Hochbegabte Kinder und Jugendliche
der Abgeordneten Matthias Seestern-Pauly, Katja Suding, Grigorios Aggelidis, Renata Alt, Jens Beeck, Dr. Jens Brandenburg (Rhein-Neckar), Mario Brandenburg (Südpfalz), Sandra Bubendorfer-Licht, Dr. Marco Buschmann, Britta Katharina Dassler, Dr. Marcus Faber, Daniel Föst, Otto Fricke, Peter Heidt, Katrin Helling-Plahr, Markus Herbrand, Torsten Herbst, Katja Hessel, Dr. Gero Clemens Hocker, Reinhard Houben, Ulla Ihnen, Olaf in der Beek, Gyde Jensen, Dr. Christian Jung, Carina Konrad, Konstantin Kuhle, Alexander Müller, Dr. Martin Neumann, Dr. Wieland Schinnenburg, Dr. Hermann Otto Solms, Bettina Stark-Watzinger, Dr. Marie-Agnes Strack-Zimmermann, Linda Teuteberg, Stephan Thomae, Manfred Todtenhausen, Gerald Ullrich, Nicole Westig und der Fraktion der FDP
Vorbemerkung
Kinder und Jugendliche mit Hochbegabung bedürfen besonderer Förderung, um ihr Potenzial voll entfalten zu können. Der Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort Deutschland profitiert aus Sicht der Fragesteller in hohem Maße von den Leistungen Hochbegabter in allen Bereichen.
Dennoch herrscht Uneinigkeit über eine allgemeingültige Definition von Hochbegabung (https://www.dghk.de/herausforderungen/herausforderungen-probleme/). Es werden weniger Mädchen als Jungen als hochbegabt eingeordnet, und es herrscht ein Ungleichgewicht bei der gesellschaftlichen Akzeptanz von Hochbegabungen abhängig davon, ob die Hochbegabung im musisch-sportlichen Bereich oder aber im anderweitig intellektuellen Bereich festgestellt wird (vgl. ebd.).
Generell stellen die Fragesteller fest, dass Hochbegabung eben nicht bedeutet, dass sich Kinder weitestgehend selbstständig entwickeln und sich Bildung aneignen. Hochbegabung ist zuallererst ein Talent, das durch Förderung, Ermutigung, Geduld und Anregungen zur Entfaltung gebracht wird.
Angesichts der Tatsache, dass alle Kinder und Jugendlichen unabhängig ihrer (sozialen) Herkunft die bestmöglichen Chancen auf Entfaltung ihrer Potenziale haben müssen, besteht Informationsbedarf zu Forschungs- und Kenntnisstand der Bundesregierung sowie Modellprogrammen und internationaler Zusammenarbeit im Bereich der Hochbegabung.
Wir fragen die Bundesregierung:
Fragen19
Wie definiert die Bundesregierung „Hochbegabung“?
Von welchen wissenschaftlichen Methoden zur Erkennung von Hochbegabungen hat die Bundesregierung Kenntnis?
Welchen Stellenwert misst die Bundesregierung Intelligenztests bei der Feststellung von Hochbegabungen zu?
Auf welchen Wegen werden Hochbegabungen in Deutschland nach Kenntnis der Bundesregierung entdeckt?
Wie werden nach Kenntnis der Bundesregierung die Eltern von Kindern und Jugendlichen mit Hochbegabung sowie die hochbegabten Kinder und Jugendlichen angesprochen, und auf welchem Weg geschieht dies?
Reichen die Angebote für Hochbegabte in Deutschland nach Kenntnis der Bundesregierung aus, und worauf stützt sie diese Einschätzung?
Welche Informationen liegen der Bundesregierung über die strukturelle Bildungszusammenarbeit mit den Bundesländern über die Anwendung wissenschaftlicher Methoden zur Erkennung von Hochbegabungen vor?
Wie viele Kinder und Jugendliche wurden in den letzten fünf Jahren als hochbegabt eingestuft (bitte jährlich nach Bundesländern und Geschlecht aufschlüsseln und den Anteil hochbegabter Kinder und Jugendlicher an allen Kindern und Jugendlichen angeben)?
Welche Schlüsse zieht die Bundesregierung aus der Verteilung erkannter Hochbegabungen zwischen den Geschlechtern?
Welche Erkenntnisse liegen der Bundesregierung über die unterschiedliche gesellschaftliche Akzeptanz von Hochbegabungen im musisch-sportlichen Bereich gegenüber intellektuellen Hochbegabungen vor?
Wie beurteilt die Bundesregierung den gegenwärtigen Stand der Hochbegabtenförderung sowie der Hochbegabtenforschung in der Bundesrepublik Deutschland?
Welche Forschungsvorhaben und mit welchen wesentlichen Erkenntnissen wurden im Verantwortungsbereich der Bundesregierung in den letzten fünf Jahren zum Thema „Hochbegabung bei Kindern und Jugendlichen“ abgeschlossen bzw. begonnen (bitte nach Ressort, Laufzeit, Höhe der Förderung sowie korrespondierenden Haushaltstitel unter Angabe wesentlicher Erkenntnisse aufschlüsseln)?
Welche Modellprogramme im Bereich der Hochbegabung bei Kindern und Jugendlichen hat die Bundesregierung in den letzten fünf Jahren durchgeführt oder unterstützt (bitte nach Modellprojekt und ggf. Höhe der Bundesförderung sowie Laufzeit und gewonnenen Erkenntnissen aufschlüsseln)?
Welche zentralen Erkenntnisse hat die Bundesregierung aus diesen Forschungsvorhaben und Modellprogrammen gezogen?
Welche Notwendigkeiten und Möglichkeiten sieht die Bundesregierung im Rahmen ihres Gesamtkonzepts zur Bildungs- und Wissenschaftspolitik zur Förderung von besonderen Begabungen?
Inwieweit ist die Förderung Hochbegabter Gegenstand der bildungspolitischen Zusammenarbeit von Bund und Ländern?
An welchen Bildungseinrichtungen für Hochbegabte beteiligt sich die Bundesregierung (bitte nach Bildungseinrichtung sowie Dauer und Höhe der Förderung aufschlüsseln)?
Welche ausländischen Erfahrungen gibt es bei der besonderen Förderung Hochbegabter, und welche Folgerungen könnten daraus für die Politik in der Bundesrepublik Deutschland abgeleitet werden?
Welche europäischen Programme zu Förderung und Zusammenarbeit im Bereich hochbegabter Kinder und Jugendlicher existieren nach Kenntnis der Bundesregierung?