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Kleine AnfrageWahlperiode 19Beantwortet

Ökologische Bewertung von Getränkeverpackungen

Überarbeitung der Ökobilanz durch Umweltbundesamt vor dem Hintergrund der Bewertung und Vergleichbarkeit von Einweg- und Mehrweggetränkeverpackungen, Berücksichtigung von Transportemissionen in aktuellen Bilanzen, Bewertungsstandards von Getränkeverpackungen, Überarbeitung der ISO-Norm für Ökobilanzen, Einschränkung von Wirkungskategorien und Differenzierungsmerkmalen, Erarbeitung detaillierter Vorgaben zur Auswertung<br /> (insgesamt 6 Einzelfragen)

Fraktion

FDP

Ressort

Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit

Datum

10.09.2018

Aktualisiert

26.07.2022

Deutscher BundestagDrucksache 19/395923.08.2018

Ökologische Bewertung von Getränkeverpackungen

der Abgeordneten Judith Skudelny, Frank Sitta, Renata Alt, Nicole Bauer, Nicola Beer, Dr. Jens Brandenburg (Rhein-Neckar), Mario Brandenburg (Südpfalz), Britta Katharina Dassler, Hartmut Ebbing, Dr. Marcus Faber, Daniel Föst, Otto Fricke, Katrin Helling-Plahr, Torsten Herbst, Katja Hessel, Reinhard Houben, Ulla Ihnen, Olaf in der Beek, Dr. Christian Jung, Pascal Kober, Oliver Luksic, Alexander Müller, Roman Müller-Böhm, Dr. Marie-Agnes Strack-Zimmermann, Benjamin Strasser, Katja Suding, Gerald Ullrich und der Fraktion der FDP

Vorbemerkung

Es gibt viele verschiedene Getränkeverpackungen. Doch welche davon ist ökologisch wertvoll und welche belastet unsere Umwelt? Studien zeigen, dass die gesellschaftliche Bewertung Mehrweg durchweg als positiv und Einweg als negativ einstuft. Diese Betrachtung ist heute jedoch veraltet. Durch die Volumeneffizienz, das gesteigerte Recycling, die Abfallentsorgung und die Rohstoffeffizienz hat sich die Bewertung der Einwegverpackungen mit Pfand verbessert (Verbrauch von Einweg-Getränkeverpackungen – Kunststoffflaschen und Getränkedosen – 2002 bis 2013 im Kontext von Vermeidung und Verwertung). Durch die veränderten Recyclingbedingungen hat sich die ökologische Bewertung auch durch die Einführung der Pfandpflicht signifikant verändert. Jedoch stuft die Gesellschaft nach wie vor Einwegverpackungen als unökologisch und Mehrweg-Glas als ökologisch ein. Durch die Pfandpflicht sinkt auch der Anteil an Getränkeverpackungen, der in die Umwelt gelangt. Darüber hinaus bilden sich besonders sortenreine Stoffströme, die von der Industrie wiederverwertet werden können.

Eine faire Bewertung von Getränkeverpackungen ist wichtig, um eine Vergleichbarkeit herzustellen. Ökobilanzen sind hier das Mittel der Wahl, jedoch ist die Vergleichbarkeit aufgrund unterschiedlicher Verpackungsgewichte, Umlaufzahlen, Lieferentfernungen und Entsorgungswege momentan eingeschränkt. Auch die Betrachtungsperspektive eines Verpackungssystems oder einer gesamten Getränkeverpackung kann dazu führen, dass die Nachhaltigkeit einer Verpackung verschieden bewertet wird. Sowohl die ISO-Norm für Ökobilanzen als auch der UBA-Leitfaden zur Bewertung von Ökobilanzen ist im vergangenen Jahrzehnt nicht weiterentwickelt worden (Die ökologische Entwicklung von Getränkeverpackungen in den Getränkesegmenten Bier, Wässer und Erfrischungsgetränke ifeu – Institut für Energie- und Umweltforschung GmbH).

Wir fragen die Bundesregierung:

Fragen6

1

Ist eine Überarbeitung der Ökobilanz, die die aktuelle Marktsituation der Getränkeverbände berücksichtigt, von Seiten des Umweltbundesamtes geplant? Wenn ja, wann ist mit einer arbeitsfähigen Version zu rechnen?

2

Werden die umweltschädigenden Emissionen aus den Transporten bei den aktuellen Ökobilanzen berücksichtigt?

3

Nach welchen ökologischen Standards bewertet die Bundesregierung gegenwärtig Getränkeverpackungen?

4

Ist der Bundesregierung eine Überarbeitung der ISO-Norm für Ökobilanzen 14044 bekannt? Wenn ja, wann ist mit einer arbeitsfähigen Version zu rechnen?

5

Ist von Seiten der Bundesregierung eine Einschränkung von Wirkungskategorien und Differenzierungsmerkmalen in Ökobilanzen geplant, um eine Vergleichbarkeit der Untersuchungen zu gewährleisten? Wenn ja, wann werden diese herausgegeben?

6

Ist die Bundesregierung dabei, detailliertere Vorgaben zur Auswertung von Ökobilanzen zu erarbeiten? Wenn ja, welche sind das?

Berlin, den 22. August 2018

Christian Lindner und Fraktion

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