BundestagKleine Anfragen
Zurück zur Übersicht
Kleine AnfrageWahlperiode 16Beantwortet

Entwicklung des Euro (G-SIG: 16011663)

Wertentwicklung des Euro und der Währungen der nicht teilnehmenden EU-Mitgliedstaaten seit Einführung 1999 bzw. 2002 sowie der D-Mark zuvor, Außenwert gegenüber US-Dollar, Yen und Yuan, deutsche Ex- und Importe, Entwicklung als internationale Währungsreserve, eingesparte Transaktionskosten, Infragestellung der Unabhängigkeit der EZB, Kommunikation zwischen EZB, EU-Kommission und Euro-Gruppe, Einführung eines einheitlichen Europäischen Zahlungsverkehrsraumes (SEPA)

Fraktion

FDP

Datum

19.02.2007

Antwortdauer

18 Tage

Aktualisiert

26.07.2022

Deutscher BundestagDrucksache 16/423401. 02. 2007

Entwicklung des Euro

der Abgeordneten Carl-Ludwig Thiele, Frank Schäffler, Dr. Hermann Otto Solms, Dr. Volker Wissing, Jens Ackermann, Dr. Karl Addicks, Christian Ahrendt, Daniel Bahr (Münster), Uwe Barth, Rainer Brüderle, Ernst Burgbacher, Patrick Döring, Mechthild Dyckmans, Jörg van Essen, Otto Fricke, Horst Friedrich (Bayreuth), Dr. Edmund Peter Geisen, Hans-Michael Goldmann, Miriam Gruß, Joachim Günther (Plauen), Dr. Christel Happach-Kasan, Heinz-Peter Haustein, Elke Hoff, Birgit Homburger, Dr. Werner Hoyer, Michael Kauch, Hellmut Königshaus, Dr. Heinrich L. Kolb, Gudrun Kopp, Jürgen Koppelin, Heinz Lanfermann, Sibylle Laurischk, Harald Leibrecht, Ina Lenke, Michael Link (Heilbronn), Horst Meierhofer, Patrick Meinhardt, Jan Mücke, Hans-Joachim Otto (Frankfurt), Detlef Parr, Cornelia Pieper, Gisela Piltz, Jörg Rohde, Marina Schuster, Dr. Max Stadler, Dr. Rainer Stinner, Florian Toncar, Christoph Waitz, Dr. Claudia Winterstein, Hartfrid Wolff (Rems-Murr), Martin Zeil, Dr. Guido Westerwelle und der Fraktion der FDP

Vorbemerkung

Vor fünf Jahren wurde in zwölf europäischen Ländern der Euro als einheitliches Zahlungsmittel eingeführt. Drei Jahre zuvor war die Währung Euro in elf dieser Länder bereits als gesetzliche Buchwährung mit festen Wechselkursen festgelegt worden, Griechenland war im Jahr 2001 gefolgt. Vor der Einführung war das Projekt Euro sehr umstritten. Auch wenn der Deutsche Bundestag und der Bundesrat nahezu einstimmig für die Einführung des Euro stimmten, sprach sich eine Mehrheit in der Bevölkerung bei Umfragen gegen den Euro aus; gegen seine Einführung wurde geklagt und es gab zahlreiche Initiativen für eine Beibehaltung der D-Mark.

Fünf Jahre nach seiner Einführung hat sich der Euro in Europa und vielen anderen Staaten der Welt als Zahlungsmittel durchgesetzt. Die Wirtschaft und die Verbraucher im Euro-Raum profitieren durch den Fortfall von Umtauschkosten, Kurssicherungskosten und Währungsschwankungen von den Vorteilen der Einheitswährung. Seit Anfang des Jahres 2007 gehört auch Slowenien als 13. Land dem Euro-Raum an.

In jüngster Zeit gibt es Bestrebungen, die auf eine Abwertung des Euro hinwirken. Unter anderem wird dabei von französischen Spitzenpolitikern wie Nicolas Sarkozy und Ségolène Royal die Unabhängigkeit der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frage gestellt. Gefordert wird auch, die EZB politischen Entscheidungen zu unterwerfen und ein Gegengewicht zur EZB zu schaffen. Begründet werden diese Bestrebungen mit dem starken Euro, der die französischen Exporte erschwere und die Einfuhren nach Frankreich fördere, so dass französische Arbeitsplätze gefährdet würden.

Wir fragen die Bundesregierung:

Fragen24

1

Wie hat sich der Wert des Euro unter Berücksichtigung der Geldentwertung seit seiner Einführung als Buchwährung zum 1. Januar 1999 entwickelt?

2

Wie hat sich der Wert des Euro unter Berücksichtigung der Geldentwertung seit seiner Einführung als Bargeld zum 1. Januar 2002 entwickelt?

3

Wie hat sich der Wert der Deutschen Mark unter Berücksichtigung der Geldentwertung in den fünf Jahren bzw. acht Jahren davor entwickelt?

4

Wie hat sich der Wert der Währungen der EU-Mitgliedstaaten, die nicht am Euro teilnehmen, unter Berücksichtigung der Geldentwertung seit 2002 entwickelt?

5

Wie hat sich der Außenwert des Euro seit seiner Buchwährungs-Einführung 1999 gegenüber dem US-Dollar, dem japanischen Yen und dem chinesischen Yuan entwickelt?

6

Wie hat sich der Außenwert des Euro seit seiner Bargeld-Einführung 2002 gegenüber dem US-Dollar, dem japanischen Yen und dem chinesischen Yuan entwickelt?

7

Welche Auswirkungen hat der starke Euro auf die Exportkraft der deutschen Wirtschaft?

8

Welche Auswirkungen hat der starke Euro auf die deutschen Einfuhren?

9

Wie hat sich der Euro als internationale Währungsreserve entwickelt?

10

Welches Volumen haben die Euro-Währungsreserven in den einzelnen Staaten?

11

Wie hoch sind im Vergleich dazu die Währungsreserven, die in US-Dollar und japanischem Yen gehalten werden?

12

Wie hoch ist das Volumen der deutschen Exporte in alle Staaten der Welt?

13

Welcher Anteil dieser Exporte entfällt auf die Staaten der Europäischen Union (aufgeschlüsselt für die einzelnen Staaten)?

14

Welcher Anteil dieser Exporte in die Staaten der Europäischen Union entfällt dabei auf die Staaten des Euro-Raumes (aufgeschlüsselt für die einzelnen Staaten)?

15

Wie viel Transaktionskosten sparen die deutschen Wirtschaftsunternehmen pro Jahr durch die nicht mehr nötigen Umwechslungen innerhalb des Euro-Raumes ein?

16

Wie viel Transaktionskosten sparen die deutschen Bürger innerhalb des Euro-Raumes pro Jahr durch die nicht mehr nötigen Währungs-Umwechslungen ein?

17

Wie viel kostet eine Überweisung von 100 Euro aus Deutschland in einen EU-Mitgliedstaat, der am Euro teilnimmt, im Durchschnitt?

18

Wie viel kostet dieselbe Überweisung in einen EU-Mitgliedstaat, der nicht am Euro teilnimmt, z. B. nach Großbritannien?

19

Wie stellt sich die Bundesregierung zu den Bestrebungen, die Unabhängigkeit der EZB in Frage zu stellen?

20

Wie beurteilt die Bundesregierung die Forderung des Vorsitzenden der Euro-Gruppe Jean-Claude Juncker und des EU-Währungskommissars Joaquín Almunia nach Einführung monatlicher „Strategiegespräche“ zwischen EZB, EU-Kommission und der Euro-Gruppe?

21

Wie beurteilt sie die Vereinbarung, dass sich der EZB-Präsident, der Vorsitzende der Euro-Gruppe und der EU-Währungskommissar künftig immer dann treffen, wenn eine Seite dies für notwendig hält (so in FAZ vom 23. Januar 2007, S. 11)?

22

Wie ist der Stand der Arbeiten an einem einheitlichen Europäischen Zahlungsverkehrsraum (Single Euro Payments Area – SEPA), in dem es für die Bankkunden keine Unterschiede zwischen nationalen und grenzüberschreitenden Zahlungen mehr geben soll?

23

Wie bewertet die Bundesregierung die geplante Einführung eines solchen einheitlichen Europäischen Zahlungsverkehrsraums?

24

Wann rechnet die Bundesregierung mit der Umsetzung dieses einheitlichen Europäischen Zahlungsverkehrsraums in Deutschland?

Berlin, den 31. Januar 2007

Dr. Guido Westerwelle und Fraktion

Ähnliche Kleine Anfragen