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Kleine AnfrageWahlperiode 14Beantwortet

Ausfuhrkontrollpolitik der Bundesregierung (G-SIG: 14011462)

Positive Entscheidung der Bundesregierung zum Export einer Munitionsfabrik in die Türkei, Vereinbarkeit mit den "Politischen Grundsätzen über den Export von Kriegswaffen und sonstigen Rüstungsgütern"

Fraktion

FDP

Ressort

Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie

Datum

15.11.2000

Aktualisiert

26.07.2022

Deutscher BundestagDrucksache 14/431911. 10. 2000

Ausfuhrkontrollpolitik der Bundesregierung

der Abgeordneten Rainer Brüderle, Hildebrecht Braun (Augsburg), Ernst Burgbacher, Jörg van Essen, Horst Friedrich (Bayreuth), Rainer Funke, Hans-Michael Goldmann, Joachim Günther (Plauen), Dr. Karlheinz Guttmacher, Klaus Haupt, Dr. Helmut Haussmann, Ulrich Heinrich, Walter Hirche, Birgit Homburger, Dr. Werner Hoyer, Ulrich Irmer, Dr. Heinrich L. Kolb, Gudrun Kopp, Jürgen Koppelin, Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, Dirk Niebel, Günther Friedrich Nolting, Detlef Parr, Dr. Edzard Schmidt-Jortzig, Gerhard Schüßler, Carl-Ludwig Thiele, Dr. Wolfgang Gerhardt und der Fraktion der F.D.P.

Vorbemerkung

Die Bundesregierung hat die Ausfuhr einer Anlage zur Produktion von Munition in die Türkei gebilligt.

Wir fragen die Bundesregierung:

Fragen7

1

Inwiefern ist die Lieferung einer Anlage zur Produktion von Munition im Grundsatz nicht geeignet, zur internen Repression im Sinne des EU-Verhaltenskodex für Waffenausfuhren missbraucht zu werden?

2

Aus welchen Gründen hält die Bundesregierung im Falle des Exportes der Anlage zur Produktion von Munition in die Türkei eine Beschränkung aus besonderen politischen Gründen im Einzelfall bei Ausfuhren in die NATO-Länder im Sinne der „Politischen Grundsätze über den Export von Kriegswaffen und Rüstungsgütern“, Teil II, Satz 1 Nr. 2, nicht für gegeben?

3

Auf welche konkreten Vorbescheide der alten Bundesregierung stützt sich die neue Bundesregierung bei ihrer positiven Entscheidung zum Export der Munitionsfabrik in die Türkei?

4

Warum gilt dann nicht der generelle Vorbehalt der Änderung politischer Verhältnisse, wenn es konkrete Vorbescheide geben sollte?

5

Hat es bereits Ankündigungen der betroffenen Unternehmen gegeben, ggf. aufgrund vorliegender positiver Vorbescheide Regressansprüche gegen die Bundesrepublik Deutschland geltend zu machen?

6

Hat die Bundesregierung geprüft, ob Klagen der betroffenen Unternehmen auf Entschädigung bei Vorliegen eines positiven Vorbescheides nach Kriegswaffenkontrollgesetz begründete Aussicht auf Erfolg haben?

7

Hat die Bundesregierung nach Verabschiedung ihrer „Politischen Grundsätze über den Export von Kriegswaffen und sonstigen Rüstungsgütern“ im Januar 2000 im Falle der Ausfuhr der Munitionsfabrik Nachverhandlungen mit der Türkei in dieser Sache geführt?

Berlin, den 10. Oktober 2000

Rainer Brüderle Hildebrecht Braun (Augsburg) Ernst Burgbacher Jörg van Essen Horst Friedrich (Bayreuth) Rainer Funke Hans-Michael Goldmann Joachim Günther (Plauen) Dr. Karlheinz Guttmacher Klaus Haupt Dr. Helmut Haussmann Ulrich Heinrich Walter Hirche Birgit Homburger Dr. Werner Hoyer Ulrich Irmer Dr. Heinrich L. Kolb Gudrun Kopp Jürgen Koppelin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger Dirk Niebel Günther Friedrich Nolting Detlef Parr Dr. Edzard Schmidt-Jortzig Gerhard Schüßler Carl-Ludwig Thiele Dr. Wolfgang Gerhardt und Fraktion

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