaltstelle. Diese hilft dem Erreger, in menschliche Zellen einzudringen und macht ihn um einiges ansteckender“ (www.spiegel.de/ausland/coronavirusanhoerung-im-us-kongress-zu-corona-anthonyfauci-unter-feuer-a-eb572ccb-2fb7-4870-8d5a-fda4abe463af).
Doch solche Wortmeldungen von namhaften Wissenschaftlern wurden schon früh zu „Verschwörungstheorien“ erklärt – in einem Brief von mehreren Forschern, der am 7. März 2020 in „The Lancet“ veröffentlicht und der danach von sehr vielen Medien weltweit aufgegriffen wurde (www.thelancet.com, Vol 395 March 7, 2020): „We stand together to strongly condemn conspiracy theories suggesting that COVID-19 does not have a natural origin.“ Einer der Mitunterzeichner war der Charité-Forscher und Berater der Bundesregierung Prof. Dr. Christian Drosten (www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140-6736(20)30418-9/fulltext).
Ungeachtet der in Deutschland von Regierungsseite und den meisten Medien weiterhin vertretenen Festlegung auf einen natürlichen Ursprung des Virus (siehe etwa die Fragen an die Bundesregierung der Abgeordneten Jessica Tatti im Juli 2024, Schriftliche Frage 169 auf Bundestagsdrucksache 20/12484 sowie im Januar 2025, die Schriftliche Frage 119 auf Bundestagsdrucksache 20/14894, zum Ursprung des Coronavirus), gab es vor allem in den USA zuletzt eine ebenso intensive wie kontroverse Debatte unter Wissenschaftlern, in Medien, Politik und Geheimdiensten über den Ursprung des Coronavirus. In der „New York Times“ wurde am 3. Juni 2024 von der M. I. T.- (Massachusetts Institute of Technology) und Harvard-Molekularbiologin Dr. Alina Chan (Co-Autorin von „Viral: The Search for the Origin of COVID-19.“) dargelegt: „Why the Pandemic Probably Started in a Lab“. Laut der Autorin gebe es immer mehr Hinweise, dass SARS-CoV-2 aus einem Labor in Wuhan, China, stammt („that the pandemic most likely occurred because a virus escaped from a research lab in Wuhan, China“; www.nytimes.com/interactive/2024/06/03/opinion/covid-lab-leak.html).
Eine zentrale Erkenntnis im Abschlussbericht des US-Repräsentantenhauses „After Action Review of the COVID-19 Pandemic: The Lessons Learned and a Path Forward“, veröffentlicht am 2. Dezember 2024, ist, dass COVID-19 höchstwahrscheinlich im Labor entstanden ist („COVID-19 most likely emerged from a laboratory in Wuhan, China“), u. a. weil:
- „1) The virus possesses a biological characteristic that is not found in nature.
- 2) Data shows that all COVID-19 cases stem from a single introduction into humans. This runs contrary to previous pandemics where there were multiple spillover events.
- 3) Wuhan is home to China’s foremost SARS research lab, which has a history of conducting gain-of-function research at inadequate biosafety levels.“
(oversight.house.gov/release/final-report-covid-select-concludes-2-year-investigation-issues-500-page-final-report-on-lessons-learned-and-the-path-forward/).
Die deutsche Journalistin Aya Velázquez schließlich ging zuletzt in mehreren Interviews der Frage nach, ob das künstlich hergestellte SARS-CoV-2-Virus zwar bei einem Laborunfall in Wuhan freigesetzt wurde, seine Herstellung allerdings unter maßgeblicher Beteiligung von US-Forschern sowie der Finanzierung durch Dr. Anthony Fauci’s National Institute of Allergy and Infectious Diseases (NIAID) in Kooperation mit Dr. Peter Daszak’s Nichtregierungsorganisation (NGO) EcoHealth Alliance erfolgte (www.velazquez.press/p/sars-cov-2-kommt-aus-einem-us-labor).
Wir fragen die Bundesregierung:
Fragen16
Wurde die damalige Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel über die mutmaßlichen Erkenntnisse des BND (und ggf. anderer Dienste bzw. Behörden) über den mutmaßlichen Ursprung des Coronavirus (SARS-CoV-2) in einem Labor in Wuhan (China) unterrichtet, und wenn ja, wann?
Wurde Bundeskanzler Olaf Scholz über die mutmaßlichen Erkenntnisse des BND (und ggf. anderer Dienste bzw. Behörden) über den mutmaßlichen Ursprung des Coronavirus (SARS-CoV-2) in einem Labor in Wuhan (China) unterrichtet, und wenn ja, wann?
Wurden infolge der mutmaßlichen Erkenntnisse des BND weitere nachrichtendienstliche und bzw. oder wissenschaftliche Untersuchungen zum mutmaßlichen Ursprung des Coronavirus (SARS-CoV-2) in einem Labor in Wuhan (China) sowie zur möglichen Beteiligung deutscher und US-Forscher im Auftrag der Bundesregierung bzw. ihr unterstellter Behörden durchgeführt, wenn ja, mit welchem Ergebnis, und wenn nein, warum nicht?
Warum hat die Bundesregierung laut Medienberichten die Entscheidung getroffen, die mutmaßlichen Erkenntnisse des BND zum Ursprung des Coronavirus zur geheimen Verschlusssache zu erklären, und wird diese Einstufung offiziell aufgehoben werden, und wenn ja wann?
War das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) an der laut Medienberichten getroffenen Entscheidung der Bundesregierung, die mutmaßlichen Erkenntnisse des BND zur geheimen Verschlusssache zu erklären, beteiligt?
Ist geplant, bei der laut Medienberichten in Auftrag gegebenen Sichtung der mutmaßlichen BND-Dokumente sowie der Evaluierung bzw. Vertiefung der mutmaßlichen BND-Erkenntnisse auch ausgewiesene Experten wie Prof. Dr. Roland Wiesendanger zu beteiligen?
Welche Informationen hat die Bundesregierung über die mögliche Beteiligung von US-Forschern an der künstlichen Herstellung des SARS-CoV-2-Virus?
Welche Informationen hat die Bundesregierung über die mögliche Finanzierung der künstlichen Herstellung des SARS-CoV-2-Virus durch das US-National Institute of Allergy and Infectious Diseases?
Waren oder sind nach Kenntnis der Bundesregierung deutsche Wissenschaftler, etwa Prof. Dr. Christian Drosten, in Forschungslaboren in Wuhan (China) direkt oder indirekt involviert?
Haben nach Kenntnis der Bundesregierung deutsche Forscher oder Institutionen wie die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) in China oder anderswo eigene (Gain-of-Function-)Forschung betrieben bzw. sich an Forschungsvorhaben beteiligt, und wenn ja, gab es hierfür Forschungsförderung der öffentlichen Hand?
Ging es nach Kenntnis der Bundesregierung bei dem Sonderforschungsbereich TRR 60 unter Beteiligung der Universität Duisburg Essen auch um Gain-of-Function-Forschung (www.uni-due.de/trr60/)?
Sind das Robert Koch-Institut und das Paul-Ehrlich-Institut dem Hinweis des Entdeckers des HIV-Virus, Luc Montagnier, und indischen Forschern nachgegangen, dass die Wuhan-Varianten mRNA-Sequenzen des HIV-Virus enthalten, und kann die Bundesregierung dies ausschließen?
Ist durch die Bundesregierung oder eine nachgeordnete Behörde eine Sicherheitsabwägung bezüglich der Wahl zwischen herkömmlichen Impfstofftechniken und der modRNA-Technologie vorgenommen worden, und wenn ja, ist hierbei die mutmaßliche BND-Einschätzung zur Herkunft des Coronavirus einbezogen worden?
Inwieweit sind bei den Entscheidungen über Lockdowns und andere Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung in Deutschland die mutmaßlichen BND-Erkenntnisse zur Herkunft des Coronavirus einbezogen worden?
Ist in Kenntnis der BND-Einschätzung untersucht worden, ob in Anbetracht des nach einzelnen Studien im Nachhinein bekannt gewordenen Nachweises von mRNA noch Monate und Jahre nach einer Impfung mögliche Schäden aufgrund der manipulierten mRNA-Sequenzen aufgetreten sind?
Enthält nach Kenntnis der Bundesregierung die Kodierung des Corona-Impfstoffs die Information für eine Furin-Spaltstelle, obwohl hierin nach dem Verständnis der Fragestellenden ein Gefährdungspotenzial liegt, und wenn ja, warum?
Haben nach Kenntnis der Bundesregierung bei anhaltender Persistenz von Spike-Proteinen massenspektrometrische Untersuchungen zur Unterscheidung der Herkunft zwischen mRNA der Infektion und modRNA der Impfung stattgefunden, und wenn nein, warum nicht?
Plant die Bundesregierung angesichts der mutmaßlichen BND-Erkenntnisse zur Herkunft des Coronavirus Initiativen für ein Moratorium bzw. Verbot sowie entsprechende Sanktionen von gefährlicher Gain-of-Function-Forschung bei der künstlichen Herstellung von (Corona-)Viren?