Zurück zur Übersicht
Kleine AnfrageWahlperiode 19Beantwortet
Geplante Infrastrukturmaßnahmen am Flughafen BER
(insgesamt 13 Einzelfragen)
Fraktion
FDP
Ressort
Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur
Datum
03.09.2019
Aktualisiert
26.07.2022
BT19/1244516.08.2019
Geplante Infrastrukturmaßnahmen am Flughafen BER
Kleine Anfrage
Volltext (unformatiert)
[Deutscher Bundestag Drucksache 19/12445
19. Wahlperiode 16.08.2019
Kleine Anfrage
der Abgeordneten Christoph Meyer, Christian Dürr, Renata Alt, Jens Beeck,
Mario Brandenburg (Südpfalz), Dr. Marcus Faber, Otto Fricke,
Katrin Helling-Plahr, Manuel Höferlin, Reinhard Houben, Dr. Christian Jung,
Dr. Marcel Klinge, Konstantin Kuhle, Michael Georg Link, Oliver Luksic,
Alexander Müller, Bernd Reuther, Matthias Seestern-Pauly,
Bettina Stark-Watzinger, Katja Suding, Nicole Westig und der Fraktion der FDP
Geplante Infrastrukturmaßnahmen am Flughafen BER
Wenn der Flughafen Berlin Brandenburg (BER) im Oktober 2020 eröffnet
(Stand: Juni 2019), erhöht sich das Verkehrsaufkommen in der Region
schlagartig. Mehrere Experten warnen bereits vor einem Verkehrskollaps auf dem
südlichen und östlichen Berliner Ring sowie der gesamten Region Dahme-Spree. Die
IHK Cottbus hat Anfang 2019 in einer Engpassanalyse untersucht, wie sich der
eröffnete BER auf Verkehr und Bevölkerungszuwächse in der Region auswirkt
(www.cottbus.ihk.de/blob/cbihk24/standortpolitik/Infrastruktur/fallback1415881
135521/4318124/cd31ef1b12b7ee6b51825eb8bb99831f/Verkehrsanalyse--kurz--
data.pdf). Darin heißt es unter anderem, dass die Autobahn 100/113 sowie
entsprechende Ausweichrouten bereits heute stark ausgelastet sind.
Der Bund hält aktuell 26 Prozent an der Flughafen Berlin Brandenburg
GmbH (FBB; www.berlin-airport.de/de/unternehmen/ueber-uns/unternehmens
organisation/beteiligungsstruktur/index.php). Die Bundesregierung stellt zwei
Mitglieder des Aufsichtsrates und hat hierüber die Möglichkeit, entsprechende
Infrastrukturprojekte zu begleiten. Dem Bundesministerium für Verkehr und
digitale Infrastruktur obliegen die Rahmenplanungen für Infrastrukturmaßnahmen.
Spätestens Anfang des Jahre 2021 steht mit „Die Autobahn GmbH des Bundes“
ein bundeseigenes Unternehmen zur integrierten Projektentwicklung und -
realisierung zur Verfügung.
Maßgeblich für die Umsetzung von Infrastrukturmaßnahmen der Verkehrsträger
Straße und Schiene sind der Bundesverkehrswegeplan sowie der
Investitionsrahmenplan. Auch hier ist das Bundesministerium für Verkehr und digitale
Infrastruktur für Konzeption, Projektauswahl und Finanzierung federführend
verantwortlich.
Wir fragen die Bundesregierung:
1. Wie bewertet die Bundesregierung die gegenwärtige Infrastrukturanbindung
an den Flughafen Berlin-Schönefeld durch den Individualverkehr sowie
durch den öffentlichen Nahverkehr?
2. Welche Maßnahmen hat die Bundesregierung seit dem ersten
Eröffnungstermin Juni 2006 ergriffen, um die künftige Verkehrssituation am BER zu
verbessern?
3. Sieht die Bundesregierung besonderen Handlungsbedarf für die Infrastruktur
am BER?
Wenn ja, hat sie das im Bundesverkehrswegeplan entsprechend als
Vordringlichen Bedarf abgebildet?
4. Welche Bedeutung misst die Bundesregierung der Aussage in der Engpass-
Analyse der IHK Cottbus bei, wonach die entsprechenden
Autobahnverbindungen A 100 sowie A 113 nur noch beschränkt ausbaufähig sind (www.
cottbus.ihk.de/standortpolitik/Infrastruktur/Flughafen_Berlin_Brandenburg_
BER/ihk-verkehrs--und-engpassanalyse-ber/4317618)?
a) Ist der Bundesregierung eine Angebotserweiterung der Deutschen Bahn
AG sowie der Tochtergesellschaft Berliner S-Bahn zum BER bekannt?
b) Liegen der Bundesregierung Erkenntnisse vor, ob die Dresdner Bahn im
Dezember 2025 planmäßig fertiggestellt wird und wie sich das auf den
Individualverkehr zum und vom BER auswirkt (www.tagesspiegel.de/
berlin/berliner-sueden-bauarbeiten-fuer-dresdner-bahn-haben-begonnen/
23952628.html)?
c) Sind der Bundesregierung Pläne weiterer Eisenbahnverkehrsunternehmen
bekannt, die beabsichtigen, den BER als Ziel anzufahren, und wenn ja,
wie bewertet sie diese Vorhaben?
d) Liegen der Bundesregierung Pläne vor, wonach die von den Berliner
Verkehrsbetrieben (BVG) unterhaltene U-Bahnlinie 7, Endstation Rudow, bis
zum Flughafen BER verlängert werden soll, und wie positioniert sich die
Bundesregierung zu einem solchen Vorhaben?
e) Wie bewertet die Bundesregierung die Inbetriebnahme einer BER-
Busstation, die für zusätzlichen Verkehr auf Autobahnen und
Umgehungsstraßen sorgen wird?
5. Wie bewertet die Bundesregierung aus verkehrspolitischer Sicht nach
Schließung des Flughafens Tegel die Zentrierung des Verkehrs am Flughafen
BER?
6. Wie bewertet die Bundesregierung die Verkehrsentwicklung hinsichtlich der
Verkehrssituation in der Metropolregion Berlin insgesamt?
7. Wie bewertet die Bundesregierung die Parkplatzsituation am Flughafen BER
vor dem Hintergrund, dass laut FBB ab 2020 rund 22 000 Parkplätze für
Passagiere und Beschäftigte am BER zur Verfügung stehen und etwa nur
2 600 Kurzzeitparkplätze geschaffen werden sollen (www.maz-online.de/
Lokales/Dahme-Spreewald/Verkehr-Infrastruktur-am-Flughafen-BER)?
a) Liegen der Bundesregierung Erkenntnisse darüber vor, ob auf dem Areal
des BER Reserveflächen für weitere Parkplätze vorgesehen sind, sollte
das Passagieraufkommen im Jahr 2040 bei 58 Millionen liegen (www.
tagesspiegel.de/berlin/hauptstadtflughafen-ber-soll-in-fuenf-
etappenausgebaut-werden/20244636.html)?
b) Wie schätzt die Bundesregierung die Möglichkeit ein, dass Car-Sharing-
Spots am BER das Indiviual-KfZ-Aufkommen verringern?
c) Liegen der Bundesregierung Vertragsdaten über den Nutzungszeitraum
der Parkflächen durch den Volkswagen-Konzern vor (www.spiegel.de/
wirtschaft/flughafen-ber-ist-jetzt-ein-parkplatz-fuer-volkswagen-a-1222
703.html), und ist nach Kenntnis der Bundesregierung vertraglich
sichergestellt, dass die Flächennutzung mit Eröffnung des BER beendet wird?
d) Wie viele Stellplätze für Elektroautos sind nach Kenntnis der
Bundesregierung am BER vorgesehen?
e) Wird es auf dem Gelände des Flughafens BER nach Kenntnis der
Bundesregierung eine für Individualverkehr frei zugängliche
Wasserstofftankstelle geben, und wenn nein, wie bewertet die Bundesregierung
diesen Umstand vor dem Hintergrund eines nach Ansicht der Fragesteller
notwendigen, offenen Technologiemix?
8. Welchen Stellenwert im Verkehrskonzept für den BER räumt die
Bundesregierung dem Taxiverkehr aus der Hauptstadt ein?
9. Welche Regelungen für Taxiverkehre aus dem Land Berlin sind nach
Kenntnis der Bundesregierung am Flughafen BER vorgesehen, und wie bewertet
die Bundesregierung diese?
10. Wie schätzt die Bundesregierung die Gewerbeansiedlung im Umfeld des
BER ein, und welche Vorkehrungen werden seitens der FBB nach Kenntnis
der Bundesregierung getroffen, um den Unternehmern vor Ort einen
entsprechenden infrastrukturellen Standard anzubieten?
11. Liegen der Bundesregierung Erkenntnisse vor, wonach bestimmte
Unternehmungen auf Grundlage der entsprechenden zu erwartenden
Verkehrssituation ihre Standortentscheidung für den BER zurückgezogen haben?
12. Welche Möglichkeiten ergeben sich nach Ansicht der Bundesregierung, auf
digitale Werkzeuge zur smarten Verkehrslenkung im Umfeld des BER
zurückzugreifen?
a) In welcher Hinsicht wurden die Möglichkeiten digitaler Verkehrslenkung
bei den Planungen zur Ausgestaltung der Infrastruktur am BER sowie in
seinem Umfeld und auf den Zubringerrouten berücksichtigt?
b) Welche Elemente digitaler Verkehrslenkung im Hinblick auf die
Verkehrsträger Schiene und Straße sollen am BER sowie in seinem Umfeld
zum Einsatz kommen?
13. Wie schätzt die Bundesregierung die Chancen ein, die asphaltierten Flächen
am BER bis zu dessen Eröffnung zu Testzwecken für autonomes Fahren oder
die Erprobung von Flugtaxis bereitzustellen?
Berlin, den 31. Juli 2019
Christian Lindner und Fraktion
Satz: Satzweiss.com Print, Web, Software GmbH, Mainzer Straße 116, 66121 Saarbrücken, www.satzweiss.com
Druck: Printsystem GmbH, Schafwäsche 1-3, 71296 Heimsheim, www.printsystem.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.betrifft-gesetze.de
ISSN 0722-8333]
Ähnliche Kleine Anfragen
Ökonomische und ökologische Landwirtschaft durch moderne Technologien
FDP03.06.2021
Verschärfung der Wegzugsbesteuerung
FDP07.06.2021
Archivierung digitaler Kommunikation von Bundesministerinnen und Bundesministern
FDP17.02.2020
Beauftragte, Sonderbeauftragte und Koordinatoren der Bundesregierung
FDP23.05.2018