Umweltwirkungen des Anbaus von transgenen Pflanzen
der Abgeordneten Dr. Christel Happach-Kasan, Hans-Michael Goldmann, Daniel Bahr (Münster), Rainer Brüderle, Angelika Brunkhorst, Ernst Burgbacher, Helga Daub, Jörg van Essen, Ulrike Flach, Christoph Hartmann (Homburg), Klaus Haupt, Ulrich Heinrich, Birgit Homburger, Dr. Werner Hoyer, Michael Kauch, Jürgen Koppelin, Sibylle Laurischk, Ina Lenke, Dirk Niebel, Günther Friedrich Nolting, Eberhard Otto (Godern), Detlef Parr, Cornelia Pieper, Gisela Piltz, Dr. Hermann Otto Solms, Dr. Max Stadler, Carl-Ludwig Thiele, Dr. Claudia Winterstein, Dr. Wolfgang Gerhardt und der Fraktion der FDP
Vorbemerkung
Am 16. Oktober 2003 wurden von der britischen Royal Society die Ergebnisse einer dreijährigen Studie über die Umweltwirkungen des Anbaus von transgenen Pflanzen mit Herbizidtoleranz veröffentlicht. In der „ZEIT“ vom 23. Oktober 2003 wurde darauf aufmerksam gemacht, dass die britischen Feldversuche unterschiedliche Ergebnisse bei den Umweltwirkungen für die untersuchten transgenen Mais-, Raps- und Rübensorten erbracht haben. Offensichtlich ist nicht die Züchtungsmethode für die Umweltwirkung der getesteten Sorte ausschlaggebend sondern deren spezielle Eigenschaften. Damit bestätigt der britische Feldversuch Ergebnisse der Technikfolgenabschätzung, die in den Jahren 1991 bis 1993 am Wissenschaftszentrum in Berlin unter der Leitung von Prof. Dr. Wolfgang van den Daele durchgeführt wurden.
Wir fragen die Bundesregierung:
Fragen5
In welchem Zusammenhang stehen beim Anbau der wichtigsten Kulturpflanzenarten Weizen, Raps, Mais, Gerste und Zuckerrüben der Ertrag pro Hektar und das Wachstum konkurrierender Unkräuter?
Welche Strategien der Unkrautbekämpfung haben sich beim Erzielen hoher Erträge bei gleichzeitig geringer Umweltbelastung besonders bewährt?
Bestehen Unterschiede hinsichtlich des Ertrages und der Umweltverträglichkeit beim Anbau von herbizidtoleranten transgenen Rapssorten im Vergleich zu herkömmlich gezüchteten herbizidtoleranten Rapssorten, und wenn ja, welche?
Ist es richtig, dass die Vielfalt der Arthropodenarten auf einem landwirtschaftlich genutzten Feld von der Vielfalt der Unkrautflora und damit von der Unkrautbekämpfung und dem Wirkungsspektrum des verwendeten Herbizids abhängt?
Teilt die Bundesregierung die Einschätzung, dass in der Bewertung verschiedener landwirtschaftlicher Anbaumethoden der Ertrag pro Hektar in Bezug gesetzt werden muss zu den durch den Anbau gegebenen, definierten und messbaren Umweltbelastungen wie z. B. Energieeinsatz oder Nitrataustrag ins Grundwasser, und wenn nein, nach welchen Kriterien bewertet die Bundesregierung die Umweltbelastungen der landwirtschaftlichen Produktion?