Flickenteppich der frühkindlichen Bildungssysteme in Deutschland
der Abgeordneten Matthias Seestern-Pauly, Britta Katharina Dassler, Katja Suding, Grigorios Aggelidis, Renata Alt, Jens Beeck, Dr. Jens Brandenburg (Rhein-Neckar), Mario Brandenburg (Südpfalz), Dr. Marco Buschmann, Dr. Marcus Faber, Otto Fricke, Thomas Hacker, Peter Heidt, Katrin Helling-Plahr, Markus Herbrand, Katja Hessel, Manuel Höferlin, Reinhard Houben, Ulla Ihnen, Olaf in der Beek, Dr. Marcel Klinge, Daniela Kluckert, Pascal Kober, Carina Konrad, Konstantin Kuhle, Ulrich Lechte, Till Mansmann, Roman Müller-Böhm, Dr. Wieland Schinnenburg, Matthias Seestern-Pauly, Frank Sitta, Judith Skudelny, Dr. Hermann Otto Solms, Bettina Stark-Watzinger, Dr. Marie-Agnes Strack-Zimmermann, Michael Theurer, Stephan Thomae, Dr. Florian Toncar, Sandra Weeser, Nicole Westig und der Fraktion der FDP
Vorbemerkung
Am 1. Januar 2019 ist das Gesetz zur Weiterentwicklung der Qualität und zur Teilhabe in der Kindertagesbetreuung (das sog. Gute-KiTa-Gesetz) in Kraft getreten. Erklärtes Ziel des Gesetzes ist, die Qualität frühkindlicher Bildung, Erziehung und Betreuung in der Kindertagesbetreuung bundesweit weiterzuentwickeln und die Teilhabe in der Kindertagesbetreuung zu verbessern. Nach Abschluss aller 16 erforderlichen bilateralen Verträge zwischen Bund und Ländern im November 2019 zeigt sich, dass ein großer Anteil der Mittel aus dem Gesetz in die Beitragssenkung bzw. in die Beitragsfreiheit investiert wird (spiegel.de/consent-a-?targetUrl=https%3A%2F%2Fwww.spiegel.de%2Flebenundlernen%2Fschule%2Fgute-kita-gesetz-so-wollen-die-laender-die-5-5-milliarden-euro-nutzen-a-1279806.html&ref=https%3A%2F%2Fwww.google.com%2F). Dies widerspricht nach Ansicht der Fragesteller der Zielsetzung, die Qualität in der Kindertagesbetreuung nachhaltig zu verbessern. Mit KiTas, die zwar günstig, aber nicht qualitativ hochwertig sind, ist weder Kindern noch Eltern geholfen. Der aktuelle „Ländermonitor Frühkindliche Bildungssysteme“ der Bertelsmann-Stiftung (vgl. https://www.bertelsmann-stiftung.de/de/publikationen/publikation/did/laenderreport-fruehkindliche-bildungssysteme-2019/) zeigt auf, dass es eklatante Qualitätsunterschiede in der Kindertagesbetreuung in den einzelnen Bundesländern gibt. Auch die OECD befasst sich mit der Bildungsteilnahme und Bildungsgerechtigkeit mit Bezug auf die frühkindliche Bildung (vgl. https://read.oecd-ilibrary.org/education/bildung-auf-einen-blick-2018_6001821lw#page1).
Wir fragen die Bundesregierung:
Fragen8
In welchen Gremien treffen sich Bund und Länder, um über frühkindliche Bildungsinhalte und Qualitätssicherung in der Kindertagesbetreuung zu sprechen a) im Allgemeinen und b) in Zusammenhang mit dem Gute-KiTa-Gesetz, und welche Ergebnisse liegen aktuell dazu vor?
Welche Forschungsvorhaben zu frühkindlicher Bildung wurden seit Beginn der 18. Wahlperiode mit Bundesmitteln gefördert?
Welche Forschungsvorhaben zu frühkindlicher Bildung seit Beginn der 18. Wahlperiode sind der Bundesregierung bekannt, die mit Landesmitteln gefördert wurden?
Gibt es Forschungsvorhaben zu frühkindlicher Bildung, die seit Beginn der 18. Wahlperiode gemeinsam von Bund und Ländern gefördert wurden, und falls ja, welche sind das?
Gibt es Forschungsvorhaben zu frühkindlicher Bildung, die seit Beginn der 18. Wahlperiode mit Mitteln der Europäischen Union gefördert wurden, und falls ja, welche sind das?
Welche Forschungsergebnisse zu frühkindlicher Bildung liegen der Bundesregierung seit Beginn der 18. Wahlperiode vor?
Sind der Bundesregierung Forschungsvorhaben bekannt, die sich im Bereich der frühkindlichen Bildung ausdrücklich mit Inklusion befassen, und falls ja, welche sind das?
In welchen Bundesländern werden nach Kenntnis der Bundesregierung Rahmenpläne bzw. Bildungspläne zur frühkindlichen Bildung angewendet, und in welchen dieser Bildungspläne sind auch Lehrpläne bzw. Curricula enthalten?