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Kleine AnfrageWahlperiode 15Beantwortet

Forschung und Entwicklung für effektive Energieübertragungsanlagen und Chancen für die Einführung neuer energieeffizienter Technologien (G-SIG: 15011387)

Erweiterung von Stromübertragungsnetzen für eine künftige Integration von auf Sie gewonnenem elektrischen Strom aus Windkraftanlagen, wissenschaftliche Untersuchungen und Expertisen, Verlegung von Erdkabeln als Alternative zu Freileitungen, Förderung der Forschung und Entwicklung von innovativen Elektroenergieübertragungsanlagen mit Bundesmitteln

Fraktion

FDP

Ressort

Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit

Datum

07.02.2005

Aktualisiert

26.07.2022

Deutscher BundestagDrucksache 15/457315. 12. 2004

Forschung und Entwicklung für effektive Energieübertragungsanlagen und Chancen für die Einführung neuer energieeffizienter Technologien

der Abgeordneten Ulrike Flach, Angelika Brunkhorst, Gudrun Kopp, Dr. Karl Addicks, Daniel Bahr (Münster), Rainer Brüderle, Ernst Burgbacher, Helga Daub, Jörg van Essen, Otto Fricke, Horst Friedrich (Bayreuth), Hans-Michael Goldmann, Joachim Günther (Plauen), Dr. Karlheinz Guttmacher, Dr. Christel Happach-Kasan, Klaus Haupt, Birgit Homburger, Dr. Werner Hoyer, Michael Kauch, Hellmut Königshaus, Jürgen Koppelin, Sibylle Laurischk, Harald Leibrecht, Markus Löning, Dirk Niebel, Hans-Joachim Otto (Frankfurt), Detlef Parr, Cornelia Pieper, Gisela Piltz, Dr. Hermann Otto Solms, Dr. Rainer Stinner, Carl-Ludwig Thiele, Jürgen Türk, Dr. Claudia Winterstein, Dr. Volker Wissing, Dr. Wolfgang Gerhardt und der Fraktion der FDP

Vorbemerkung

Eine künftige Integration von auf See gewonnenem elektrischem Strom aus Windkraftanlagen in eine Gesamtversorgungsstrategie für Deutschland bedingt zugleich die Erweiterung von Stromübertragungsnetzen unter Anwendung fortschrittlicher Übertragungstechnologien.

Besonders die Forderung nach innovativen, energieeffizienten und sicheren Übertragungsanlagen veranlasste diesbezüglich die Hochschulen, öffentlich geförderte Forschungseinrichtungen und die Industrieforschung umfassende Forschungs- und Entwicklungsarbeiten zu betreiben, die sich zum Teil auch schon in einer Überführungsphase befinden bzw. ihre Praxistauglichkeit unter Beweis stellen.

Diesbezügliche Aussagen des für die so genannten Erneuerbaren Energien zuständigen Bundesministers für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, Jürgen Trittin, sind jedoch widersprüchlich.

Einerseits bezweifelt er die Notwendigkeit neuer Trassen für die Einbindung von Windkraftanlagen in der Nordsee und verweist dabei auf Zwischenergebnisse von Untersuchungen der Deutschen Energie-Agentur (dena). Andererseits aber sieht er in der Verlegung von Erdkabeln eine wichtige Alternative zu Freileitungen (Meldung: „Jürgen Trittin gegen Freileitung – Bundesumweltminister spricht sich für Erdverkabelung aus“, in: „NWZ“ vom 17. November 2004).

Im Eindruck dessen und vor dem Hintergrund der Diskussion um eine neue ca. 70 km lange 380 kV-Freileitungstrasse herkömmlicher Bauart von Ganderkesee/ Kreis Oldenburg nach St. Hülfe bei Diepholz wird von betroffener kommunaler Seite mittlerweile die Hoffnung artikuliert, anstelle von Freileitungen ein Erdkabel „als öffentlich gefördertes Pilotprojekt“ zu verlegen (Bericht: „Brief erfreut Freileitungsgegner“, ebenda 18. November 2004).

Auf der Basis fortgeschrittener Forschungs- und Entwicklungsarbeiten stehen schon heute neben Hochspannungsfreileitungen und Erdkabeln auch noch andere innovative, zuverlässige und verlustarme Übertragungstechnologien, wie zum Beispiel gasisolierte Leitungssysteme, bereit, die als so genannte Pilotanlagen ihre technische Eignung, ihren wirtschaftlichen Betrieb als auch ihre energieeffiziente Technologie unter Beweis stellen könnten. International wird bereits Interesse an derartigen in Deutschland entwickelten Technologien bekundet.

Wir fragen die Bundesregierung:

Fragen13

1

Sind die in den eingangs aufgeführten Meldungen dargelegten Sachverhalte, insbesondere hinsichtlich der zitierten schriftlichen Einlassungen des Bundesministers für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, Jürgen Trittin, zutreffend?

2

Wenn ja, aus welchen wissenschaftlichen Untersuchungen oder sonstigen Expertisen leitet der Bundesminister für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, Jürgen Trittin, seine Einschätzung ab, dass die Notwendigkeit neuer Trassen zweifelhaft sei, und wie verhält sich diese Einschätzung zu den Ergebnissen der unter anderem zu diesem Thema jüngst vorgelegten Studie der Deutschen Energie-Agentur (dena)?

3

Wie bewertet die Bundesregierung die Ergebnisse der zuletzt genannten Studie mit Blick auf die Frage erforderlich werdender Erweiterungen von Stromübertragungsnetzen und welche Schlussfolgerungen leitet die Bundesregierung daraus ab?

4

Aus welchen wissenschaftlichen Untersuchungen oder sonstigen Expertisen leitet der Bundesminister für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, Jürgen Trittin, seine Einschätzung ab, dass die Verlegung von Erdkabeln eine wichtige Alternative zu Freileitungen sei?

5

Wie beurteilt die Bundesregierung die bisherigen Ergebnisse von Forschung und Entwicklung neuartiger Technologien, wie zum Beispiel gasisolierte Leitungssysteme, für die Übertragung großer elektrischer Leistungen (bitte die jeweiligen Technologien aufführen und gegenüberstellen)?

6

Welche Forschungen und Entwicklungen werden in Bezug auf Energieübertragungsanlagen mit welchen wirtschaftlichen Zielsetzungen in einem künftigen 5. Energieforschungsprogramm gefördert?

7

Welche konkreten Maßnahmen hat die Bundesregierung bisher unternommen, um die Forschung und Entwicklung von innovativen Elektroenergieübertragungsanlagen für einen rationellen und verlustarmen Energietransport anstelle von herkömmlichen Freileitungen voranzubringen?

8

Wie hoch waren die in den Bundeshaushalt eingestellten Mittel für diese Forschungsarbeiten im Rahmen der bisherigen Laufzeit des 4. Energieforschungsprogramms (aufgeschlüsselt nach Jahren und gesamt)?

9

Beabsichtigt die Bundesregierung in einem 5. Energieforschungsprogramm für die Erforschung innovativer Energieübertragungsanlagen Forschungsmittel bereitzustellen?

10

Wenn nein, weshalb nicht?

11

Wenn ja, in welchen Einzelhaushalt und in welchem Umfang?

12

Beabsichtigt die Bundesregierung die eingangs zitierte Erwartung zu erfüllen, in Einzelfällen anstelle von Freileitungen andere Übertragungstechnologien als Pilotprojekt zu fördern?

13

Wenn nein, weshalb nicht, und wenn ja, in welcher Weise gedenkt die Bundesregierung diesbezüglich initiativ zu werden?

Berlin, den 14. Dezember 2004

Ulrike Flach Angelika Brunkhorst Gudrun Kopp Dr. Karl Addicks Daniel Bahr (Münster) Rainer Brüderle Ernst Burgbacher Helga Daub Jörg van Essen Otto Fricke Horst Friedrich (Bayreuth) Hans-Michael Goldmann Joachim Günther (Plauen) Dr. Karlheinz Guttmacher Dr. Christel Happach-Kasan Klaus Haupt Birgit Homburger Dr. Werner Hoyer Michael Kauch Hellmut Königshaus Jürgen Koppelin Sibylle Laurischk Harald Leibrecht Markus Löning Dirk Niebel Hans-Joachim Otto (Frankfurt) Detlef Parr Cornelia Pieper Gisela Piltz Dr. Hermann Otto Solms Dr. Rainer Stinner Carl-Ludwig Thiele Jürgen Türk Dr. Claudia Winterstein Dr. Volker Wissing Dr. Wolfgang Gerhardt und Fraktion

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