Borkenkäfer in stillgelegten Wäldern
der Abgeordneten Karlheinz Busen, Frank Sitta, Dr. Gero Clemens Hocker, Carina Konrad, Nicole Bauer, Grigorios Aggelidis, Renata Alt, Jens Beeck, Dr. Jens Brandenburg (Rhein-Neckar), Mario Brandenburg (Südpfalz), Dr. Marco Buschmann, Carl-Julius Cronenberg, Britta Katharina Dassler, Dr. Marcus Faber, Thomas Hacker, Katrin Helling-Plahr, Markus Herbrand, Manuel Höferlin, Dr. Christoph Hoffmann, Reinhard Houben, Ulla Ihnen, Olaf in der Beek, Gyde Jensen, Karsten Klein, Dr. Marcel Klinge, Daniela Kluckert, Pascal Kober, Konstantin Kuhle, Roman Müller-Böhm, Hagen Reinhold, Christian Sauter, Matthias Seestern-Pauly, Benjamin Strasser, Katja Suding, Michael Theurer, Stephan Thomae, Nicole Westig und der Fraktion der FDP
Vorbemerkung
Die Wälder in Deutschland sind geschwächt von der Trockenheit. Der Borkenkäfer gab Millionen von Bäumen in den vergangenen Monaten den Rest – weite Landesteile bestehen nahezu ausschließlich aus Schadholz (www.tagesspiegel.de/wirtschaft/das-naechste-waldsterben-ist-der-deutsche-wald-noch-zuretten/24957944.html). Dies betrifft auch sogenannte naturbelassene Wälder, also Wälder, die sich selbst überlassen werden, stillgelegt sind. Dort verbieten naturschutzrechtliche Vorschriften die Bewirtschaftung und damit auch den Abtransport des Schadholzes. So bleiben dem Borkenkäfer große Brutstätten in den Wäldern erhalten. Statt nach Ansicht der Fragesteller kontraproduktiver Waldstilllegungen braucht es derzeit eine aktive Waldwirtschaft zum Erhalt wichtiger Waldsubstanz.
Wir fragen die Bundesregierung:
Fragen8
Welche Beobachtungen laut § 6 des Bundesnaturschutzgesetzes macht die Bundesregierung derzeit hinsichtlich des Schädlingsdrucks und des Vorkommens an Kalamitäten in stillgelegten Waldbeständen?
Welche Beobachtungen laut § 6 des Bundesnaturschutzgesetzes hat die Bundesregierung in den letzten zwei Jahren hinsichtlich des Schädlingsdrucks und des Vorkommens an Kalamitäten in stillgelegten Waldbeständen gemacht?
Setzt sich die Bundesregierung den Verbleib von borkenkäferbedingten Kalamitäten in stillgelegten Wäldern ein oder nicht (www.deutschlandfunk.de/waldsterben-jeder-muss-sich-um-seinen-wald-kuemmern.694.de.html?dram:article_id=457492; www.morgenpost.de/politik/article227187529/Wie-die-Umweltministerin-den-deutschen-Wald-retten-will.html)?
Inwieweit hält die Bundesregierung daran fest, offensichtlich fichtengeprägte Wälder einer natürlichen Waldentwicklung zu überlassen, obwohl die Problematik mit dem Borkenkäfer während des Sommers 2019 stark zugenommen hat?
Welche Erkenntnisse liegen der Bunderegierung vor, wonach Waldstilllegungen mehr Kohlenstoff binden sollen als ein aktiv bewirtschafteter Wald, und bezieht die Bundesregierung in dieser Frage vor dem Hintergrund diesbezüglich widersprüchlicher Äußerungen der Bundesministerinnen für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit und Ernährung und Landwirtschaft eine einheitliche Position (www.topagrar.com/jagd-und-wald/news/schulze-schlaegt-umstellungs-praemie-fuer-waldbesitzer-vor-11806709.html)?
Wie viele Forstflächen befinden sich nach Kenntnis der Bundesregierung derzeit einer Konversion zu einer Waldstilllegung (bitte die Flächengröße in Hektar je Konversionsprozess angeben)?
Welche Zeitdauer wird für einen Konversionsprozess benötigt?
Wer betreut eine Konversion von einem genutzten Wirtschaftswald hin zu einem stillgelegten Wald?
Welche Parameter werden für einen Konversionsprozess herangezogen?
Welche Maßnahmen werden nach Kenntnis der Bundesregierung ergriffen, um die Bestände der Nationalparks in Deutschland gegenüber den klimatischen Veränderungen zu stabilisieren?
Sieht die Bundesregierung die Naturverjüngung hinsichtlich der ungestörten Entwicklung von stillgelegten Wäldern als ein geeignetes Mittel den klimastabilen Waldumbau umzusetzen?