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Kleine AnfrageWahlperiode 19Beantwortet

Zur Situation von Erzieherinnen und Erziehern in Deutschland 2019

Fraktion

FDP

Ressort

Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Datum

27.02.2020

Aktualisiert

26.07.2022

Deutscher BundestagDrucksache 19/1709011.02.2020

Zur Situation von Erzieherinnen und Erziehern in Deutschland 2019

der Abgeordneten Matthias Seestern-Pauly, Katja Suding, Nicole Bauer, Grigorios Aggelidis, Renata Alt, Christine Aschenberg-Dugnus, Jens Beeck, Dr. Jens Brandenburg (Rhein-Neckar), Mario Brandenburg (Südpfalz), Sandra Bubendorfer-Licht, Dr. Marco Buschmann, Britta Katharina Dassler, Hartmut Ebbing, Dr. Marcus Faber, Otto Fricke, Thomas Hacker, Peter Heidt, Katrin Helling-Plahr, Markus Herbrand, Torsten Herbst, Katja Hessel, Dr. Christoph Hoffmann, Reinhard Houben, Ulla Ihnen, Olaf in der Beek, Gyde Jensen, Pascal Kober, Carina Konrad, Konstantin Kuhle, Ulrich Lechte, Michael Georg Link, Alexander Müller, Roman Müller-Böhm, Dr. Martin Neumann, Hagen Reinhold, Dr. Wieland Schinnenburg, Judith Skudelny, Dr. Hermann Otto Solms, Bettina Stark-Watzinger, Michael Theurer, Manfred Todtenhausen, Gerald Ullrich, Sandra Weeser, Nicole Westig und der Fraktion der FDP

Vorbemerkung

Erzieherinnen und Erzieher übernehmen eine verantwortungsvolle Aufgabe, die nach Auffassung der Fragesteller von zentraler Bedeutung für die Zukunftsfähigkeit unserer Gesellschaft ist.

Mit dem nunmehr auf der Grundlage eines Gesetzentwurfs der Bundesregierung verabschiedeten Gesetz zur Weiterentwicklung der Qualität und zur Verbesserung der Teilhabe in Tageseinrichtungen und in der Kindertagespflege (KiTa – Qualitäts- und Teilhabeverbesserungsgesetz – KiQuTG) oder „Gute-Kita-Gesetz“ verfolgt die Bundesregierung die Ziele, bundesweit die Qualität frühkindlicher Bildung zu erhöhen, die Betreuung in der Kindertagesbetreuung weiterzuentwickeln und die Teilhabe in der Kindertagesbetreuung zu verbessern (Bundestagsdrucksache 19/4947, S. 1 f.).

Aus Sicht der Fragesteller müssen die zu erwartenden Auswirkungen des KiQuTG auf die Arbeitssituation der Erzieherinnen und Erzieher in der Kindertagesbetreuung näher erläutert werden. Denn bereits jetzt sind viele Erzieherinnen und Erzieher so sehr belastet, dass sie ihren eigentlichen Aufgaben kaum noch nachkommen können (https://www.merkur.de/leben/kita-studie-deutschland-braucht-106-500-mehr-erzieher-zr-13041985.html).

Eine realistische Bewertung der aus dem KiQuTG zu erwartenden Konsequenzen für Erzieherinnen und Erzieher ist deshalb aus Sicht der Fragesteller essentiell hinsichtlich der Qualitätssicherung und Qualitätssteigerung von Kindertagesbetreuung.

Wir fragen die Bundesregierung:

Fragen19

1

Wie viele staatlich anerkannte Erzieherinnen und Erzieher arbeiten nach Kenntnis der Bundesregierung in Deutschland (bitte nach Bundesland sowie Geschlecht aufschlüsseln)?

2

Wie hat sich nach Kenntnis der Bundesregierung der Anteil der männlichen Erzieher an der Gesamtzahl der staatlich anerkannten Erzieherinnen und Erzieher im Zeitraum von 2013 bis 2019 entwickelt (bitte in absoluten Zahlen und Prozentangaben nach Bundesland aufschlüsseln)?

3

Wie bewertet die Bundesregierung die Entwicklung des Anteils männlicher Erzieher im Zeitraum von 2013 bis 2019, und sieht die Bundesregierung hier Handlungsbedarf (bitte erläutern und begründen)?

4

Wie lange ist nach Kenntnis der Bundesregierung die durchschnittliche Verweildauer von Erzieherinnen und Erziehern in der Kindertagesbetreuung in ihrem Beruf (bitte nach Bundesland und Geschlecht sowie Teilzeit beziehungsweise Vollzeit aufschlüsseln)?

5

Wie viele Erzieherinnen und Erzieher in der Kindertagesbetreuung nehmen nach Kenntnis der Bundesregierung Elternzeit in Anspruch (bitte in absoluten Zahlen und Prozentangaben nach Bundesland und Geschlecht sowie Teilzeit beziehungsweise Vollzeit aufschlüsseln)?

6

Wie viele Teilzeitarbeitsverhältnisse von Erzieherinnen und Erziehern in der Kindertagesbetreuung werden nach Kenntnis der Bundesregierung nach der Rückkehr aus der Elternzeit in Vollzeitarbeitsverhältnisse umgewandelt (bitte in absoluten Zahlen und Prozentangaben nach Bundesland und Geschlecht aufschlüsseln)?

7

Wie viele Vollzeitarbeitsverhältnisse werden nach Kenntnis der Bundesregierung nach der Rückkehr aus der Elternzeit in Teilzeitarbeitsverhältnisse umgewandelt (bitte in absoluten Zahlen und Prozentangaben nach Bundesland und Geschlecht aufschlüsseln)?

8

Wie hoch ist nach Kenntnis der Bundesregierung der durchschnittliche Krankenstand staatlich anerkannter Erzieherinnen und Erzieher (bitte nach Bundesland und Geschlecht sowie Anteil der Gesamtzahl der Erzieherinnen und Erzieher im jeweiligen Bundesland aufschlüsseln)?

9

Hat die Bundesregierung Kenntnis von Studien zum Krankenstand und zur Art der Erkrankungen von Erzieherinnen und Erziehern, und wenn ja, mit welchen konkreten Maßnahmen begegnet die Bundesregierung den Ergebnissen dieser Studien (bitte nach Studie und ergriffenen und/oder geplanten Maßnahmen aufschlüsseln)?

10

Wie viele derzeit berufstätige staatlich anerkannte Erzieherinnen und Erzieher haben nach Kenntnis der Bundesregierung eine Ausbildung mit inklusiven Qualifikationen erworben (bitte in absoluten Zahlen und Prozentangaben für die Bundesländer, nach Geschlecht sowie privaten und staatlichen Institutionen aufschlüsseln)?

11

Bei welcher Zahl liegt nach Kenntnis der Bundesregierung der durchschnittliche Fachkraft-Kind-Schlüssel in Deutschland (bitte für die Altersgruppen 0 bis 3 Jahre und 3 bis 6 Jahre sowie nach Bundesländern aufschlüsseln)?

12

Warum hat die Bundesregierung im Rahmen des KiQuTG keinen bundesweit einheitlichen Fachkraft-Kind-Schlüssel eingeführt?

13

Wie viele pädagogische Fachkräfte würden nach Kenntnis der Bundesregierung auf dieser Grundlage benötigt, um einen angemessenen Fachkraft-Kind-Schlüssel bundesweit zu gewährleisten, und wie viele Fachkräfte fehlen dann zum jetzigen Zeitpunkt und bis 2025?

14

Wie hoch war nach Kenntnis der Bundesregierung der Anteil des in der Kindertagesbetreuung tätigen pädagogischen Fachpersonals, der in den letzten zehn Jahren in den Ruhestand gegangen ist (bitte nach Bundesländern, Zahlen absolut und in Prozent aufschlüsseln)?

15

Wie hoch ist nach Kenntnis der Bundesregierung der Anteil des in der Kindertagesbetreuung tätigen pädagogischen Fachpersonals, der in den nächsten zehn Jahren in den Ruhestand gehen wird (bitte nach Bundesländern, Zahlen absolut und in Prozent aufschlüsseln)?

16

Wie viele Personen verfolgen derzeit nach Kenntnis der Bundesregierung das Berufsziel „staatlich anerkannter Erzieher“ (bitte nach Art der Ausbildung – Studium beziehungsweise Ausbildung – sowie Geschlecht aufschlüsseln)?

17

Wie bewertet die Bundesregierung die Tatsache, dass teilweise Schulgeld für die Ausbildung zum staatlich anerkannten Erzieher erhoben wird (bitte erläutern)?

18

Welche Schritte plant die Bundesregierung, um die Erhebung von Schulgeld im Sinne einer Attraktivitätssteigerung der Erziehungsberufe abzuschaffen (bitte nach erfolgten Beratungen und geplanten Beratungsschritten aufschlüsseln)?

19

Welche Erkenntnisse liegen der Bundesregierung über die in den Bundesländern unterschiedlichen Anerkennungsmodalitäten von Berufsqualifikationen von Erzieherinnen und Erziehern aus dem EU-Ausland vor (bitte bewerten)?

Berlin, den 15. Januar 2020

Christian Lindner und Fraktion

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