Qualifizierungsbausteine in der beruflichen Bildung im Zuge der Änderung des Berufsbildungsgesetzes
der Abgeordneten Ulrike Flach, Cornelia Pieper, Christoph Hartmann (Homburg), Marita Sehn, Daniel Bahr (Münster), Rainer Brüderle, Angelika Brunkhorst, Ernst Burgbacher, Helga Daub, Jörg van Essen, Horst Friedrich (Bayreuth), Hans-Michael Goldmann, Joachim Günther (Plauen), Dr. Christel Happach-Kasan, Klaus Haupt, Ulrich Heinrich, Birgit Homburger, Dr. Werner Hoyer, Michael Kauch, Dr. Heinrich L. Kolb, Gudrun Kopp, Jürgen Koppelin, Harald Leibrecht, Dirk Niebel, Günther Friedrich Nolting, Hans-Joachim Otto (Frankfurt), Eberhard Otto (Godern), Detlef Parr, Gisela Piltz, Dr. Andreas Pinkwart, Dr. Hermann Otto Solms, Dr. Rainer Stinner, Carl-Ludwig Thiele, Jürgen Türk, Dr. Claudia Winterstein, Dr. Wolfgang Gerhardt und der Fraktion der FDP
Vorbemerkung
Die Frage nach der beruflichen Bildung wird für junge Menschen in Deutschland immer wichtiger. Die rot-grüne Bundesregierung hat jahrelang die Notwendigkeit einer modernen Berufsbildung nicht erkannt und stellt heute mit der gewählten Form der Qualifizierungsbausteine die Verantwortlichen in den Berufsschulen vor schwierige Umsetzungsprobleme.
Die FDP sieht dringenden Handlungsbedarf, um eine grundlegende Novellierung des Berufsbildungsgesetzes zu gewährleisten und um die berufliche Bildung mehr in den Mittelpunkt zu stellen.
Eine schnelle Änderung des Berufsbildungsgesetzes (BBiG) nutzt wenig, wenn für die Verantwortlichen nicht zu erkennen ist, wie es umzusetzen ist. Es stellt sich die Frage, ob die Änderung des BBiG überstürzt vorgenommen wurde. Die Bundesregierung hat bisher zur konkreten Ausgestaltung der Qualifizierungsbausteine in § 50 BBiG und § 51 BBiG nicht Stellung genommen.
Wir fragen die Bundesregierung:
Fragen10
Welchen zeitlichen Rahmen sieht die Bundesregierung für einen Qualifizierungsbaustein vor?
Wer ist nach dem Verständnis der Bundesregierung für die Planung der Inhalte und die Abfolge innerhalb eines Qualifizierungsbausteins zuständig?
Wer zertifiziert das erfolgreiche Absolvieren eines Qualifizierungsbausteins?
Sieht die Bundesregierung vor, dass der Absolvent parallel zum praktischen Teil der Qualifizierung auch die Berufsschule besucht?
Welchen Grad der Anerkennung bzw. welche Verwendbarkeit haben für die Bundesregierung absolvierte Qualifizierungsbausteine?
Hält es die Bundesregierung für angebracht, eine spätere Berufsausbildung durch nachgewiesene Qualifizierungsbausteine zu verkürzen?
An welchen Lernorten beabsichtigt die Bundesregierung, Qualifizierungsbausteine anzubieten?
Welche Voraussetzung setzt die Bundesregierung an, unter der junge Menschen an Qualifizierungsbausteinen teilnehmen können?
Wer genehmigt die Teilnahme?
Wer soll für die Genehmigung der Durchführung von Qualifizierungsbausteinen zuständig sein?