Hyperloop-Forschung im Emsland
der Abgeordneten Jens Beeck, Mario Brandenburg (Südpfalz), Katja Suding, Renata Alt, Nicole Bauer, Britta Katharina Dassler, Dr. Marcus Faber, Daniel Föst, Thomas Hacker, Reginald Hanke, Peter Heidt, Markus Herbrand, Torsten Herbst, Katja Hessel, Dr. Gero Clemens Hocker, Manuel Höferlin, Reinhard Houben, Ulla Ihnen, Gyde Jensen, Pascal Kober, Konstantin Kuhle, Alexander Müller, Dr. Martin Neumann, Matthias Nölke, Dr. Wieland Schinnenburg, Matthias Seestern-Pauly, Dr. Hermann Otto Solms, Bettina Stark-Watzinger, Dr. Marie-Agnes Strack-Zimmermann, Stephan Thomae, Gerald Ullrich, Nicole Westig und der Fraktion der FDP
Vorbemerkung
Der Verkehrssektor befindet sich in einem stetigen Wandel. Technische Weiterentwicklungen erschließen dabei immer neue Formen des Transportes. Als Standort für Forschung und Entwicklung war das Emsland hierbei maßgeblich an der Entwicklung neuer Technologien beteiligt. So befindet sich noch immer die Teststrecke des Transrapids im Emsland. Nach dem folgenschweren Unglück im Jahr 2006 mit 23 Toten und elf Verletzten (https://web.archive.org/web/20161027162339/, http://www.ndr.de/kultur/geschichte/chronologie/Das-Transrapid-Unglueck-Ein-Rueckblick,transrapidunglueck2.html) stieg der Bund jedoch 2010 aus der Förderung aus (https://web.archive.org/web/20161027162339/, http://www.ndr.de/kultur/geschichte/chronologie/Das-Transrapid-Unglueck-Ein-Rueckblick,transrapidunglueck2.html).
Neben der Diskussion über den Rückbau der Teststrecke, der bereits im Jahr 2012 beginnen sollte (https://web.archive.org/web/20161202150026/, https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/osnabrueck_emsland/Transrapid-Teststrecke-vor-dem-Abriss,transrapid295.html),), wird auch heute noch intensiv über eine Weiternutzung der Strecke zu Forschungszwecken diskutiert. So soll nach den Plänen der Hochschule Emden/Leer und der Universität Oldenburg die Strecke für ein Schallgeschwindigkeitszentrum reaktiviert werden. Ziel ist hierbei die Etablierung eines europäischen Hyperloop-Forschungs- und Technologiezentrums zur Erforschung der Mobilität der Zukunft (https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/osnabrueck_emsland/Lathen-Neues-Zuhause-fuer-Hyperloop-Forschung,hyperloop150.html). Hierfür hat das niedersächsische Wissenschaftsministerium 290 000 Euro bereitgestellt (https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/osnabrueck_emsland/Hyperloop-290000-Euro-fuer-geplantes-Testzentrum,hyperloop154.html).
Beim Hyperloop bewegt sich ein Zug bzw. eine Kapsel in einem nahezu vollständigen Vakuum fort. Hierdurch sind Geschwindigkeiten von über 1 000 km/h möglich (https://www.tz.de/auto/zukunft-mobilitaet-reisen-flugtaxi-hyperloop-auto-fortbewegung-umwelt-musk-zr-90123959.html). Aus Sicht der Fragesteller sollten die Chancen des technischen Fortschrittes genutzt werden, um die Mobilität der Zukunft aktiv zu gestalten. Dies gilt auch für die Nutzung des Hyperloops und vergleichbarer Technologien.
Wir fragen die Bundesregierung:
Fragen13
Wie bewertet die Bundesregierung das Potential des Hyperloops und vergleichbarer Technologien? Hat sich diese Bewertung im Vergleich zum Vorjahr verändert (vgl. Antwort der Bundesregierung zu Frage 1 der Kleinen Anfrage der Fraktion der FDP auf Bundestagsdrucksache 19/10325)? Falls nein, weshalb nicht?
Sind der Bundesregierung Studien bekannt, die sich mit den Potentialen eines deutschland- bzw. europaweiten Hyperloop-Streckennetzes für die Erreichung von Klimazielen, mit der Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit bei Schlüsseltechnologien oder allgemein mit den Folgen des Aufbaus eines solchen Netzes befassen? Wenn nein, plant die Bundesregierung Studien zur Klärung dieser Fragen?
Wie bewertet die Bundesregierung das Potential von Hyperloops und vergleichbaren Technologien vor dem Hintergrund der Stärkung a) des Forschungsstandortes Deutschland? b) der Verkehrsinfrastruktur in Deutschland?
In welchem Umfang unterstützt die Bundesregierung die Forschung an Hyperloops und vergleichbaren Technologien (bitte nach Forschungsprojekten aufschlüsseln)? Falls keine Projekte unterstützt werden, bitte begründen?
Sind im Corona-Konjunkturpaket der Bundesregierung (vgl. https://www.bundesfinanzministerium.de/Web/DE/Themen/Schlaglichter/Konjunkturpaket/Konjunkturprogramm-fuer-alle/zusammen-durch-starten.html) Mittel für Hyperloop-Projekte vorgesehen?
Plant die Bundesregierung eine Unterstützung des Forschungsprojektes der Hochschule Emden/Leer und der Universität Oldenburg an der alten Transrapid-Teststrecke im Emsland (https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/osnabrueck_emsland/Lathen-Neues-Zuhause-fuer-Hyperloop-Forschung,hyperloop150.html)? Falls ja, in welchem Umfang? Falls nein, weshalb nicht?
Welche Schlüsse für ihr eigenes Handeln zieht die Bundesregierung aus dem Aufbau eines Hyperloop-Forschungszentrums an der alten Transrapid-Strecke im Emsland (https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/osnabrueck_emsland/Lathen-Neues-Zuhause-fuer-Hyperloop-Forschung,hyperloop150.html)?
Plant die Bundesregierung eigene Forschungsprojekte in Bezug auf Hyperloops und vergleichbare Technologien? Falls ja, welche? Falls nein, weshalb nicht?
Sind der Bundesregierung in Bezug auf Hyperloops und vergleichbare Technologien europäische oder internationale Forschungsvorhaben bekannt, und falls ja, welche?
Strebt die Bundesregierung in Bezug auf Hyperloops und vergleichbare Technologien eine internationale oder europäische Forschungszusammenarbeit an? Falls ja, haben hierzu schon Verhandlungen stattgefunden? Falls nein, weshalb nicht?
Wie bewertet die Bundesregierung den derzeitigen Stand der für Hyperloop-Technologien relevanten Standardisierung? Gab es seitens der Bundesregierung Bemühungen um eine Vereinheitlichung von Standards im Raum der Europäischen Union oder darüber hinaus?
Welche regulatorischen Hürden gibt es nach Ansicht der Bundesregierung für den Aufbau eines Hyperloop-Streckennetzes in Deutschland und der EU? Engagiert sich die Bundesregierung für einen Abbau dieser regulatorischen Hürden, und wenn ja, wie, und wenn nein, warum nicht?
In welchem Umfang haben, nach Kenntnis der Bundesregierung, Instandhaltungsmaßnahmen an der alten Transrapid-Teststrecke im Emsland stattgefunden, und aus welchen Mitteln wurden diese finanziert (bitte für die Jahre seit 2010 nach Jahren und Maßnahmen aufgeschlüsselt angeben)?