Infrastruktur für alternative Antriebe im Saarland
der Abgeordneten Oliver Luksic, Frank Sitta, Daniela Kluckert, Torsten Herbst, Dr. Christian Jung, Bernd Reuther, Renata Alt, Nicole Bauer, Dr. Jens Brandenburg (Rhein-Neckar), Dr. Marco Buschmann, Britta Katharina Dassler, Hartmut Ebbing, Dr. Marcus Faber, Katrin Helling-Plahr, Markus Herbrand, Katja Hessel, Reinhard Houben, Gyde Jensen, Thomas L. Kemmerich, Dr. Marcel Klinge, Pascal Kober, Carina Konrad, Alexander Müller, Dr. Martin Neumann, Matthias Seestern-Pauly, Katja Suding, Michael Theurer, Stephan Thomae, Nicole Westig und der Fraktion der FDP
Vorbemerkung
Der Verkehr auf deutschen Straßen wächst seit Jahren stetig. So ist die Fahrleistung des Personenverkehrs laut Umweltbundesamt im Zeitraum von 1991 bis 2016 um 31 Prozent gestiegen, während die des Güterverkehrs im gleichen Zeitraum um 71 Prozent zugenommen hat. In diesem Zusammenhang erreichte auch der Bestand der zugelassenen Personenkraftwagen (Pkw) zum 1. Januar 2019 mit über 47 Millionen Einheiten einen neuen Höchststand. Ein ähnliches Bild zeigt sich beim Bestand der registrierten Lastkraftwagen (Lkw). Die Zahl der in Deutschland zugelassenen Pkw und Lkw mit alternativem Antrieb ist im Vergleich zu Diesel- und Benzinmotoren jedoch gering. So waren nach Angaben des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) zum 1. Januar 2019 nur rund 1,9 Prozent der zugelassenen Pkw mit alternativen Antriebstechnologien ausgestattet, während 65,9 Prozent der Pkw über einen Benzinmotor und 32,2 Prozent über einen Dieselmotor verfügten. Auch Lkws mit alternativen Antrieben sind nach wie vor vergleichsweise selten. Von den ca. 3 Millionen zugelassenen Lkw werden momentan nur rund 40 000 ohne Diesel oder Benzin betrieben. Dies entspricht einem Anteil von unter 2 Prozent (Quelle: www.kba.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/ 2019/Fahrzeugbestand/pm5_fz_bestand_pm_komplett.html?nn=646300).
Gleichzeitig nimmt das Kaufinteresse bei Verbrauchern zu. So hatten im Jahr 2018 bereits 41 Prozent der Befragten einer repräsentativen Studie ein hohes bzw. sehr hohes Kaufinteresse an einem Pkw mit Elektroantrieb (Quelle: https://de. statista.com/statistik/daten/studie/30361/umfrage/interesse-am-kauf-eines-elektro fahrzeugs-in-deutschland/). Eine Begründung für die Diskrepanz zwischen den geringen Zulassungszahlen und dem gestiegenen Kaufinteresse liegt nach Auffassung der Fragesteller unter anderem in der unzureichenden Verfügbarkeit der Lade- bzw. Betankungsinfrastruktur. Denn diese spielt beim Entschluss zum Kauf eines Fahrzeuges mit alternativer Antriebstechnologien, wie etwa Hybrid-, Elektro-, Erdgas (CNG)-, Wasserstoff- oder Flüssigerdgasantrieb (LNG), eine entscheidende Rolle.
Die Bundesregierung fördert derzeit insbesondere den Ausbau der Ladeinfrastruktur für Elektroautos bzw. Plug-in-Hybride. Dabei sollte nach Auffassung der Fragesteller vielmehr ein technologieoffener Ausbau der entsprechenden Infrastrukturen im Fokus stehen, um bestmögliche ökologische und ökonomische Ergebnisse zu erzielen. Eine einseitige Fokussierung auf eine bestimmte Antriebstechnologie ist hinsichtlich des Ziels, eine maximale Reduktion von umweltschädlichen Emissionen zu erreichen, hingegen nicht zielführend. Für eine weitere Verbreitung und Akzeptanz alternativer Antriebstechnologien ist daher nach Auffassung der Fragesteller der Ausbau der Lade- und Betankungsinfrastruktur für verschiedene alternative Antriebstechnologien essentiell.
Wir fragen die Bundesregierung:
Fragen16
Wie viele LNG bzw. CNG-Tankstellen gibt es nach Kenntnis der Bundesregierung im Saarland?
Wie hat sich die Zahl der LNG bzw. CNG-Tankstellen im Saarland seit 2010 entwickelt (bitte nach Jahren aufschlüsseln)?
Fördert die Bundesregierung den Bau oder den Betrieb von LNG bzw. CNG-Tankstellen im Saarland? Wenn ja, in welcher Art und Weise? Wenn nein, warum nicht?
Wie viele Neuzulassungen von Lkw mit CNG bzw. LNG-Antrag gab es seit dem Jahr 2010 nach Kenntnis der Bundesregierung im Saarland?
Wie viele Förderanträge sind gemäß der Richtlinie über die Förderung von energieeffizienten und/oder CO2-armen schweren Nutzfahrzeugen in Unternehmen des Güterkraftverkehrs seit Inkrafttreten der Förderrichtlinie im Saarland in welchem Volumen bewilligt worden?
Sind Förderanträge gemäß der Richtlinie über Zuwendungen für die Aus- und Umrüstung von Seeschiffen zur Nutzung von LNG als Schiffskraftstoff in der Binnenschifffahrt im Saarland bewilligt worden? Wenn ja, wie viele, und in welcher Höhe?
Wie viele Ladesäulen für das Laden von Pkw und Lkw mit Elektroantrieb gibt es nach Kenntnis der Bundesregierung im Saarland?
Wie hat sich nach Kenntnis der Bundesregierung der Bestand an Ladesäulen für Elektroautos im Saarland seit dem Jahr 2010 entwickelt (bitte nach Jahren aufschlüsseln)?
In welcher Art und Weise fördert die Bundesregierung Ladesäulenprojekte im Saarland, und wie viel Fördermittel sind seit dem Jahr 2010 im Saarland bewilligt worden?
Fördert die Bundesregierung mit dem Förderprogramm „Elektromobilität vor Ort“ Kommunen im Saarland? Wenn ja, welche Kommunen wurden seit dem Jahr 2010 gefördert, und wie viel Fördermittel sind seitdem bewilligt worden?
Wie viele öffentlich zugängliche Ladesäulen soll es nach Vorstellungen der Bundesregierung bis 2020 im Saarland geben, um dem Ziel der Bundesregierung, bis zum Jahr 2020 1 Million Elektrofahrzeuge auf deutsche Straßen zu bringen, gerecht zu werden (bitte nach Schnelladepunkten und Normalladepunkten aufschlüsseln)?
Wie viele Ladesäulen für Elektrofahrzeuge hat die Bundesregierung im Rahmen des „Nationalen Strategierahmen (NSR) für den Aufbau der Infrastruktur für alternative Kraftstoffe“ im Saarland geplant, und wie viele davon stehen bereits?
Wie viele Wasserstoff-Tankstellen gibt es nach Kenntnis der Bundesregierung im Saarland?
Wie viele Wasserstoff-Tankstellen wurden im Rahmen des „Nationalen Strategierahmen (NSR) für den Aufbau der Infrastruktur für alternative Kraftstoffe“ aufgebaut?
Wie viele der im „Nationalen Strategierahmen (NSR) für den Aufbau der Infrastruktur für alternative Kraftstoffe“ von November 2016 beschlossenen 100 Wasserstoff-Tankstellen für die Versorgung von Brennstoffzellenfahrzeugen bis zum Jahr 2020 sind für das Saarland vorgesehen?
Wie hat sich nach Kenntnis der Bundesregierung die Zahl der Wasserstoff- Tankstellen im Saarland seit dem Jahr 2010 entwickelt (bitte nach Jahren aufschlüsseln)?