BundestagKleine Anfragen
Zurück zur Übersicht
Kleine AnfrageWahlperiode 18Beantwortet

Mittelabfluss und Wirkung der KfW-Gebäudesanierungsprogramme und des Marktanreizprogrammes im Jahr 2013

Antragstellungen für das CO2-Gebäudesanierungsprogramm, Bewilligungen, abgelehnte Förderanträge, Mittelverteilung, Förderanforderungen, Auswirkungen der Zinssatzentwicklung, Erreichbarkeit der Energiespar- und Klimaschutzziele, Technologieförderung neben Dämmung; Fördermittel für erneuerbare Energien und Energieeffizienz, Marktanreizprogramm; erzielte CO2-Reduktionen, vermiedene Erdgas- und Erdölimporte, Baukostenentwicklung, geschaffene und gesicherte Arbeitsplätze, Privatinvestitionen und Steueraufkommen<br /> (insgesamt 30 Einzelfragen)

Fraktion

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Ressort

Bundesministerium für Wirtschaft und Energie

Datum

26.06.2014

Aktualisiert

26.07.2022

Deutscher BundestagDrucksache 18/156327.05.2014

Mittelabfluss und Wirkung der KfW-Gebäudesanierungsprogramme und des Marktanreizprogrammes im Jahr 2013

der Abgeordneten Dr. Julia Verlinden, Christian Kühn (Tübingen), Oliver Krischer, Annalena Baerbock, Harald Ebner, Matthias Gastel, Bärbel Höhn, Stephan Kühn (Dresden), Steffi Lemke, Peter Meiwald, Markus Tressel und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Vorbemerkung

Nach einer aktuellen Erhebung der Deutschen Energie-Agentur GmbH (dena) sind 70 Prozent der Wohngebäude in Deutschland mehr als 30 Jahre alt. Rund zwei Drittel davon haben ein gedämmtes Dach bzw. eine gedämmte oberste Geschossdecke. Aber nur 28 Prozent dieser älteren Wohngebäude verfügen über eine Dämmung der Außenwände. Diese Zahlen verdeutlichen das enorme Potenzial für Energieeinsparung im Gebäudebestand. Dieses Potenzial der energetischen Gebäudesanierung gilt es zu heben, um den Klimaschutz voranzubringen, die Abhängigkeit von Brennstoffimporten zu verringern und den Anstieg der Heizkosten zu begrenzen.

So zeigt der bundesweite Heizspiegel 2013 einen erneuten Anstieg der Heizkosten im Jahr 2012 gegenüber dem Vorjahr. Danach betrugen die Heizkosten für eine 70-Quadratmeter-Wohnung, die mit Heizöl beheizt wird, im Jahr 2012 durchschnittlich 990 Euro. Das bedeutet einen Anstieg um 100 Euro im Vergleich zum Jahr 2011 (+ 11,2 Prozent). Haushalte mit Erdgasheizungen zahlten 770 Euro und damit 55 Euro mehr als im Vorjahr (+ 7,7 Prozent). Die Heizkosten für Fernwärme stiegen um 75 Euro auf 860 Euro (+ 9,6 Prozent).

Die energetische Sanierung des Gebäudebestandes ist also nicht nur ein Klimaschutzinstrument, sondern auch ein zentrales Instrument, um die Wohnkostenbelastung nachhaltig zu reduzieren. Einen wesentlichen Anreiz für Investitionen in die energetische Sanierung des Bestandes sollen dabei die unterschiedlichen Förderprogramme der KfW setzen, allen voran das CO2-Gebäudesanierungsprogramm.

Wir fragen die Bundesregierung

Zum Mittelabfluss und den Förderprogrammen

Fragen30

1

Wie hoch war die Anzahl der Antragstellerinnen und Antragssteller für Maßnahmen aus dem CO2-Gebäudesanierungsprogramm der KfW im Zeitraum vom 1. Januar 2013 bis zum 31. Dezember 2013 in absoluten Zahlen, aufgeteilt nach den Einzelprogrammen der KfW (bitte nach Haushaltstiteln aufschlüsseln)?

2

Wie hoch war die Anzahl und das Volumen der Bewilligungen beim CO2-Gebäudesanierungsprogramm der KfW im Zeitraum vom 1. Januar 2013 bis zum 31. Dezember 2013 in absoluten Zahlen, aufgeteilt nach den Einzelprogrammen der KfW?

3

Wie hoch war die Anzahl der abgelehnten Förderanträge, und mit welcher Begründung wurden die Anträge in der Regel abgelehnt (bitte nach Einzelprogrammen aufschlüsseln)?

4

Wie verteilten sich die eingesetzten Mittel auf die unterschiedlichen Antragsstellerinnen und Antragsteller (Privatpersonen, Genossenschaften, Gebietskörperschaften/Kommunen, Wohneigentumsgemeinschaften, Kirchen/Wohlfahrtsverbände, Wohnungs- und Immobilienunternehmen als AG/GmbH und andere Rechtsformen) jeweils für den Zeitraum vom 1. Januar 2012 bis zum 31. Dezember 2012 sowie vom 1. Januar 2013 bis zum 31. Dezember 2013 (bitte die Ergebnisse nach den unterschiedlichen KfW-Programmen sowie nach Typ der Maßnahmen – Effizienzhäuser, Einzelmaßnahme – aufteilen und die Haushaltstitel benennen, aus denen die Förderung erfolgt sowie, falls möglich, auch die Anzahl der geförderten Maßnahmen sowie die Anzahl der geförderten Wohneinheiten für die jeweiligen Punkte angeben)?

5

Wie hat sich die Nachfrage nach den einzelnen KfW-Programmen im Jahr 2013 im Vergleich zu den Vorjahren seit dem Jahr 2010 entwickelt, und wie beurteilt die Bundesregierung diese Entwicklung?

6

Wie hat sich die Nachfrage speziell für Einzelmaßnahmen bzw. freie Einzelmaßnahmen-Kombinationen im Jahr 2013 im Vergleich zu den Vorjahren seit dem Jahr 2010 entwickelt, und wie beurteilt die Bundesregierung diese Entwicklung (bitte nach KfW-Programmen aufschlüsseln)?

7

Inwieweit wurden die Förderanforderungen für Einzelmaßnahmen für das Jahr 2013 gegenüber den zuvor gültigen Förderanforderungen geändert, und welche Änderungen wurden konkret vorgenommen?

8

Wie stellt sich seit dem Jahr 2010 der Zusammenhang zwischen Haushaltsmitteln für das CO2-Gebäudesanierungsprogramm und den Zinssätzen der Kreditprogramme zur energetischen Gebäudesanierung dar, und wie bewertet die Bundesregierung diese (bitte auflisten nach Einzelprogrammen und Zinsentwicklung)?

9

Wie verlief die monatliche Entwicklung der KfW-Zinssätze im Bereich Gebäudesanierung gegenüber den Marktzinsen seit dem Jahr 2010, und wie beurteilt die Bundesregierung diese Entwicklung (bitte auflisten nach Einzelprogrammen und Zinsentwicklung)?

10

Was ist das durchschnittliche Kreditvolumen bzw. Zuschussvolumen, das die jeweiligen Antragstellerinnen und Antragsteller pro Wohneinheit beantragt haben (für das Jahr 2012 sowie für das Jahr 2013)?

11

Wie hoch war die durchschnittliche Zinsverbilligung (im Vergleich zum Marktzins), die die KfW jeweils im Jahr 2012 und im Jahr 2013 angeboten hat (bitte die Angabe nach den jeweiligen KfW-Programmen aufteilen und ggf. die Haushaltstitel angeben, aus denen die Förderung erfolgt ist)?

12

Welche Förderquoten ergeben sich aus Zinsverbilligung und Tilgungszuschuss für die Förderungen unterschiedlicher KfW-Effizienzmaßnahmen im Programm energetische Gebäudesanierung?

13

Wie stellt sich seit dem Jahr 2010 der Zusammenhang zwischen den Zinssätzen der Kreditprogramme zur energetischen Gebäudesanierung und der Nachfrage nach den einzelnen Programmen dar (bitte nach Einzelprogramm und Zinsentwicklung auflisten)?

14

Inwieweit sind nach Auffassung der Bundesregierung die bestehenden Förderinstrumente und ihre Mittelausstattung geeignet, die Quote energetischer Sanierungen auf 2 Prozent zu steigern sowie die Energiespar- und die Klimaschutzziele der Bundesregierung im Gebäudebestand zu erreichen?

15

Welche konkreten Möglichkeiten stehen der Bundesregierung zur Verfügung, um Einfluss auf die Ausgestaltung der KfW-Förderprogramme zu nehmen, und von welchen wird die Bundesregierung zukünftig (verstärkt) Gebrauch machen?

16

Welche Schritte werden durch die Bundesregierung unternommen, um neben der Effizienz- und Hocheffizienzmaßnahmen, die durch die KfW-Gebäudesanierungsprogramme gefördert werden, auch andere wirtschaftliche Technologien zu unterstützen, die eine gleichwertige oder bessere primärenergetische Bilanz bzw. CO2-Vermeidungskosten erreichen als Dämmung?

17

Wie verteilten sich im Zeitraum vom 1. Januar 2013 bis zum 31. Dezember 2013 die eingesetzten Mittel aus den verschiedenen KfW-Programmen für Privatpersonen, Unternehmen und Kommunen zur Förderung erneuerbarer Energien und zur Förderung der Energieeffizienz auf die Antragsteller a) Unternehmen (darunter Freiberufler, Existenzgründer, Public-Private Partnership, Contracting-Geber, Unternehmen, privatwirtschaftliche in- oder ausländische Unternehmen unterteilt in klein, mittel und groß, Landwirte, Projektgesellschaften, Vermieterinnen und Vermieter einer Wohnimmobilie, Wohnungsgesellschaften), b) Kommunen und Organisationen und c) Privatpersonen (bitte nach Haushaltstiteln auflisten)?

18

Wie viele Fördermittel wurden im Jahr 2013 im Vergleich zum Jahr 2012 über das Marktanreizprogramm (MAP) ausgegeben (bitte nach den einzelnen geförderten Technologien aufschlüsseln)?

19

Wie verteilen sich die Antragstellerinnen und Antragssteller (Privatpersonen, Genossenschaften, Gebietskörperschaften/Kommunen, Wohneigentumsgemeinschaften, Kirchen/Wohlfahrtsverbände, Wohnungs- und Immobilienunternehmen als AG/GmbH und andere Rechtsformen) auf die Anträge für das MAP jeweils für die Zeiträume vom 1. Januar 2012 bis zum 31. Dezember 2012 sowie vom 1. Januar 2013 bis zum 31. Dezember 2013 (bitte nach Technologien aufschlüsseln)?

20

Wie hoch sind die aus dem CO2-Gebäudesanierungsprogramm resultierenden CO2-Reduktionen für die Jahre 2010 bis Ende des Jahres 2013?

Zu CO2-Reduktion, Energieverbrauch und wirtschaftlichen Auswirkungen

21

Wie hoch sind die Mengen und Kosten der vermiedenen Importe von Erdgas und Erdöl durch das CO2-Gebäudesanierungsprogramm im Jahr 2013 gegenüber dem Jahr 2012?

22

Wie hoch ist der Anteil der CO2-Reduktionen bezogen auf Neubauten und Bestandsgebäude im Jahr 2013 gegenüber dem Jahr 2012?

23

Wie hoch ist der Anteil der CO2-Reduktionen bezogen auf Wohngebäude und Nichtwohngebäude im Jahr 2013 gegenüber dem Jahr 2012?

24

Wie hoch ist der Anteil erneuerbarer Energien im Jahr 2013 im Vergleich zum Jahr 2012 bei den über die verschiedenen KfW-Programme geförderten Maßnahmen (bitte nach Programmen auflisten)?

25

Wie hoch ist die Nachfrage nach KfW-Zuschüssen für Energieberatung im Jahr 2013 gegenüber dem Jahr 2012?

26

Wie haben sich nach Kenntnis der Bundesregierung die Baukosten bei Sanierungsmaßnahmen, und hier insbesondere die Kosten bei den für energetische Sanierungsmaßnahmen bedeutenden Baustoffen bzw. Bauteilen (Wärmedämmverbundsysteme, Dämmstoffe, Wärmeschutzverglasung bzw. Wärmeschutzfenster), im Jahr 2013 gegenüber dem Jahr 2012 entwickelt?

27

Wie viele Arbeitsplätze bei welcher Sanierungsquote wurden im Jahr 2013 nach Kenntnis der Bundesregierung mit dem CO2-Gebäudesanierungsprogramm der KfW geschaffen und wie viele gesichert (bitte aufschlüsseln nach Bundesländern)?

28

Wie viele private Investitionen (Euro) wurden nach Kenntnis der Bundesregierung mit dem CO2-Gebäudesanierungsprogramm der KfW im Jahr 2013 angestoßen?

29

Wie hoch ist der aktuelle Förderhebel im Vergleich zum Jahr 2012?

30

Wie hoch waren nach Kenntnis der Bundesregierung die Steuern, die über die privaten Investitionen bei Bau- oder Sanierungsmaßnahmen mit Beteiligung von KfW-Programmen im Jahr 2013 gezahlt wurden, im Vergleich zum Jahr 2012 (bitte nach einzelnen Steuerarten aufschlüsseln)?

Berlin, den 23. Mai 2014

Katrin Göring-Eckardt, Dr. Anton Hofreiter und Fraktion

Ähnliche Kleine Anfragen