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Kleine AnfrageWahlperiode 19Beantwortet

Folgen von Kontaktbeschränkungen für Kinder und Jugendliche - Maßnahmen der Bundesregierung

(insgesamt 14 Einzelfragen)

Fraktion

FDP

Ressort

Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Datum

19.05.2021

Antwortdauer

19 Tage

Aktualisiert

26.07.2022

Deutscher BundestagDrucksache 19/2918330.04.2021

Folgen von Kontaktbeschränkungen für Kinder und Jugendliche – Maßnahmen der Bundesregierung

der Abgeordneten Matthias Seestern-Pauly, Katja Suding, Nicole Bauer, Grigorios Aggelidis, Renata Alt, Jens Beeck, Dr. Jens Brandenburg (Rhein-Neckar), Mario Brandenburg (Südpfalz), Sandra Bubendorfer-Licht, Dr. Marco Buschmann, Britta Katharina Dassler, Dr. Marcus Faber, Daniel Föst, Otto Fricke, Peter Heidt, Katrin Helling-Plahr, Markus Herbrand, Torsten Herbst, Katja Hessel, Dr. Gero Clemens Hocker, Manuel Höferlin, Dr. Christoph Hoffmann, Ulla Ihnen, Olaf in der Beek, Karsten Klein, Konstantin Kuhle, Till Mansmann, Alexander Müller, Dr. Martin Neumann, Dr. Wieland Schinnenburg, Frank Sitta, Judith Skudelny, Dr. Hermann Otto Solms, Bettina Stark-Watzinger, Dr. Marie-Agnes Strack-Zimmermann, Benjamin Strasser, Linda Teuteberg, Stephan Thomae, Manfred Todtenhausen, Dr. Andrew Ullmann, Gerald Ullrich, Sandra Weeser, Nicole Westig und der Fraktion der FDP

Vorbemerkung

Die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie betreffen Familien und Kinder auf besondere Weise. So kommt eine Studie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf zu dem Ergebnis, dass fast jedes dritte Kind während der Corona-Pandemie psychische Auffälligkeiten aufweist (https://www.uke.de/kliniken-institute/kliniken/kinder-und-jugendpsychiatrie-psychotherapieund-psychosomatik/forschung/arbeitsgruppen/child-public-health/forschung/copsy-studie.html). Insbesondere Kinder und Jugendliche aus Risikofamilien leiden sehr unter den Auswirkungen des Lockdowns. Die Forschenden des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf kommen ebenfalls zu dem Schluss, dass die Pandemiemaßnahmen zu einer hohen Dunkelziffer von Kindesmisshandlungen führen. Silke Pawils, Leiterin der Forschungsgruppe „Prävention im Kindes- und Jugendalter“ des Instituts für Medizinische Psychologie, sieht eine möglich Ursache in der „[…] durch den pandemiebedingten Lockdown fehlende[n] soziale[n] Kontrolle […], die sonst zum Beispiel in Schulen oder Kitas stattfindet“ (https://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/coronavirus-fast-jedes-dritte-kind-zeigt-psychische-auffaelligkeiten-a-644b9a10-4e07-4d71-a690-b9bdfb97da60).

Die langen Kita- und Schulschließungen wirken sich auch auf andere Weise auf Kinder und Jugendliche aus. So werden Eingewöhnungsphasen in Einrichtungen der frühkindlichen Bildung unterbrochen oder können nicht stattfinden, und wichtige Entwicklungsförderungen wie beispielsweise die Sprachförderung können nicht adäquat umgesetzt werden.

Aus Sicht der Fragesteller besteht daher Informationsbedarf über den Kenntnisstand und die Maßnahmen der Bundesregierung, um die Folgen der Pandemie-maßnahmen für Kinder und Jugendliche während des Lockdowns abzumildern, und welche Schritte die Bundesregierung unternimmt, um auch nach der Corona-Pandemie diesen Folgen Rechnung zu tragen.

Wir fragen die Bundesregierung:

Fragen14

1

Welche Informationen über die Auswirkungen der Kontaktbeschränkungen auf die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen haben die Bundesregierung seit Inkrafttreten der Kontaktbeschränkungen erreicht?

2

Wie bewertet die Bundesregierung die Versorgung von Kindern und Jugendlichen mit Therapieangeboten seit Inkrafttreten der Kontaktbeschränkungen?

3

Inwieweit waren die Auswirkungen von Kontaktbeschränkungen auf die psychische Gesundheit und die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen Teil der Beratungen zwischen Bundesregierung und den Bundesländern?

4

Hat die Bundesregierung den Bundesländern Unterstützung angeboten, um die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen während der Kontaktbeschränkungen zu fördern, und wenn ja, welche?

5

Welche Maßnahmen wurden seitens der Bundesregierung seit Inkrafttreten der Kontaktbeschränkungen ergriffen, um die psychische Gesundheit von Kindern während der Kontaktbeschränkungen zu fördern?

6

Welche Schlüsse zieht die Bundesregierung aus dem Ergebnis der Studie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf, dass fehlende soziale Kontrollmöglichkeiten seit Inkrafttreten der Kontaktbeschränkungen zu einer höheren Dunkelziffer an Kindesmisshandlungen führen können?

7

Welche Maßnahmen hat die Bundesregierung seit Inkrafttreten der Kontaktbeschränkungen ergriffen, um sicherzustellen, dass Kinder und Jugendliche aus Risikofamilien weiterhin Zugang zu Hilfe und Unterstützungsangeboten haben?

8

Welche wissenschaftlichen Erkenntnisse liegen der Bundesregierung über die Auswirkungen von Kitaschließungen auf den Eingewöhnungsprozess von Kindern in Kitas vor (bitte nach Studie, Erscheinungsjahr und Forschungsinstitut aufschlüsseln)?

9

Hat die Bundesregierung neben der Studie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf Kenntnis von ähnlichen Studien, die die Auswirkungen der Kontaktbeschränkungen auf Kinder und Jugendliche untersuchen (bitte nach Studie, Forschungsinstitut, Erscheinungsdatum und wesentlichen Erkenntnissen aufschlüsseln)?

10

Welche Rückmeldungen aus der Praxis über die Auswirkungen von Kita-Schließungen auf den Eingewöhnungsprozess von Kindern in Kitas haben die Bundesregierung seit Inkrafttreten der Kontaktbeschränkungen erreicht?

11

Inwieweit waren die Auswirkungen von Kitaschließungen auf den Eingewöhnungsprozess von Kindern in Kitas Teil der Beratungen zwischen Bundesregierung und Bundesländern?

12

Ergreift die Bundesregierung gemeinsam mit den Bundesländern Maßnahmen, um nicht erfolgte oder abgebrochene Eingewöhnungsprozesse in Kitas nach Ende der Kontaktbeschränkungen und pandemiebedingten Kitaschließungen sicherzustellen, und wenn ja, welche?

13

Hat die Bundesregierung seit Inkrafttreten der Kontaktbeschränkungen Maßnahmen zur Unterstützung der Bundesländer ergriffen, um durch Kita- und Schulschließungen entstandene Defizite in der Sprachförderung zu adressieren, und wenn ja, welche?

14

Hat die Bundesregierung Maßnahmen geplant, um Defiziten in der Sprachförderung nach Ende der Pandemiemaßnahmen zu begegnen, und wenn ja, welche?

Berlin, den 3. März 2021

Christian Lindner und Fraktion

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