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Kleine AnfrageWahlperiode 19Beantwortet
Das Konjunkturpaket der Bundesregierung und die digitale Infrastruktur
(insgesamt 18 Einzelfragen)
Fraktion
FDP
Ressort
Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur
Datum
17.08.2020
Aktualisiert
26.07.2022
BT19/2139231.07.2020
Das Konjunkturpaket der Bundesregierung und die digitale Infrastruktur
Kleine Anfrage
Volltext (unformatiert)
[Kleine Anfrage
der Abgeordneten Oliver Luksic, Frank Sitta, Torsten Herbst, Dr. Christian Jung,
Daniela Kluckert, Bernd Reuther, Jens Beeck, Dr. Jens Brandenburg (Rhein-
Neckar), Mario Brandenburg (Südpfalz), Britta Katharina Dassler, Dr. Marcus
Faber, Otto Fricke, Markus Herbrand, Manuel Höferlin, Dr. Christoph Hoffmann,
Reinhard Houben, Ulla Ihnen, Pascal Kober, Alexander Müller, Frank Müller-
Rosentritt, Frank Schäffler, Dr. Marie-Agnes Strack-Zimmermann, Michael
Theurer, Manfred Todtenhausen und der Fraktion der FDP
Das Konjunkturpaket der Bundesregierung und die digitale Infrastruktur
Die Corona-Pandemie stellt die Bundesrepublik Deutschland vor enorme
Herausforderungen in allen Lebensbereichen. Auch der Verkehrssektor ist davon
und durch die Einschränkungen des öffentlichen Lebens, in der Wirtschaft und
im Privaten sowie durch Grenzkontrollen und gestörte Lieferketten schwer
betroffen. Gleichzeitig hat sich die Bedeutung eines leistungsfähigen und
flexiblen Verkehrs in der Krise der vergangenen Monate noch einmal bestätigt. Die
Erhaltung der Versorgungssicherheit für die Bevölkerung und die Industrie
sowie die Möglichkeit der Personenbeförderung innerhalb der Bundesrepublik
Deutschland als auch über ihre Grenzen hinweg sind von besonderer
Wichtigkeit für den Standort Deutschland und für seine Bürger.
Die Bundesregierung hat in Reaktion auf die Corona-Pandemie am 3. Juni
2020 ein Konjunkturpaket vorgestellt. Neben vielen Impulsen für eine
kurzfristige Ankurbelung der Binnenwirtschaft setzt sich dieses Papier auch das Ziel,
als „Krisenbewältigungspapier“ nach dem Abflachen der Infektionskurve in
Deutschland die Auswirkungen der Pandemie soweit als möglich
einzudämmen. Auch der Verkehrssektor ist diesbezüglich durch eine Vielzahl von
Maßnahmen direkt wie indirekt betroffen. Nach Ansicht der Fragesteller findet sich
in diesem Programm in Bezug auf den Verkehrssektor neben einer Vielzahl
grundsätzlich sinnvoller aber wenig konkreter Vorschläge eine Weiterführung
der bisherigen einseitigen und ineffektiven Subventionspolitik der
Bundesregierung sowie verstecke Mehrbelastungen für die Bürger.
Mit dem Anstieg der Infektionszahlen mit COVID-19 im ersten Quartal 2020
erlebte Deutschland auch eine tiefgreifende Veränderung des Lebens hin zum
Digitalen. Arbeit, Bildung, Einkauf und Kommunikation verlagerten sich zu
großen Teilen auf digitale Kanäle verschiedenster Artikel. Diese Entwicklung
war zwar nicht neu, durch die Pandemie wurde sie allerdings noch einmal
massiv beschleunigt. Die ebenfalls seit Längerem bekannten Probleme der
Bundesrepublik Deutschland in der digitalen Infrastruktur, sowohl bei Funk als auch
bei Kabel, traten ebenfalls stärker als bisher zutage. Die im Konjunkturpaket
diesbezüglich aufgeführten Maßnahmen sollen hier sowohl schnell als auch
langfristig Abhilfe schaffen, indem der Ausbau und Aufbau der digitalen Infra-
Deutscher Bundestag Drucksache 19/21392
19. Wahlperiode 31.07.2020
struktur verstärkt und zentralisiert vorangetrieben wird. Nach Ansicht der
Fragesteller ist die Hoffnung der Bundesregierung auf eine kurzfristige Abhilfe
durch die Mobilfunkinfrastrukturgesellschaft überzogen, da ihr möglicher
Mehrwert sich höchstens nach langen und aufwendigen Prozessen und
Ausschreibungen zeigen kann.
Wir fragen die Bundesregierung:
1. Mit welchen Auswirkungen durch die im Konjunkturprogramm
angekündigte Förderung des Ausbaus von Netzen mit besonders hoher Kapazität
(Very High Capacity-Networks – VHC-Netze) rechnet die
Bundesregierung?
2. Welche bisherigen Projekte für Förderung des Ausbaus von Netzen mit
besonders hoher Kapazität (Very High Capacity-Networks – VHC-Netze)
bzw. für deren Erforschung gab es seit 2014, und wie hoch waren die
Mittel, die für diese Projekte ausgegeben wurden (bitte nach Mittelhöhe und
jeweiligem Projekt sowie Laufzeit der Projekte aufschlüsseln)?
3. Wie viele weiße Flecken (Anschlüsse unter 30 Mbit/s) gibt es aktuell noch
in der Bundesrepublik Deutschland?
4. Wie viele dieser weißen Flecken konnten bislang nicht mit Next-
Generation-Access (NGA)-Breitbandversorgung erschlossen werden?
5. Bis wann werden alle vorhandenen Anschlüsse voraussichtlich erschlossen
sein, und mit welcher Technologie ist dies möglich?
6. Wie soll dort, wo kein eigenwirtschaftlicher Ausbau erfolgt, bis 2025 der
Gigabitausbau auch oberhalb von 100 Mbit/s mittels Förderung
gewährleistet werden?
7. Wie sollen die letzten 1 bis 2 Prozent der Haushalte, die selbst mit
Förderung nicht oder zumindest nicht in den nächsten Jahren mittels
Glasfaserausbau aufgerüstet werden können, angemessen mit schnellem Internet
versorgt werden?
8. Plant die Bundesregierung, langfristig oder übergangsweise, die Förderung
der Satellitenkommunikation in dieser Hinsicht?
9. Welche konkreten regulatorischen Maßnahmen möchte die
Bundesregierung auf nationaler Ebene anpassen bzw. umsetzen, und welche
Maßnahmen sollen auf europäischer Ebene angeregt werden?
10. Wie setzt sich der im Konjunkturprogramm angegebene Finanzbedarf von
2 Mrd. Euro für zukünftige Kommunikationstechnologien (5G und 6G)
zusammen?
11. Welche konkreten Maßnahmen sind bezüglich der Entbürokratisierung und
Weiterentwicklung der Breitbandförderung geplant, und bis wann sollen
diese umgesetzt werden?
12. Mit welchen Auswirkungen durch die Entbürokratisierung und
Weiterentwicklung der Breitbandförderung rechnet die Bundesregierung?
13. Wie hoch ist der Finanzbedarf für den im Konjunkturprogram genannten
Glasfaser-Breitbandausbau in nichtwirtschaftlichen Bereichen?
Welche Bedeutung hat in diesem Zusammenhang der Begriff der
„notwendigen Mittel“?
14. Wie setzt sich der im Konjunkturprogramm angegebene Finanzbedarf von
5 Mrd. Euro für die Mobilfunkinfrastrukturgesellschaft zusammen?
15. Wie hoch ist der voraussichtliche Finanzbedarf der
Mobilfunkinfrastrukturgesellschaft für Personalstellen, für Räumlichkeiten sowie für weitere
Ausgaben in Bezug auf technische Ausstattung und Aufbau der
Gesellschaft?
16. Wie weit ist der Aufbau der Mobilfunkinfrastrukturgesellschaft bisher
vorangeschritten, bis wann soll diese ihre Arbeit aufnehmen und bis wann
vollständig ausgestattet und einsatzfähig sein?
17. Mit welchen Auswirkungen durch die Mobilfunkinfrastrukturgesellschaft
rechnet die Bundesregierung?
18. Wären die für die Mobilfunkinfrastrukturgesellschaft vorgesehenen
Aufgaben nicht auch von einer bereits bestehenden Behörde wie der
Bundesnetzagentur zu erfüllen?
Falls nein, welche Gründe sprechen dagegen?
Berlin, den 29. Juli 2020
Christian Lindner und Fraktion
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.betrifft-gesetze.de
ISSN 0722-8333]
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