Zukunft des Bundesprogramms Sprach-Kitas
der Abgeordneten Katja Suding, Nicole Bauer, Matthias Seestern-Pauly, Grigorios Aggelidis, Renata Alt, Jens Beeck, Dr. Jens Brandenburg (Rhein-Neckar), Mario Brandenburg (Südpfalz), Dr. Marco Buschmann, Britta Katharina Dassler, Dr. Marcus Faber, Daniel Föst, Otto Fricke, Thomas Hacker, Katrin Helling-Plahr, Markus Herbrand, Torsten Herbst, Katja Hessel, Reinhard Houben, Ulla Ihnen, Olaf in der Beek, Gyde Jensen, Dr. Christian Jung, Thomas L. Kemmerich, Pascal Kober, Carina Konrad, Alexander Graf Lambsdorff, Ulrich Lechte, Roman Müller-Böhm, Dr. Martin Neumann, Bernd Reuther, Dr. Wieland Schinnenburg, Frank Sitta, Judith Skudelny, Bettina Stark-Watzinger, Dr. Marie-Agnes Strack-Zimmermann, Benjamin Strasser, Linda Teuteberg, Michael Theurer, Stephan Thomae, Johannes Vogel (Olpe), Nicole Westig und der Fraktion der FDP
Vorbemerkung
Für gleiche Bildungschancen und gesellschaftliche Teilhabe ist Sprache ein elementares Fundament. Sie ist Grundlage für ein selbstbestimmtes Leben. Schon sehr früh beginnen Kinder, Sprache zu erlernen, etwa in der Familie, in der Kinderbetreuungseinrichtung oder in der Grundschule. Das Bundesprogramm „Schwerpunkt-Kitas Sprache & Integration” (2011 bis 2015) war das erste, das die Entwicklung von Sprachkompetenz in der frühkindlichen Bildung förderte. Seit Januar 2016 wirkt bereits das zweite Bundesprogramm, das Ende 2020 auslaufen wird: „Sprach-Kitas: Weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist“. Der Bund, die Länder, pädagogische Fachkräfte und Berater blicken mit dem Auslaufen des zweiten Bundesprogramms zurück auf fast zehn Jahre Erfahrung in der alltagsintegrierten sprachlichen Bildungsarbeit. Das ist ein Zeitraum, in dem durch langjährige Arbeit bedeutende institutionelle, organisatorische sowie fachliche Strukturen aufgebaut werden konnten, die die Qualität frühkindlicher Bildung in den Kinderbetreuungseinrichtungen maßgeblich stärken. Um die aufgebauten Strukturen nachhaltig zu festigen, die erreichte Qualität zu sichern und weiterzuentwickeln, sollte nach Ansicht der Fragesteller das Ende 2020 auslaufende Bundesprogramm fortgesetzt oder durch ein neues Sprach-Kita-Programm ersetzt werden.
Weil die Umsetzung der Finanzierung eines solchen Programms eine gewisse Vorlaufzeit benötigt, ist es nach Ansicht der Fragesteller notwendig, dass der Bund frühzeitig eine verbindliche Entscheidung über die Zukunft des aktuellen Bundesprogrammes trifft, um sich selbst, den Ländern und den Trägern die Möglichkeit zu geben, die Förderung von Sprachkompetenz in der frühkindlichen Bildung planen und gegebenenfalls finanzieren zu können.
Wir fragen die Bundesregierung:
Fragen11
Welche Handlungsbedarfe sieht die Bundesregierung hinsichtlich der sprachlichen Bildung im Elementarbereich?
Wie bewertet die Bundesregierung die Wirksamkeit des Bundesprogramms „Sprach-Kitas: Weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist“ im Hinblick auf die Qualität der frühkindlichen Bildung in Deutschland?
Plant die Bundesregierung, das Bundesprogramm „Sprach-Kitas: Weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist“ für einen weiteren Förderungszeitraum zu verlängern (wenn nein, bitte begründen)?
Plant die Bundesregierung, das Bundesprogramm „Sprach-Kitas: Weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist“ nach Ablauf des Förderzeitraums durch ein neues Programm zu ersetzen, und wenn ja, welches Programm (wenn nein, bitte begründen)?
Führt die Bundesregierung mit den Ländern Gespräche über die Zukunft des Bundesprogramm „Sprach-Kitas: Weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist“? Wenn ja, mit welchem Ergebnis, und wenn nein, warum nicht?
Wann wird die Bundesregierung die verbindliche Entscheidung darüber treffen, ob das Programm verlängert oder durch ein neues Programm ersetzt wird?
Wann wird die Bundesregierung die Länder darüber unterrichten, ob das Bundesprogramm „Sprach-Kitas: Weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist“ über das Jahr 2020 hinaus verlängert oder durch ein neues Programm ersetzt wird?
Teilt die Bundesregierung die Einschätzung, dass die im Rahmen des Bundesprogramms Sprach-Kitas aufgebauten Strukturen ein unverzichtbarer Bestandteil in der frühkindlichen Bildungsarbeit geworden sind?
Kann die Bundesregierung gewährleisten, dass die in den Ländern aufgebauten institutionellen, organisatorischen sowie fachlichen Strukturen im Bereich Sprach-Kitas auch nach Ablauf des Bundesprogrammes „Sprach-Kitas: Weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist“ nachhaltig genutzt und weiterentwickelt werden?
Teilt die Bundesregierung die Ansicht der Fragesteller, dass die Zukunft des Bundesprogramms nach 2020 noch innerhalb des laufenden Jahres abschließend geklärt sein muss, damit sich die Länder und Träger gegebenenfalls nach einer alternativen Finanzierung für die seit fast zehn Jahren gewachsenen Strukturen bemühen können?
Wann beginnt gegebenenfalls die inhaltliche Konzeptentwicklung eines neuen Programms Sprach-Kitas, und wer ist daran beteiligt?