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Kleine AnfrageWahlperiode 16Beantwortet

Schulische Begabtenförderung in Deutschland

<span>Begabtenförderung als Bestandteil der Bildungsforschung, Situation begabter und hochbegabter Schüler, aufgrund unzureichender diagnostischer Fähigkeiten in Kitas und Schulen unentdeckt bleibende Begabungen, Verbesserung von Erkennung und Förderung, Maßnahmen in Bundesländern, Beratungsmöglichkeiten für Eltern</span>

Fraktion

FDP

Datum

04.10.2007

Antwortdauer

15 Tage

Aktualisiert

26.07.2022

BT16/647819.09.2007

Schulische Begabtenförderung in Deutschland

Kleine Anfrage

Volltext (unformatiert)

[Deutscher Bundestag Drucksache 16/6478 16. Wahlperiode 19. 09. 2007 Kleine Anfrage der Abgeordneten Patrick Meinhardt, Uwe Barth, Cornelia Pieper, Dr. Karl Addicks, Christian Ahrendt, Daniel Bahr (Münster), Rainer Brüderle, Angelika Brunkhorst, Ernst Burgbacher, Patrick Döring, Mechthild Dyckmans, Jörg van Essen, Ulrike Flach, Otto Fricke, Paul K. Friedhoff, Horst Friedrich (Bayreuth), Dr. Edmund Peter Geisen, Hans-Michael Goldmann, Miriam Gruß, Joachim Günther (Plauen), Dr. Christel Happach-Kasan, Heinz-Peter Haustein, Elke Hoff, Birgit Homburger, Dr. Werner Hoyer, Hellmut Königshaus, Gudrun Kopp, Jürgen Koppelin, Heinz Lanfermann, Sibylle Laurischk, Michael Link (Heilbronn), Markus Löning, Horst Meierhofer, Burkhardt Müller-Sönksen, Dirk Niebel, Hans-Joachim Otto (Frankfurt), Detlef Parr, Jörg Rohde, Marina Schuster, Dr. Max Stadler, Dr. Rainer Stinner, Carl-Ludwig Thiele, Florian Toncar, Christoph Waitz, Dr. Claudia Winterstein, Dr. Volker Wissing, Hartfrid Wolff (Rems-Murr), Martin Zeil, Dr. Guido Westerwelle und der Fraktion der FDP Schulische Begabtenförderung in Deutschland Im Zuge der Föderalismusreform sind dem Bund weitreichende Kompetenzen für den Bereich der Bildungsforschung zugesprochen worden. Die Auseinandersetzung mit Fragen eines optimierten Umgangs mit Begabungen, die Analyse der Fördersysteme der Länder, sowie die Darstellung der erfolgreichen Konzepte und die Offenlegung der vorhandenen Schwachstellen im föderalen Kontext gehören nun zu den bildungspolitischen Kernaufgaben der Bundesregierung. Es gehört zu den staatlichen Aufgaben dafür zu sorgen, dass jedem Kind zur optimalen Entfaltung seiner individuellen Persönlichkeit verholfen wird. Unterricht und Erziehung sollen sich dabei nicht alleine auf die pure Wissensvermittlung beschränken, sondern auch die Interessen und Fähigkeiten, die Kreativität und Fantasie, soziale Verhaltensweisen, sowie die Leistungsbereitschaft der Schülerinnen und Schüler unterstützen. Die gezielte Förderung von Begabungen fällt ebenso in dieses Aufgabenspektrum. So können Schülerinnen und Schüler die besondere Chance nutzen, die sich aus der vorhandenen Veranlagung ergibt. Begabung ist als eine Disposition für herausragende Leistungen zu verstehen, nicht die Hochleistung selber. Damit sich Hochleistung entfalten kann bedarf es neben überdurchschnittlichen Fähigkeiten auf einem oder mehreren Gebieten einer gewissen Kreativität als auch einer guten Motivationslage. Ohne Unterstützung von außen gelingt dies nur selten. So ist es die Aufgabe der Umwelt (Familie, Kindergarten, Schule, weiteres Umfeld) Bedingungen zu schaffen, in denen besonders begabte Kinder und Jugendliche sich entsprechend entwickeln können. Drucksache 16/6478 – 2 – Deutscher Bundestag – 16. WahlperiodeZur Förderung von Schülerinnen und Schülern mit besonderen Begabungen bis hin zur kognitiven Hochbegabung werden seitens der Länder Fördermaßnahmen angeboten. Neben den dringend erforderlichen Maßnahmen zur Schulung von Lehrkräften und Erziehern zur Diagnostizierung von (Hoch-)Begabungen und der sachgerechten Förderung wurden auch strukturelle Änderungen im Bereich des Schulwesens zur Verbesserung der Situation von begabten Schülerinnen und Schüler vorgenommen. Wir fragen die Bundesregierung: 1. Sieht die Bundesregierung die Befassung mit der Frage der Ausgestaltung der Begabtenförderung als einen Aspekt und Bestandteil der Bildungsforschung? 2. Wie beurteilt die Bundesregierung die momentane Situation begabter und hochbegabter Schülerinnen und Schüler in Deutschland? 3. Wie hat sich die Situation für begabte und hochbegabte Schülerinnen und Schüler in den letzten Jahren verbessert? 4. Welche konkreten Beschlüsse haben Bund und Länder in den letzten fünf Jahren getroffen, um die Förderbedingungen für Begabte und Hochbegabte zu optimieren? 5. Inwiefern bleibt derzeit immer noch ein großer Teil der Begabungen von Schülerinnen und Schülern aufgrund der unzureichend entwickelten diagnostischen Fähigkeiten in Kitas und Schulen weiterhin unentdeckt, und welche Konsequenzen birgt dies für die betroffenen Kinder und Jugendliche? 6. Auf welche Weise sichern die einzelnen Bundesländer die Diagnosefähigkeit der Lehrkräfte in Bezug auf Hochbegabung? 7. In welchem Maße berücksichtigen die Hochschulen die Vermittlung von Kompetenzen im Bereich der Begabtenförderung im Rahmen der Lehrerausbildung? 8. Inwiefern halten die einzelnen Länder Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen zur Sicherung der Diagnosefähigkeit von Lehrkräften vor, und mit welchen Einrichtungen arbeiten sie diesbezüglich zusammen? 9. Welche dieser Maßnahmen zur Förderung hochbegabter Schülerinnen und Schüler sind in welchen Bundesländern umgesetzt worden a) Vorzeitiges Einschulen, b) Flexibilisierung des Schuldurchlaufs („Überspringen“), c) Teilnahme am Unterricht in der nächsthöheren Klassenstufe, d) Teilnahme an Hochschulveranstaltungen während oder außerhalb der Unterrichtszeit und Erwerb von Scheinen, e) Unterricht in sog. Schnellläuferzügen der Gymnasien und Abitur nach 11 Jahren, f) Förderung in Begabtengruppen an Grundschulen, g) Förderung von besonders begabten Schülerinnen und Schülern während der Sommerferien (z. B. an Sommerakademien), h) Gründung von Begabtenschulen oder Begabtenzentren, i) Zusätzliche Fördermaßnahmen. 10. In welcher Weise fördern die Bundesländer ein vertieftes Lernen der (hoch-) begabten Schülerpopulation durch vertieftes Lernen („enrichment“)? Deutscher Bundestag – 16. Wahlperiode – 3 – Drucksache 16/647811. Welche Modelle für die Förderung von besonders begabten Schülerinnen und Schülern existieren, haben sich besonders bewährt, und inwieweit ist eine besondere Didaktik erforderlich, sofern Schulzeiten verkürzt und der Stoff konzentriert vermittelt werden? 12. In welcher Weise ist die schulpsychologische Beratung auf Länderebene zur Stärkung des Erkennens und der Förderung von Hochbegabung ausgebaut und qualifiziert worden? 13. Wie hoch ist in den jeweiligen Bundesländern der Anteil der Schulpsychologen pro Schüler? 14. In welcher Höhe stellen die jeweiligen Bundesländer gesondert Mittel für die gezielte Förderung von Schülerinnen und Schüler mit (Hoch-)Begabung bereit? Wie hat sich die Höhe der bereitgestellten Mittel in den letzten Jahren entwickelt? 15. Wie haben sich die Teilnahmezahlen an den Wettbewerben zur Begabtenförderung mit sprachlicher, mathematisch-naturwissenschaftlicher, musischkünstlerischer und den psychomotorisch-sportlicher Schwerpunktsetzung entwickelt? Wie bewertet die Bundesregierung diese Entwicklung? 16. Wie stellt sich Teilnahmehäufigkeit an den Wettbewerben zur Begabtenförderung je nach Herkunftsbundesland, Geschlecht und Alter dar? 17. Durch welche wesentlichen Wettbewerbe zur Begabtenförderung werden die Bundeswettbewerbe ergänzt? 18. Durch welche Maßnahmen unterstützt die Bundesregierung Forschungsvorhaben zur Verbesserung der Begabtenförderung? 19. Um welche Forschungsvorhaben handelt es sich hierbei, und wo sind diese angesiedelt? 20. Was sind die wesentlichen Erkenntnisse, die aus der Forschungstätigkeit der letzten Jahre gewonnen werden konnten, und welche Chance sieht die Bundesregierung, diese nutzbringend in das Bildungssystem zu übertragen? 21. Welche wesentlichen Beratungsmöglichkeiten für Eltern finden sich, und welche Gesellschaften mit Bezug zur (Hoch-)Begabtenförderung bieten Betroffenen Unterstützung an? 22. Bewertet die Bundesregierung die bislang getroffenen Maßnahmen zur Verbesserung der Situation von (hoch-)begabten Schülerinnen und Schülern als genügend, und wie gedenkt sie die Förderung der Leistungseliten in der Schule weiter zu unterstützen? Berlin, den 19. September 2007 Dr. Guido Westerwelle und Fraktion Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co., Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin Vertrieb: Bundesanzeiger Verlagsgesellschaft mbH, Amsterdamer Str. 192, 50735 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Telefax (02 21) 97 66 83 44 ISSN 0722-8333]

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