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Kleine AnfrageWahlperiode 19Beantwortet

Mediennutzungsverhalten von Kindern und Jugendlichen

Insgesamt 11 Einzelfragen)

Fraktion

FDP

Ressort

Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Datum

18.03.2021

Aktualisiert

26.07.2022

Deutscher BundestagDrucksache 19/2720903.03.2021

Mediennutzungsverhalten von Kindern und Jugendlichen

der Abgeordneten Matthias Seestern-Pauly, Katja Suding, Grigorios Aggelidis, Renata Alt, Jens Beeck, Dr. Jens Brandenburg (Rhein-Neckar), Mario Brandenburg (Südpfalz), Sandra Bubendorfer-Licht, Dr. Marco Buschmann, Dr. Marcus Faber, Daniel Föst, Otto Fricke, Peter Heidt, Katrin Helling-Plahr, Markus Herbrand, Torsten Herbst, Manuel Höferlin, Ulla Ihnen, Olaf in der Beek, Gyde Jensen, Dr. Christian Jung, Carina Konrad, Konstantin Kuhle, Alexander Müller, Dr. Martin Neumann, Dr. Wieland Schinnenburg, Dr. Hermann Otto Solms, Bettina Stark-Watzinger, Dr. Marie-Agnes Strack-Zimmermann, Benjamin Strasser, Linda Teuteberg, Stephan Thomae, Gerald Ullrich, Nicole Westig und der Fraktion der FDP

Vorbemerkung

Die Studie „Jugend, Information, Medien 2020 (JIM-Studie)“ (JIM-Studie 2020; https://www.mpfs.de/fileadmin/files/Studien/JIM/2020/JIM-Studie-2020_Web_final.pdf) ist eine Basisuntersuchung des Medienpädagogischen Forschungsverbundes Südwest zum Medienumgang 12- bis 19-Jähriger.

Untersucht werden unter anderem die Ausstattung von Kindern und Jugendlichen mit technischen Geräten und Zugang zum Internet, die Dauer der Nutzung sowie internetspezifische Phänomene wie beispielsweise unbeabsichtigte In-App-Käufe.

Am 15. Dezember 2020 äußerte die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Daniela Ludwig, ihre Einschätzung, dass „Medien- und Internetabhängigkeit quasi die Droge der Zukunft [ist]“ (https://www.drogenbeauftragte.de/presse/detail/neue-bzga-studiendaten-zur-computerspiel-und-internetnutzung/). Während Computerspielsucht eine anerkannte Sucht sei, sei die exzessive Nutzung sozialer Netzwerke als Sucht noch fraglich (https://www.drogenbeauftragte.de/themen/suchtstoffe-und-suchtformen/computerspiel-und-internetabhaengigkeit/).

Angesichts des selbstverständlichen Umgangs mit digitalen Medien und dem Potenzial digitaler Hilfsmittel auf der einen Seite sowie problembehaftetem Nutzungsverhalten auf der anderen Seite besteht aus Sicht der Fragesteller Informationsbedarf über den Forschungsstand der Bundesregierung, die verfügbare Datenlage sowie daraus resultierende Maßnahmen.

Wir fragen die Bundesregierung:

Fragen11

1

Welchen Stellenwert misst die Bundesregierung aus welchen Gründen dem Mediennutzungsverhalten von Kindern und Jugendlichen bei?

2

Wie viele Planstellen im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) beschäftigen sich mit dieser Thematik?

3

Teilt die Bundesregierung die Feststellung des Präsidenten der Bundeszentrale für politische Bildung, Thomas Krüger, dass Kinder und Jugendliche sich heute ganz selbstverständlich in der digitalen Realität bewegen, ihre eigenen Formen der Kommunikation haben und die Welt, in der sie leben, mitgestalten wollen (https://www.bundestag.de/kiko#url=L2Rva3VtZW50ZS90ZXh0YXJjaGl2LzIwMjAva3cyNS1wYS1raWtvLXBhcnRpemlwYX Rpb24tNzAwNDc4&mod=mod539494) (bitte begründen)?

4

Welche Studien im Bereich der Grundlagenforschung mit welchen wesentlichen Erkenntnissen liegen der Bundesregierung vor oder sind in Planung über

a) die Art und Häufigkeit des Auftretens von Störungsbildern im Bereich der Computerspiel- und Internetnutzung bei Kindern und Jugendlichen sowie deren Ursachen;

b) die frühe Entwicklung des Computerspiel- und Internetnutzungsverhaltens von Kindern und Jugendlichen;

c) Zusammenhang und Zusammenwirken elterlichen Nutzungsverhaltens und dem Nutzungsverhalten von Kindern und Jugendlichen;

d) die Früherkennung, insbesondere von problembehaftetem Nutzungsverhalten von Kindern und Jugendlichen sowie Eltern?

5

Welche Institute und Organisationen im Geschäftsbereich der Bundesregierung forschen zum Mediennutzungsverhalten von Kindern und Jugendlichen (bitte nach verantwortlichem Ressort und Höhe der Bundesförderung sowie korrespondierendem Haushaltstitel aufschlüsseln)?

6

Welche Bund-Länder-Arbeitsgruppen beschäftigen sich mit der Mediennutzung von Kindern und Jugendlichen, und wann haben sich diese Arbeitsgruppen in der derzeitigen Legislaturperiode getroffen?

7

Welche Schlussfolgerungen und Erkenntnisse hat die Bundesregierung aus der Arbeit dieser Bund-Länder-Arbeitsgruppen gezogen?

8

Welche Studien im Bereich der Grundlagenforschung mit welchen wesentlichen Erkenntnissen liegen der Bundesregierung vor oder sind in Planung über die Potenziale digitaler Hilfsmittel für die Verbesserung der Teilhabe von Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen?

9

Welche Modellprojekte werden von der Bundesregierung finanziell und/oder strukturell gefördert, die die Erprobung digitaler Hilfsmittel zur Verbesserung der Teilhabe von Kindern und Jugendlichen mit Behinderung zum Ziel haben (bitte nach Jahr, Laufzeit und soweit zutreffend nach Haushaltstitel aufschlüsseln)?

10

Wie bewertet die Bundesregierung die Ergebnisse der JIM-Studie 2020 in Bezug auf die Verfügbarkeit von internetfähigen Geräten und potenziell problembehaftetem Nutzungsverhalten von Kindern und Jugendlichen, und welche Schlussfolgerungen zieht die Bundesregierung daraus?

11

Sieht die Bundesregierung gesetzgeberischen Handlungsbedarf in Hinblick auf die in der JIM-Studie 2020 festgestellte Steigerung versehentlicher Käufe bzw. Abonnements von Kindern und Jugendlichen in digitalen Spielen, und wenn ja, welchen?

Berlin, den 24. Februar 2021

Christian Lindner und Fraktion

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