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Kleine AnfrageWahlperiode 19Beantwortet
Aufklärung zum Im- und Export von Bleibatterien in LMIC-Staaten und Umweltbelastungen II
(insgesamt 8 Einzelfragen)
Fraktion
FDP
Ressort
Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit
Datum
17.09.2019
Aktualisiert
26.07.2022
BT19/1279428.08.2019
Aufklärung zum Im- und Export von Bleibatterien in LMIC-Staaten und Umweltbelastungen II
Kleine Anfrage
Volltext (unformatiert)
[Kleine Anfrage
der Abgeordneten Judith Skudelny, Frank Sitta, Renata Alt,
Dr. Marco Buschmann, Karlheinz Busen, Christian Dürr, Dr. Marcus Faber,
Daniel Föst, Otto Fricke, Katrin Helling-Plahr, Katja Hessel,
Dr. Christoph Hoffmann, Reinhard Houben, Ulla Ihnen, Olaf in der Beek,
Dr. Marcel Klinge, Pascal Kober, Konstantin Kuhle, Michael Georg Link,
Oliver Luksic, Alexander Müller, Dr. Stefan Ruppert, Dr. Hermann Otto Solms,
Bettina Stark-Watzinger, Katja Suding, Michael Theurer, Dr. Andrew Ullmann,
Gerald Ullrich, Nicole Westig und der Fraktion der FDP
Aufklärung zum Im- und Export von Bleibatterien in LMIC-Staaten und
Umweltbelastungen II
Trotz bestehenden Exportverbots von gefährlichen Abfällen in Nicht-OECD-
und Nicht-EU-Staaten nach der EU-Verordnung 1013/2006/EG gelangen durch
umweltkriminelle Handlungen Batterien in derartige Staaten. Vor allem durch
die Deklarierung als Altfahrzeuge oder Altschrott werden Restriktionen
umgangen (BMZ-Positionspapier 10/2017. Mehr Nachhaltigkeit um Umgang mit
Elektroschrott, S. 9). Weitere Quellen sind entwicklungspolitische Programme,
die den Ausbau von dezentraler Stromversorgung fördern. Die FDP-Fraktion
hat bereits in der Kleinen Anfrage „Aufklärung zum Im- und Export von
Bleibatterien in Low and Middle Income Countries und gesundheitlichen sowie
wirtschaftlichen Folgen“ (Bundestagsdrucksache 19/10771) die
Bundesregierung befragt. Dabei bleiben einige Fragen aus Sicht der Fragensteller
unbeantwortet. Weiter werfen einige Antworten der Bundesregierung Nachfragen auf.
Besonders auffällig ist dabei, dass der Bundesregierung der Mechanismus und
die Folgen der Umweltkriminalität bekannt sind, sie allerdings nur wenige
konkrete Gegenmaßnahmen nennt. Beispielsweise sei für das Jahr 2019 eine
Umsetzung des Strategieplans zur Bekämpfung des illegalen Handels mit
Altbatterien vorgesehen. Diese befinde sich derzeit in Planung (Antwort zu Frage 5).
Weiter scheint die Bundesregierung keine Kenntnisse über die Monitorings der
Bundesländer zu haben. Die Bundesregierung verweist darüber hinaus auf die
Zuständigkeit der Länder (Antwort zu Frage 4 bzw. 5). Auch hinsichtlich der
entwicklungspolitischen Programme in Low and Middle Income Countries sind
der Bundesregierungen die Folgen bekannt (Antwort zu Frage 8). Daher
ergeben sich weitere Fragen zu diesem Themenkomplex.
Wir fragen die Bundesregierung:
1. Wie viele Tonnen Abfälle A1160 und A1010 wurden zwischen 2010 und
2018 in Nicht-OECD- und Nicht-EU-Länder exportiert bzw. importiert (bitte
nach Gewicht, Herkunft – Staat, Hafen –, Zielland – Staat, Hafen – und
Abfallschlüssel aufschlüsseln)?
Deutscher Bundestag Drucksache 19/12794
19. Wahlperiode 28.08.2019
2. Wie viele Tonnen recyceltes Blei wurde aus Nicht-OECD- und Nicht-EU-
Länder bezogen (bitte nach Gewicht, Herkunft – Staat, Hafen – und Ziel –
Bundesland, Hafen – aufschlüsseln)?
3. In welchem Bearbeitungsstatus befindet sich nach Kenntnisstand der
Bundesregierung die Umsetzung des Strategieplans zur Bekämpfung des
illegalen Handels mit Altbatterien?
Welche konkreten Maßnahmen wurden in den Plan aufgenommen?
4. Plant die Bundesregierung über die Maßnahmen aus der Antwort zu
Frage 3 hinausgehende Maßnahmen zur Bekämpfung von nationaler und
internationaler Umweltkriminalität?
Wenn ja, welche?
Wenn nein, warum nicht?
5. Plant die Bundesregierung bei den Landesregierungen auf stärkere Kontrolle
von Bleibatterie-Abfällen sowie Altfahrzeugen hinzuwirken?
6. Was gilt als „Anhaltspunkt für den Verdacht eines Verstoßes gegen
Bestimmung der Verordnung EG Nr. 1013/2006“?
7. Welche Maßnahmen zur Förderung ordnungsgemäßen Recyclings von
geförderten Produkten in Projekten der dezentralen Stromversorgung werden
geprüft?
Wieso wurden diese nicht bereits bei der Etablierung der Programme
berücksichtigt?
8. Inwiefern plant die Bundesregierung, Bleiimporteure und die
bleikonsumierende Industrie in Deutschland (etwa Recyclingbetriebe, Bleischmelzen,
Batteriehersteller und Batterieanwender) grenzübergreifend in die
Verantwortung zur Bekämpfung bzw. Vorbeugung von Umweltkriminalität zu
ziehen?
Berlin, den 14. August 2019
Christian Lindner und Fraktion
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.betrifft-gesetze.de
ISSN 0722-8333]
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