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Kleine AnfrageWahlperiode 15Beantwortet

Verpasste Chance für den Schutz der Delphine (G-SIG: 15010022)

Bewertung des Abstimmungsverhaltens der EU im Fachkomitee der 12. Vertragsstaatenkonferenz zum Washingtoner Artenschutzübereinkommen (CITES) zu einem Handelsverbot für große Tümmler (Delfine), Verhalten der Bundesregierung bei den Beratungen und Versuche der Einflussnahme im Vorfeld

Fraktion

FDP

Ressort

Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit

Datum

02.12.2002

Aktualisiert

26.07.2022

Deutscher BundestagDrucksache 15/8213. 11. 2002

Verpasste Chance für den Schutz der Delphine

der Abgeordneten Birgit Homburger, Dr. Christian Eberl, Rainer Brüderle, Ernst Burgbacher, Jörg van Essen, Ulrike Flach, Horst Friedrich (Bayreuth), Rainer Funke, Hans-Michael Goldmann, Joachim Günther (Plauen), Christoph Hartmann (Homburg), Klaus Haupt, Dr. Heinrich L. Kolb, Gudrun Kopp, Sibylle Laurischk, Ina Lenke, Markus Löning, Dirk Niebel, Günther Friedrich Nolting, Hans-Joachim Otto (Frankfurt), Eberhard Otto (Godern), Detlef Parr, Marita Sehn, Carl-Ludwig Thiele, Dr. Dieter Thomae, Jürgen Türk, Dr. Wolfgang Gerhardt und Fraktion der FDP

Vorbemerkung

Aktuell findet in der chilenischen Hauptstadt Santiago die 12. Vertragsstaatenkonferenz zum Washingtoner Artenschutzübereinkommen (CITES: Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora) statt. Ein Antrag Georgiens sieht vor, die großen Tümmler (Delphine) vom Anhang II des Artenschutzübereinkommens in die höhere Schutzkategorie des Anhangs I zu überführen und damit ein kommerzielles Handelsverbot für den großen Tümmler im Schwarzen Meer zu erwirken. Der Antrag erreichte bei der Abstimmung im entsprechenden Fachkomitee nicht die notwendige Zweidrittelmehrheit. Es ist daher zweifelhaft, ob der Antrag in dieser Woche bei der entscheidenden Abstimmung im Plenum doch noch Erfolg haben wird.

Nach Angaben des Sprechers der EU-Präsidentschaft wollte sich die Europäische Union als Block im Fachkomitee der Abstimmung enthalten. Tatsächlich haben die EU-Mitgliedstaaten Luxemburg und Griechenland in der Sitzung des Fachkomitees sogar gegen den Antrag Georgiens gestimmt.

Große Tümmler lassen sich relativ gut trainieren und werden in Delphinarien und Vergnügungsparks vorgeführt. Der Handel mit Großen Tümmlern aus dem Schwarzen Meer wurde 1979 durch CITES eingeschränkt. Festgestellt wird, dass trotz dieser Beschränkung ein lebhafter Handel mit diesen Tieren betrieben wird. Weil die Tiere ohnehin eine niedrige Reproduktionsrate haben und ihr Lebensraum mit Fremdstoffen stark belastet ist, wird deren Überleben durch den Handel gefährdet.

Wir fragen die Bundesregierung:

Fragen4

1

Wie bewertet die Bundesregierung das Abstimmungsverhalten der EU im Fachkomitee im Hinblick auf den Schutz der großen Tümmler?

2

Wie hat sich die Bundesregierung bei den Beratungen verhalten, insbesondere hat sie sich für das Handelsverbot eingesetzt?

3

Wenn nein, warum nicht?

4

Wenn ja, was hat die Bundesregierung im Vorfeld der Konferenz unternommen, um andere Mitgliedstaaten der EU und CITES dazu zu bewegen, für ein Handelsverbot zu stimmen?

Berlin, den 12. November 2002

Birgit Homburger Dr. Christian Eberl Rainer Brüderle Ernst Burgbacher Jörg van Essen Ulrike Flach Horst Friedrich (Bayreuth) Rainer Funke Hans-Michael Goldmann Joachim Günther (Plauen) Christoph Hartmann (Homburg) Klaus Haupt Dr. Heinrich L. Kolb Gudrun Kopp Sibylle Laurischk Ina Lenke Markus Löning Dirk Niebel Günther Friedrich Nolting Hans-Joachim Otto (Frankfurt) Eberhard Otto (Godern) Detlef Parr Marita Sehn Carl-Ludwig Thiele Dr. Dieter Thomae Jürgen Türk Dr. Wolfgang Gerhardt und Fraktion

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