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Kleine AnfrageWahlperiode 19Beantwortet

Zukunft der Rangierbahnhöfe

(insgesamt 7 Einzelfragen mit zahlreichen Unterfragen)

Fraktion

FDP

Ressort

Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur

Datum

23.02.2021

Aktualisiert

26.07.2022

Deutscher BundestagDrucksache 19/2615326.01.2021

Zukunft der Rangierbahnhöfe

der Abgeordneten Dr. Christian Jung, Frank Sitta, Torsten Herbst, Daniela Kluckert, Oliver Luksic, Bernd Reuther, Grigorios Aggelidis, Renata Alt, Nicole Bauer, Jens Beeck, Dr. Jens Brandenburg (Rhein-Neckar), Dr. Marcus Faber, Daniel Föst, Otto Fricke, Thomas Hacker, Reginald Hanke, Peter Heidt, Katrin Helling-Plahr, Markus Herbrand, Katja Hessel, Reinhard Houben, Ulla Ihnen, Pascal Kober, Konstantin Kuhle, Alexander Müller, Dr. Martin Neumann, Dr. Wieland Schinnenburg, Matthias Seestern-Pauly, Dr. Hermann Otto Solms, Bettina Stark-Watzinger, Dr. Marie-Agnes Strack-Zimmermann, Katja Suding, Linda Teuteberg, Stephan Thomae, Gerald Ullrich, Sandra Weeser, Nicole Westig und der Fraktion der FDP

Vorbemerkung

Die Transportkapazität des deutschen Güterverkehrs wächst seit Jahren kontinuierlich (Statistisches Bundesamt, „Güterverkehr – Beförderungsmenge und Beförderungsleistung nach Verkehrsträgern“, vom 19. November 2019; abrufbar unter: https://www.destatis.de/DE/Themen/Branchen-Unternehmen/Transport-Verkehr/Gueterverkehr/Tabellen/gueterbefoerderung-lr.html). Von der Gesamtmenge transportierter Güter schultert der Schienenverkehr gegenwärtig gut ein Fünftel, doch die Bundesregierung strebt an, diesen Anteil in den kommenden zehn Jahren deutlich zu erhöhen (Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur, „Verlagerungspotenziale auf den Schienengüterverkehr in Deutschland“; abrufbar unter: https://www.bmvi.de/SharedDocs/DE/Artikel/G/MKS/verkehrsverlagerungspotential-schienengueterverkehr.html). Um diesem Ziel gerecht zu werden, bedarf es neben personellen Kapazitäten einer robusten Infrastruktur.

Im bundesweiten Schienennetz bilden die Rangierbahnhöfe einen Flaschenhals: Sie sind für die Zugbildung sowie Zugauflösung zuständig und spielen für den effizienten Einzelwagenverkehr eine entscheidende Rolle. Nur mit leistungsfähigen Rangierbahnhöfen ist die Verlagerung des Modal Split hin zum Schienenverkehr zu bewältigen. Den Fragestellern erscheint es allerdings fraglich, dass die Infrastruktur diesen Herausforderungen gewachsen ist.

Wir fragen die Bundesregierung:

Fragen39

1

Wie bewertet die Bundesregierung den Zustand der Rangierloks unter Berücksichtigung der Antworten auf die folgenden Fragen?

1

Wie alt sind im Durchschnitt die Rangierloks nach Kenntnis der Bundesregierung?

1

Wie alt ist die älteste noch in Betrieb stehende Rangierlok in Deutschland nach Kenntnis der Bundesregierung (bitte nach Rangierbahnhof aufschlüsseln)?

1

Wie viele neue Rangierloks wurden nach Kenntnis der Bundesregierung in den letzten zehn Jahren angeschafft (bitte nach Rangierbahnhof und Jahren aufschlüsseln)?

1

Wie viel Prozent der Rangierloks können nach Kenntnis der Bundesregierung durch den Rangiercomputer funkferngesteuert bedient werden (bitte nach Rangierbahnhof aufschlüsseln)?

1

Wie viel Prozent der Rangierloks mussten nach Kenntnis der Bundesregierung in den vergangenen zwölf Monaten mindestens einmal repariert werden?

1

Wie viel Prozent der Rangierloks werden nach Kenntnis der Bundesregierung mit alternativen Antrieben betrieben (bitte nach Art des alternativen Antriebs aufschlüsseln)?

1

Wie hoch ist der jährliche CO2-Ausstoß nach Kenntnis der Bundesregierung der Rangierloks, die ohne alternative Antriebe in Betrieb sind?

1

Wie viel Prozent der Rangierloks ohne alternative Antriebe verfügen nach Kenntnis der Bundesregierung über Abgasreinigungsanlagen, und mit welcher Technologie werden diese Anlagen betrieben?

2

Wie bewertet die Bundesregierung den Zustand der Zugbildungstechnik unter Berücksichtigung der Antworten auf die folgenden Fragen?

2

Wie alt sind nach Kenntnis der Bundesregierung im Durchschnitt die Talbremsen, Richtungsgleisbremsen und Förderanlagen an den Rangierbahnhöfen?

2

Wie viel Prozent der im vergangenen Jahr überprüften Talbremsen wiesen nach Kenntnis der Bundesregierung mindestens einen Defekt auf?

2

Wie viel Prozent der im vergangenen Jahr überprüften Richtungsgleisbremsen wiesen nach Kenntnis der Bundesregierung mindestens einen Defekt auf?

2

Wie viel Prozent der im vergangenen Jahr überprüften Wagenförderanlagen wiesen nach Kenntnis der Bundesregierung mindestens einen Defekt auf?

3

An welchen Rangierbahnhöfen erfolgt das Bremsen auf Richtungsgleisen noch durch Auflegen eines Hemmschuhes?

Gibt es bereits automatisierte Alternativen zum Auflegen eines Hemmschuhes?

Wenn ja, welche, und wie lautet der aktuelle Stand?

4

Wie hoch ist die prozentuale Auslastung der Richtungsgleise in Deutschland nach Kenntnis der Bundesregierung (bitte nach Rangierbahnhof aufschlüsseln)?

5

Welche Maßnahmen zur Digitalisierung von Rangierbahnhöfen werden bis 2025 ergriffen?

5

Wie lautet der aktuelle Stand zur automatisierten Prüfung der Wagenreihung?

Sind bereits erste Probeläufe unternommen worden?

Wenn ja, welche Erkenntnisse liegen vor?

Wenn nein, warum nicht?

5

Wie lautet der aktuelle Stand zur automatisierten Bremsprobe?

Wie viel Prozent der Rangiergleise verfügen über eine automatisierte Bremsprobe (bitte nach Rangierbahnhof aufschlüsseln)?

5

Wie lautet der aktuelle Stand zum automatischen Rangieren und vollautomatischen Rangierloks?

5

Bis wann soll die Auswertung des „Testfelds Zugbildungsanlage der Zukunft“ in München-Nord zur Erprobung von automatisierten und digitalisierten Rangier- und Bremsvorgänge vorliegen, und mit welcher Begründung wurde der Standort in München als Testfeld ausgewählt?

5

Bis wann ist der flächendeckende Einsatz von automatisierten und digitalisierten Rangier- und Bremsvorgängen zu erwarten?

5

Wie lautet der aktuelle Stand zum Einsatz von Entkupplungsrobotern?

5

Wie lautet der aktuelle Stand zur automatisierten Wagenuntersuchung mittels Video Analytics?

6

Wie lautet der aktuelle Stand zur Einführung der digitalen automatischen Kupplung (kurz: DAK)?

6

Wurden bereits Testdurchläufe mit dem Wagenmaterial der DB Cargo AG unternommen?

Wenn ja, wie sind diese verlaufen?

Wenn nein, warum nicht?

6

Besteht ein Zeitrahmen für die bundesweite Einführung, und wenn ja, wie lautet der Zeitplan?

6

Mit welcher Übergangszeit und welchen Herausforderungen während dieser Übergangszeit bis zur vollständigen Umrüstung auf DAKs rechnet die Deutsche Bahn AG bzw. die Bundesregierung?

6

Bestehen nach Kenntnis der Bundesregierung Absprachen auf EU-Ebene für eine EU-weite Einführung von DAKs, und wenn ja, wie lauten diese Absprachen?

6

Welches Investitionsvolumen ist geplant, um das Wagenmaterial der DB Cargo AG mit der DAK auszustatten?

6

Welche finanziellen Anreize werden für private Eisenbahnverkehrsunternehmen gesetzt, auf die DAK nach Kenntnis der Bundesregierung umzustellen?

6

Welche zeitlichen Einsparungen ergeben sich pro abgefertigten Güterwagen durch die DAK gegenüber der Abfertigung durch den Kuppler?

6

Wie viele Kuppler werden in den nächsten zehn Jahren nach Kenntnis der Bundesregierung in den altersbedingten Ruhestand eintreten (bitte nach Jahren aufschlüsseln)?

6

Wie viele Arbeitsplätze für Kuppler können nach Kenntnis der Bundesregierung durch die Einführung der DAK bei 10 Prozent, 20 Prozent und 30 Prozent des Wagenmaterials rationalisiert werden?

7

Wird das Vorprojekt für das Rail Freight Data Hub wie geplant Ende 2020 abgeschlossen sein, und wenn nicht, wann wird mit dem Abschluss des Vorprojekts gerechnet?

7

Liegen bereits erste Ergebnisse und Erkenntnisse des Vorprojekts vor, und wie lauten diese?

7

Wann soll mit dem Kernprojekt gestartet werden, und wie lautet der weitere Zeitplan für dieses Projekt?

7

Mit welchen Kosten wird für das Kernprojekt gerechnet, und wie setzen sich die Nutzungsgebühren zusammen, mit denen die weitere Finanzierung gesichert werden soll?

7

Wie soll sichergestellt werden, dass das Rail Freight Data Hub allen Unternehmen der Branche offensteht?

Berlin, den 12. Januar 2021

Christian Lindner und Fraktion

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