Möglichkeiten von Satellitenbreitbandtechnologie in Deutschland
der Abgeordneten Reinhard Houben, Michael Theurer, Grigorios Aggelidis, Renata Alt, Christine Aschenberg-Dugnus, Nicole Bauer, Jens Beeck, Nicola Beer, Dr. Jens Brandenburg (Rhein-Neckar), Mario Brandenburg (Südpfalz), Dr. Marco Buschmann, Dr. Marcus Faber, Otto Fricke, Thomas Hacker, Katrin Helling-Plahr, Markus Herbrand, Torsten Herbst, Katja Hessel, Manuel Höferlin, Dr. Christoph Hoffmann, Ulla Ihnen, Olaf in der Beek, Gyde Jensen, Dr. Christian Jung, Dr. Marcel Klinge, Daniela Kluckert, Pascal Kober, Carina Konrad, Ulrich Lechte, Till Mansmann, Dr. Martin Neumann, Bernd Reuther, Dr. h. c. Thomas Sattelberger, Dr. Wieland Schinnenburg, Matthias Seestern-Pauly, Frank Sitta, Dr. Marie-Agnes Strack-Zimmermann, Benjamin Strasser, Katja Suding, Stephan Thomae, Manfred Todtenhausen, Dr. Florian Toncar, Gerald Ullrich, Sandra Weeser, Nicole Westig, Katharina Willkomm und der Fraktion der FDP
Vorbemerkung
Am 5. April 2018 haben die französischen Unternehmen Eutelsat (Satellitenbetreiber), Thales Group (Luft- und Raumfahrt) und Orange S. A. (Telekommunikationsanbieter) angekündigt bis 2021 das VHTS-Satellitensystem „KONNECT VHTS“ (VHTS = Very High Throughput Satellite) zu installieren, um Frankreich sowie Europa mit festem Breitbandanschluss am Boden und Internetanschluss für Flugzeuge zu versorgen.
In Deutschland wurde bereits Ende 2015 ein Pilotprojekt von EUSANET und Eutelsat durchgeführt, um Breitbandanschluss durch Satellitentechnologie in einem abgelegenen Dorf (Oberried/St. Wilhelm) zu testen. Hierbei wurden Downloadraten von 100 MBit/s erreicht. Weitere Pilotprojekte sind in Planung. Diese Technologie unterscheidet sich von Privatverbrauchern, die einen einzelnen Satellitenanschluss für den Haushalt installieren.
In ihrer Antwort auf die Kleine Anfrage „Breitbandausbau im ländlichen Raum“ auf Bundestagsdrucksache 19/3343 erklärte die Bundesregierung, dass Satellitentechnologie kein vollwertiges Substitut für Festnetz- oder Mobilfunkzugänge sein könne. In Feldlagern der Bundeswehr, außerhalb des Staatsgebiets, in entlegenen Ländern wie Mali und Afghanistan, wird Soldaten eine Internetverbindung über Satellit bereitgestellt, um E-Mail-Verkehr sowie Skype-Gespräche mit Angehörigen ermöglichen zu können.
Wir fragen die Bundesregierung:
Fragen8
Welche Satellitentechnologie wurde in den Bundeswehr-Feldlagern in Mali und Afghanistan verwendet, um den Soldaten Internetzugang zu ermöglichen? Welche Datenraten (MBit/s) wurden dort erreicht?
Welche eigenen Anstrengungen unternimmt die Bundesregierung, um Satellitentechnologie als Komplementärtechnologie zu etablieren, um Breitbandanschluss in entlegenen Gebieten innerhalb Deutschlands zu ermöglichen?
Welchen Austausch gibt es zwischen der Bundesregierung und der Regierung der Französischen Republik, um den Breitbandanschluss in Europa voranzutreiben?
Plant die französische Regierung, nach Kenntnis der Bundesregierung, Satellitentechnologie für die nationale Breitbandversorgung verstärkt einzusetzen? Falls ja, wie beurteilt die Bundesregierung diese Umsetzung?
Wie beurteilt die Bundesregierung die VHTS-Pläne von Eutelsat, Thales Group und Orange S. A. in Frankreich?
Gibt es, nach Information der Bundesregierung, Regionen oder Orte innerhalb Deutschlands, die zum jetzigen Zeitpunkt mit der aktuellen Satellitentechnologie durch einen Breitbandanschluss einen besseren Internetanschluss hätten, falls sie eingesetzt würde?
Käme Satellitentechnologie zu dem, noch nicht abgeschlossenen, Glasfaserausbau als Komplementärtechnologie für die Bundesregierung in Frage, um Breitbandanschluss für die Regionen in der Zeit ohne Glasfaseranschluss zu gewährleisten? Falls nein, warum nicht?
Welche Anstrengungen hat die Bundesregierung unternommen, um Telekommunikationsanbieter, Satellitenbetreiber und Raumfahrtunternehmen Deutschlands zusammenzubringen, um über Alternativen des Breitbandanschlusses zu diskutieren?