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Kleine AnfrageWahlperiode 17Beantwortet

Belastung von Futtermais aus Serbien mit Aflatoxin B1

Futtermittelimporte: Größenordnung, beteiligte Unternehmen am Import belasteter Mais-Chargen, Auslieferung an Futtermittelunternehmen und landwirtschaftliche Betriebe; EU-Schnellwarnsystem: Drittstaateneinbindung, Konsequenzen aus Warnmeldungen über Schimmelbefall der Ernte 2012; Futtermittelkontrollen: beim Export in die EU, im Verlauf der Produktions- und Handelskette, Untersuchungsmethoden, Erkenntnisse aus dem aktuellen Fall; Bewertung durch das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR): Gesundheitsgefährdung der Bevölkerung und der gefütterten Tiere, wirtschaftliche Schäden für die Landwirtschaft<br /> (insgesamt 37 Einzelfragen)

Fraktion

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Ressort

Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz

Datum

02.04.2013

Antwortdauer

15 Tage

Aktualisiert

26.07.2022

Deutscher BundestagDrucksache 17/1280518. 03. 2013

Belastung von Futtermais aus Serbien mit Aflatoxin B1

der Abgeordneten Friedrich Ostendorff, Cornelia Behm, Harald Ebner, Bärbel Höhn, Sven-Christian Kindler, Undine Kurth (Quedlinburg), Nicole Maisch, Markus Tressel und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Vorbemerkung

Am 1. März 2013 meldete das Niedersächsische Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, dass in einer Lieferung von 45 000 Tonnen Futtermais aus Serbien Höchstmengenüberschreitung von Aflatoxin B1 in Höhe von bis zu 0,204 mg/kg Futtermittel (Höchstwert Futtermittel: 0,02 mg/kg) festgestellt wurden.

Aflatoxin B1 ist ein Schimmelpilzgift, das u. a. von dem natürlich vorkommenden Pilz Aspergillus flavus gebildet werden kann und eine starke krebserzeugende Wirkung zeigt. Lebensmittel und Futtermittel unterliegen deshalb strikten Höchstmengenregelungen. Die Verfütterung belasteter Futtermittel an Tiere kann zu einem Risiko für die Sicherheit der erzeugten Lebensmittel führen.

Wir fragen die Bundesregierung:

Futtermittelimporte

Fragen37

1

Wie viele Futtermittel wurden 2012 in die Europäische Union (EU) importiert (bitte nach Art der Futtermittel und Herkunftsland aufschlüsseln)?

2

Wie viele Futtermittel wurden 2012 aus Drittstaaten außerhalb der EU nach Deutschland importiert (bitte nach Art der Futtermittel und Herkunftsland aufschlüsseln)?

3

Wann wurden nach Kenntnis der Bundesregierung die mit Aflatoxin B1 belasteten Chargen Futtermais in Serbien verladen?

4

Welche Unternehmen waren nach Kenntnis der Bundesregierung am Import der mit Aflatoxin belasteten Mais-Chargen aus Serbien beteiligt?

5

Wann wurden nach Kenntnis der Bundesregierung die betroffenen Chargen Futtermais in Brake angelandet?

6

An welche Futtermittelunternehmen wurde nach Kenntnis der Bundesregierung Futtermais der betroffenen Chargen vom Anlandehafen Brake ausgeliefert?

7

An wie viele landwirtschaftliche Betriebe wurde nach Kenntnis der Bundesregierung belastetes Futtermittel ausgeliefert?

8

Welche weiteren Lieferungen von mit Aflatoxin belasteten Futtermitteln aus Serbien nach Deutschland sind der Bundesregierung bekannt?

9

In welcher Weise sind Drittstaaten in das EU-Schnellwarnsystem eingebunden?

10

Wann erfolgte die erste Warnmeldung im EU-Schnellwarnsystem bezüglich möglicher Aflatoxin-Belastungen der Ernte 2012 in Osteuropa?

11

Gab es danach weitere Meldungen im EU-Schnellwarnsystem bezüglich möglicher Aflatoxin-Belastungen von Futtermitteln aus Osteuropa?

12

Wie lauteten diese Warnmeldungen?

13

Welche Konsequenzen hat die Bundesregierung aus diesen Warnmeldungen des EU-Schnellwarnsystems gezogen?

14

Welche Konsequenzen haben nach Kenntnis der Bundesregierung die serbischen Behörden aus den Meldungen über möglichen Schimmelbefall der Ernte 2012 und den Warnmeldungen des EU-Schnellwarnsystems gezogen?

15

Gab es nach Kenntnis der Bundesregierung aufgrund der Warnungen über möglichen Schimmelbefall der Ernte 2012 verstärkte Eigenkontrollen der Futtermittelimporteure?

16

Welche Konsequenzen auf die Vorwarnungen zu möglichen Aflatoxin-B1-Belastungen in Futtermitteln hält die Bundesregierung bei den Eigenkontrollen für angemessen?

17

Beinhaltet das Assoziierungsabkommen der Europäischen Union mit der Republik Serbien Auflagen bezüglich der Kontrolle von Futtermitteln beim Export in die EU?

18

Welche Kontrollen werden beim Export von Futtermitteln aus Serbien in die EU vorgenommen, und von wem?

19

Wer ist für die Kontrolle von Futtermitteln am Anlandehafen zuständig?

20

Welche Untersuchungen finden bei der Anlandung von Futtermitteln statt?

21

Welche weiteren staatlichen oder privaten Kontrollen finden im Verlauf der Produktions- und Handelskette von Importfuttermitteln statt?

22

Welche Anforderungen werden an die Qualifikation von Futtermittelkontrolleuren gestellt?

23

Welche Anforderungen werden an Untersuchungsmethode und Untersuchungsinstrumentarium gestellt?

24

Welche Erkenntnisse hat die Bundesregierung über die jeweiligen Kontrollergebnisse der im aktuellen Fall mit Aflatoxin B1 befallenen Mais-Chargen?

25

Wie hoch war der höchste Aflatoxin-B1-Wert in der untersuchten Milch?

26

Hätte der Importeur der betroffenen Mais-Chargen bei der Feststellung von Grenzwertüberschreitungen diese an die Kontrollbehörden melden müssen?

27

Wurden im aktuellen Fall nach Kenntnis der Bundesregierung alle Kontroll- und Meldeauflagen eingehalten?

28

Wenn nein, welche Auflagen wurden nicht eingehalten?

29

Hält die Bundesregierung die Eigenkontrollen der Futtermittelunternehmen bei Importfuttermitteln für ausreichend?

30

Hält die Bundesregierung die staatlichen Kontrollen von Importfuttermitteln für ausreichend?

31

Wenn nein, wie sollen staatliche bzw. private Futtermittelkontrollen verbessert werden?

32

Geht nach Auffassung der Bundesregierung aufgrund der schwerer zu kontrollierenden Herkunft, langer Transportwege und breiter Streuung einzelner Chargen auf sehr viele Betriebe von Importfuttermitteln ein höheres Risiko aus als von regional erzeugten und verarbeiteten Futtermitteln sowie von betriebseigenen Futtermitteln?

33

Wie bewertet das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) die Wahrscheinlichkeit gesundheitlicher Gefährdungen der Bevölkerung und wirtschaftlicher Schäden für die Landwirtschaft aufgrund von Futtermittelverunreinigungen bei Importfuttermitteln im Vergleich zu regional erzeugten und verarbeiteten Futtermitteln und betriebseigenen Futtermitteln?

34

Wie bewertet das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) die volkswirtschaftlichen Kosten aufgrund von Futtermittelverunreinigungen bei Importfuttermitteln im Vergleich zu regional erzeugten Futtermitteln und betriebseigenen Futtermitteln?

35

Teilt die Bundesministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Ilse Aigner, die Bewertung des Präsidenten des BfR, Professor Dr. Andreas Hensel, in der Presse, wonach es sich beim aktuellen Fall weder um einen Skandal, noch um eine Krise, sondern lediglich um Routine handele (Westdeutsche Zeitung vom 1. März 2013)?

36

Welche akuten und langfristigen Gesundheitsschäden sind bei den mit belastetem Futtermittel gefütterten Tieren zu erwarten?

37

Wie hoch sind nach Kenntnis der Bundesregierung die Kosten für die betroffenen Landwirte, und inwiefern erfolgt eine Entschädigung der Landwirte?

Berlin, den 18. März 2013

Renate Knast, Jürgen Trittin und Fraktion

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