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Kleine AnfrageWahlperiode 19Beantwortet
Vectoring statt Gigabit-Gesellschaft
(insgesamt 13 Einzelfragen)
Fraktion
FDP
Ressort
Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur
Datum
20.08.2019
Aktualisiert
26.07.2022
BT19/1216606.08.2019
Vectoring statt Gigabit-Gesellschaft
Kleine Anfrage
Volltext (unformatiert)
[Deutscher Bundestag Drucksache 19/12166
19. Wahlperiode 06.08.2019
Kleine Anfrage
der Abgeordneten Oliver Luksic, Frank Sitta, Renata Alt, Jens Beeck,
Dr. Jens Brandenburg (Rhein-Neckar), Karlheinz Busen, Christian Dürr,
Dr. Marcus Faber, Daniel Föst, Otto Fricke, Katrin Helling-Plahr,
Markus Herbrand, Manuel Höferlin, Reinhard Houben, Ulla Ihnen, Gyde Jensen,
Dr. Christian Jung, Thomas L. Kemmerich, Karsten Klein, Konstantin Kuhle,
Alexander Müller, Roman Müller-Böhm, Bernd Reuther, Matthias Seestern-Pauly,
Bettina Stark-Watzinger, Linda Teuteberg, Michael Theurer und
der Fraktion der FDP
Vectoring statt Gigabit-Gesellschaft
In ihrem Koalitionsvertrag versprechen CDU, CSU und SPD, den Weg zur
Gigabit-Gesellschaft mit höchster Priorität zu verfolgen. Autonomes Fahren,
Telemedizin und viele weitere heute noch nicht absehbare digitale Anwendungen
sollen nach den Plänen der Bundesregierung und der Europäischen Union
realisierbar werden. Dafür bedarf es zwingend einer hochleistungsfähigen und
zukunftsfähigen digitale Infrastruktur, nämlich Glasfaseranschlüsse bis in die Gebäude in
Deutschland. Allerdings liegt Deutschland mit einstelligen Prozentwerten bei
direkten Glasfaseranschlüssen bis in die Häuser und Wohnungen (FTTB/H) weit
von der europäischen Spitze entfernt (www.welt.de/debatte/kommentare/article
191917195/Breitbandausbau-Wo-bleibt-unser-leistungsfaehiges-Datennetz.html).
Aufgrund der Entscheidung in der vorherigen Legislaturperiode, mithilfe von
kupferbasiertem Vectoring den Netzausbau voranzutreiben, ist nach Ansicht der
Fragesteller der, im Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und SPD
versprochene, „Netzinfrastrukturwechsel zu Glasfaser“, möglichst direkt bis zum Haus
und damit der flächendeckende Ausbau von Gigabit-Netzen bis 2025 verschleppt
worden. Stattdessen sind sowohl privatwirtschaftliche als auch öffentliche Mittel
in die Übergangstechnologie Vectoring geflossen, die nach Ansicht der
Fragesteller den wachsenden Anforderungen der Digitalisierung mittel- und langfristig
nicht genügen kann.
Wir fragen die Bundesregierung:
1. Wie bewertet die Bundesregierung den im EU-Vergleich niedrigen Anteil
von FTTB/H-Anschlüssen bei den in Deutschland verfügbaren
Breitbandanschlüssen?
2. Wie hoch war die Zahl der mit Bundesmitteln geförderten Projekte, bei
denen Vectoring oder Super-Vectoring Anwendung findet, im Jahr 2018, und
wie ist sie aktuell?
3. Sind in Förderprojekten Haushalte, Unternehmen oder Schulen mit
unterschiedlichen Technologien versorgt worden (bitte nach Projekten einzeln
auflisten)?
4. Bis wann werden alle laufenden Projekte, bei denen Vectoring oder Super-
Vectoring Anwendung findet, nach Kenntnis der Bundesregierung
abgeschlossen sein?
5. Wie lange werden Projekte, bei denen Vectoring oder Super-Vectoring
Anwendung findet, noch durch Bundesmittel gefördert werden?
6. In welcher Höhe wurden und werden jeweils Mittel aus dem Bundeshaushalt
2018 und dem Bundeshaushalt 2019 für den Aus- und Weiterbau sowie
Abschluss von Projekten verwendet, bei denen Vectoring oder Super-Vectoring
eingesetzt wird?
7. Sind nach aktuellem Kenntnisstand der Bundesregierung Mittel für den Aus-
und Weiterbau sowie Abschluss von Projekten, bei denen Vectoring oder
Super-Vectoring eingesetzt wird, im Bundeshaushalt 2020 eingeplant?
8. Wie viele Breitbandausbauprojekte hat der Bund nach dem sog. Relaunch
des Förderprogramms neu bewilligt (bitte nach Projekten mitsamt
Förderhöhe auflisten)?
9. Warum veröffentlicht die Bundesregierung über die interaktive Förderkarte
hinaus keine zusammenfassende und fortlaufend aktualisierte Übersicht über
die erteilten Förderbescheide im Rahmen des Breitbandförderprogramms
(Ziffern 3.1 bis 3.3. der Breitbandförderrichtlinie) des Bundes?
10. Wie bewertet die Bundesregierung den im Hinblick auf die Nutzung von
Synergien beim Breitbandausbau, infolge des DigiNetz-Gesetzes
überarbeiteten Infrastrukturatlas, und gibt es hierzu eine Evaluation der
Bundesregierung?
11. Wie wird sichergestellt, dass aktuelle Daten in den Infrastrukturatlas Eingang
finden, und inwieweit ist die Vollständigkeit des Atlas gewährleistet?
12. Wie viele Bauarbeiten an Versorgungsnetzen sind im Jahr 2018 im
Infrastrukturatlas der Bundesnetzagentur insgesamt sowie im Jahr 2019 erfasst
worden, und bei wie vielen dieser Projekte wurden zusätzlich
Baumaßnahmen für den Breitbandausbau durchgeführt?
13. Von wie vielen Bauprojekten zum Breitbandausbau sowie von wie vielen
Ausbauprojekten bei Versorgungsnetzen sowie bei Straßen-, Schienen- und
Wasserwegen im Jahr 2018 hat die Bundesregierung insgesamt Kenntnis?
Berlin, den 18. Juli 2019
Christian Lindner und Fraktion
Satz: Satzweiss.com Print, Web, Software GmbH, Mainzer Straße 116, 66121 Saarbrücken, www.satzweiss.com
Druck: Printsystem GmbH, Schafwäsche 1-3, 71296 Heimsheim, www.printsystem.de
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ISSN 0722-8333]
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