Kosten-Nutzen-Analyse des Projektes „Virtueller Arbeitsmarkt“ der Bundesagentur für Arbeit nach Installation des Vermittlungssystems VerBIS
der Abgeordneten Dirk Niebel, Dr. Heinrich L. Kolb, Jens Ackermann, Christian Ahrendt, Daniel Bahr (Münster), Uwe Barth, Rainer Brüderle, Angelika Brunkhorst, Ernst Burgbacher, Patrick Döring, Mechthild Dyckmans, Jörg van Essen, Ulrike Flach, Otto Fricke, Paul K. Friedhoff, Horst Friedrich (Bayreuth), Dr. Edmund Peter Geisen, Hans-Michael Goldmann, Miriam Gruß, Joachim Günther (Plauen), Dr. Christel Happach-Kasan, Heinz-Peter Haustein, Elke Hoff, Birgit Homburger, Gudrun Kopp, Heinz Lanfermann, Sibylle Laurischk, Harald Leibrecht, Michael Link (Heilbronn), Horst Meierhofer, Patrick Meinhardt, Jan Mücke, Burkhardt Müller-Sönksen, Hans-Joachim Otto (Frankfurt), Detlef Parr, Cornelia Pieper, Gisela Piltz, Jörg Rohde, Frank Schäffler, Marina Schuster, Dr. Rainer Stinner, Florian Toncar, Dr. Claudia Winterstein, Dr. Volker Wissing, Hartfrid Wolff (Rems-Murr), Martin Zeil, Dr. Guido Westerwelle und der Fraktion der FDP
Vorbemerkung
Gut zweieinhalb Jahre nach dem Start des Projektes „Virtueller Arbeitsmarkt“ (VAM) wurde zwischenzeitlich das Vermittlungssystem VerBIS in den Arbeitsagenturen installiert. Mit diesem internen Vermittlungs-, Beratungs- und Informationssystem löst die Bundesagentur für Arbeit ihre bislang angewendeten IT-Verfahren „computergestützte Arbeitsvermittlung“ (coArb) und „computergestütztes Ausbildungsvermittlungssystem“ (COMPAS) ab. Damit steht den Vermittlungs- und Beratungsfachkräften jetzt eine einheitliche IT-Plattform zur Verfügung. Ein bundesweiter Zugriff auf sämtliche Kundendaten ist möglich.
Die Bundesagentur für Arbeit hat in ihrer Presserklärung vom 24. Februar 2005 nach deutlicher Kritik des Bundesrechnungshofes an dem Projekt „Virtueller Arbeitsmarkt“ darauf hingewiesen, dass erst mit Einführung von VerBIS und damit nach Implementierung aller vier Komponenten des VAM dieser seine vollständige Wirkung erzielen könne. Mit VerBIS verbessere sich die vom Rechnungshof kritisierte Qualität der Daten von Bewerberprofilen und Stellenangeboten.
Wir fragen die Bundesregierung:
Fragen15
Hat sich nach vollständiger Implementierung des Projektes VAM die von der Bundesagentur für Arbeit erwartete Verkürzung der durchschnittlichen Dauer der Arbeitslosigkeit um eine Woche realisiert?
Wenn nein, welche Gründe sind hierfür ursächlich?
Konnte die Erwartung der Bundesagentur für Arbeit, durch den VAM jährlich 100 000 Arbeitslosmeldungen zu vermeiden, realisiert werden?
Wie hat sich die Anzahl der Stellenangebote nach Implementierung der einzelnen Komponenten des VAM entwickelt?
Welche Einsparungen bei den Entgeltersatzleistungen konnten durch die Einführung des VAM bislang erreicht werden?
Wie viele Marktkunden konnten durch Selbstsuche über den VAM in Arbeit integriert werden?
Wie hat sich die Vermittlungsquote nach Installation des Teilprojektes VerBIS entwickelt?
Welche Kosten sind für die Implementierung des Teilprojektes entstanden?
Wie viele Arbeitslosmeldungen konnten durch das Projekt VAM von vornherein vermieden werden?
Welche Maßnahmen hat die Bundesagentur für Arbeit ergriffen, um den Bestand an Stellenangeboten in der Jobbörse zu erhöhen?
Wie viele Arbeits- und Ausbildungsstellenangebote enthält derzeit die Datenbank des „Job-Roboters“?
Welche Maßnahmen hat die Bundesagentur für Arbeit ergriffen, um sicherzustellen, dass die veröffentlichten Stellenangebote und Bewerberprofile vollständig, inhaltlich schlüssig und aussagefähig sind?
Wie hoch sind die Gesamtkosten für das Projekt VAM bis heute, einschließlich der Kosten für Schulung, Personal der Bundesagentur usw.?
Wie hoch werden diese Kosten bis zum Jahr 2008 veranschlagt?
Wie hoch sind die Kosten für eine Anpassung der Systeme an die Grundsicherung für Arbeitsuchende (SGB II)?